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Albizia julibrissin 'Ernest Wilson' - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten
Albizia julibrissin 'Ernest Wilson' - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten

Seidenbaum, Schlafbaum

Albizia julibrissin 'Ernest Wilson'

Hersteller: Herrenkamper Gärten

Hersteller: Herrenkamper Gärten
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Wesentliches Merkmal
    kleiner Strauch
Vermehrungshinweis
    kein Material

4.8 (50 reviews)

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Fotos

Alle hier abgebildeten Fotos stellen lediglich einen Teil der Pflanzenbeschreibung dar. Es ist NICHT die angebotene Pflanze. Das Gewicht der Pflanze wird immer variieren, je nach Feuchtigkeit und kann deshalb nicht angezeigt werden

Info zur Pflanze

Beschreibung

Albizia julibrissin ‘Ernest Wilson’ ist eine besonders frostharte Auslese des Seidenbaums aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art reicht vom östlichen Transkaukasien und dem nördlichen Iran über den Himalaja und China bis nach Korea und Japan.

Die Sorte geht dagegen auf einen einzelnen Sämling koreanischer Herkunft zurück. Ihre Mutterpflanze stand 1918 in einem Hotelgarten in Seoul. Eine Gebirgsherkunft ist nicht belegt. Möglicherweise handelte es sich bereits um eine von koreanischen Gärtnern ausgewählte, an das kühlere Klima angepasste Pflanze.

Der Gattungsname Albizia erinnert an den Florentiner Filippo degli Albizzi, der den Seidenbaum 1745 aus Konstantinopel nach Italien brachte. Julibrissin geht auf den persischen Ausdruck für „Seidenblume“ zurück. Der deutsche Name Seidenbaum beschreibt die langen, seidig wirkenden Staubfäden. Wegen der nachts zusammengeklappten Blättchen wird die Art gelegentlich auch Schlafbaum genannt.

Wuchs und Blätter

‘Ernest Wilson’ wächst als großer Strauch oder kleiner, häufig mehrstämmiger Baum. Die Äste bilden eine breite, flach gewölbte bis schirmförmige Krone. Nach etwa zehn Jahren sind ungefähr 3–4 m Höhe realistisch. Langfristig erreicht die Sorte meist 4–6 m Höhe und eine ähnliche oder etwas größere Breite. Der RHS nennt unter sehr günstigen Bedingungen bis zu 8 m.

Die ursprüngliche Pflanze im Arnold Arboretum zeichnet sich durch eine vergleichsweise niedrige, breit ausladende Krone mit tief angesetzten Ästen aus. Damit bleibt sie gedrungener als viele gewöhnliche Seidenbäume.

Die sommergrünen Blätter sind 20–40 cm lang und zweifach gefiedert. Sie bestehen aus zahlreichen kleinen, hell- bis mittelgrünen Blättchen und erzeugen trotz der breiten Krone einen lockeren, transparenten Eindruck.

Bei Dunkelheit, kühler Witterung oder Regen legen sich die Fiederblättchen paarweise zusammen. Auch bei großer Hitze und Trockenstress können sie sich schließen oder herabhängen. Dabei handelt es sich nicht um Welken im üblichen Sinne, sondern um eine gesteuerte Blattbewegung.

Blüte

Von Juli bis August, gelegentlich bis in den September, erscheinen die kugeligen Blütenköpfchen. Die eigentlichen Einzelblüten sind klein und unauffällig. Ihre zahlreichen langen Staubfäden erzeugen den charakteristischen puderquastenartigen Eindruck.

Bei ‘Ernest Wilson’ sind die Staubfäden an der Basis weißlich und zu den Enden hin kräftig rosa gefärbt. Die Blütenfarbe gilt als satter und leuchtender als bei vielen Pflanzen der gewöhnlichen Art. Ein ausreichend warmer und sonniger Sommer ist für eine reiche Blüte entscheidender als ein besonders nährstoffreicher Boden.

Früchte

Nach warmen Sommern können sich flache, zunächst grüne und später hellbraune Hülsen entwickeln. Sie werden etwa 10–20 cm lang, enthalten mehrere harte Samen und können nach dem Laubfall noch längere Zeit an den Zweigen hängen.

In kühlen Sommerregionen reifen die Hülsen nicht jedes Jahr vollständig aus. In wärmeren Gebieten können Sämlinge auftreten. Diese sind genetisch unterschiedlich und dürfen nicht als ‘Ernest Wilson’ bezeichnet werden.

Besonderheiten und Kulturgeschichte

Ernest Henry Wilson entdeckte 1918 im Innenhof des Chosen Hotels in Seoul einen Seidenbaum, obwohl er die Art bis dahin nicht aus dem vergleichsweise kühlen Zentralkorea kannte. Er sammelte Samen und sandte sie an das Arnold Arboretum bei Boston.

Die Aussaat wurde 1919 als Akzession aufgenommen. Einer der Sämlinge kam 1923 in den Explorer’s Garden des Arboretums. Dort überstand er die kalten Winter Neuenglands, während frühere Kulturversuche mit anderen Herkünften gescheitert waren. Der inzwischen mehr als einhundertjährige Baum steht dort noch immer.

Wegen seiner ungewöhnlichen Frosthärte, seines niedrigen Wuchses, der kräftigen Blütenfarbe und seiner für einen Seidenbaum bemerkenswerten Langlebigkeit wurde er 1968 als Albizia julibrissin ‘Ernest Wilson’ benannt.

Die Sorte muss vegetativ, beispielsweise durch Stecklinge oder Veredelung, vermehrt werden. Samen vom Originalbaum ergeben lediglich Nachkommen der Sorte. Werden Pflanzen als „E. H. Wilson Seedling“ oder als Sämlinge dieser Herkunft angeboten, können Wuchs, Blütenfarbe und Winterhärte deutlich abweichen. Bei kaum einem Seidenbaum lohnt sich deshalb die Frage nach der Vermehrungsmethode so sehr wie hier – ein berühmter Großvater macht eben noch keinen identischen Enkel.

Standort und Pflege

Ideal ist ein vollsonniger, warmer und vor kalten Winden geschützter Standort. Eine nach Süden oder Westen ausgerichtete Lage unterstützt die Ausreifung der jungen Triebe und die Bildung der Blütenknospen.

Der Boden sollte locker, tiefgründig und sehr gut durchlässig sein. Sandige, lehmige und auch kalkhaltige Böden werden vertragen. Ein mäßig humoser Boden ist günstig, eine besonders nährstoffreiche Erde jedoch nicht erforderlich. Zu starke Düngung fördert weiche, spät ausreifende Triebe und kann dadurch die Frostempfindlichkeit erhöhen.

Junge Pflanzen benötigen während der Anwachsphase regelmäßig Wasser. Eingewachsene Exemplare überstehen zeitweise Trockenheit, entwickeln sich bei gelegentlichem, gründlichem Wässern während längerer Sommertrockenheit jedoch besser. Staunässe ist besonders im Winter problematisch.

Die Pflanze bildet früh kräftige, tief reichende Wurzeln und sollte möglichst jung an ihren endgültigen Platz gesetzt werden. Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht erforderlich. Erfrorene Triebspitzen werden erst im späten Frühjahr entfernt, wenn der Neuaustrieb deutlich erkennbar ist. Da Seidenbäume spät austreiben, sollte die Gartenschere nicht vorschnell das Ableben feststellen.

Klimatische Aspekte

WHZ: 6–9

‘Ernest Wilson’ gehört zu den frosthärtesten bekannten Auslesen des Seidenbaums. Der ursprüngliche Baum hat mehr als ein Jahrhundert im Klima von Boston überstanden. Das belegt eine außergewöhnliche Kältetoleranz dieses einzelnen Klons, ist jedoch keine Garantie dafür, dass jede unter diesem Namen gehandelte Pflanze gleich frosthart ist.

Junge Pflanzen sowie noch nicht vollständig ausgereifte Jahrestriebe bleiben empfindlicher. In den ersten Standjahren sind ein geschützter Wurzelbereich und eine lockere Abdeckung bei starken Frösten sinnvoll. Ebenso wichtig sind ein warmer Sommer und ein Boden, der während des Winters nicht vernässt.

Problematisch können längere milde Winterabschnitte mit anschließendem starkem Frost sein. Der RHS stuft die Sorte deshalb für das feuchte britische Klima vorsichtig mit H4 ein. In kontinentaleren Lagen mit warmen Sommern, zuverlässig kalter Winterruhe und gut drainiertem Boden kann sie deutlich tiefere Temperaturen überstehen.

Praxistipp

‘Ernest Wilson’ eignet sich besonders als Solitär für einen warmen Innenhof, einen geschützten Vorgarten oder eine sonnige Terrasse. Wegen der später breit ausladenden Krone sollten mindestens fünf bis sechs Meter seitlicher Raum eingeplant werden. Eine Pflanzung in kleinen Gruppen ist dagegen wenig sinnvoll, weil sich die schirmförmigen Kronen später gegenseitig bedrängen.

Warum verzichten wir auf Begriffe zu Insekten und Co.?
Die rechtlichen Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen haben sich deutlich verschärft. Viele Begriffe, die im Gartenbau seit Jahrzehnten verwendet werden, setzen heute nachvollziehbare und belastbare Nachweise voraus. Einheitliche Bewertungsgrundlagen stehen für viele dieser Aussagen derzeit jedoch noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Aus Vorsicht verzichten wir deshalb bewusst auf pauschale Kennzeichnungen wie „bienenfreundlich“, „insektenfreundlich“, „Schmetterlingspflanze“ oder „heimisch“ und beschreiben unsere Pflanzen stattdessen anhand ihrer botanischen Eigenschaften.Sobald belastbare und allgemein anerkannte Bewertungsgrundlagen verfügbar sind, werden wir diese selbstverständlich in unsere Pflanzeninformationen einfließen lassen.

Wesentliche Eigenschaften

Blütenfarbe

Blütenfarbe
    rosa

Blütezeit

Blütezeit
    Juli

Früchte

Besonderes

Besonderes 1
    Hummel und/oder Bienenweide

Boden

Boden 1
    sandig
Boden 2
    lehmig
Boden 3
    durchlässig

Standort

Standort 1
    sonnig
Standort 2
    windgeschützt
Albizia julibrissin 'Ernest Wilson' - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten
Albizia julibrissin 'Ernest Wilson' - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten

Alle Pflanzenbeschreibungen auf dieser Website basieren auf sorgfältig recherchierten Informationen aus internationalen, überwiegend englischsprachigen Fachquellen.Dabei werden botanische, ökologische und gärtnerische Aspekte mit besonderem Augenmerk auf Herkunft, Standortansprüche, Wuchsverhalten und kulturgeschichtliche Bedeutung zusammengetragen.
Die Hauptquellen umfassen:
- Royal Horticultural Society (RHS) – Großbritanniens führende Gartenbaugesellschaft, deren Pflanzenverzeichnisse und Datenbanken wissenschaftlich fundierte Informationen zu Kultur, Pflege und Standortbedingungen bieten.
- Missouri Botanical Garden (MBG) – Eine der ältesten botanischen Einrichtungen der USA, bekannt für ihre umfangreichen Pflanzenbeschreibungen und Datenbanken (Plant Finder).
- United States Department of Agriculture (USDA) – Plants Database – Offizielle Quelle für Verbreitungsgebiete, Klimazonen (Hardiness Zones) und Standortdaten nordamerikanischer Pflanzenarten.
- Trees and Shrubs Online – Eine internationale, von Fachbotanikern gepflegte Plattform für Gehölzkunde, mit detaillierten Angaben zu Wuchs, Ökologie und Verwendung.
- Various Asian Botanical Sources – Wissenschaftliche Veröffentlichungen und universitäre Datenbanken aus Japan, China und Korea, die ergänzende Informationen zu asiatischen Arten liefern, insbesondere zu Herkunft und Standortansprüchen.
- eigene Erfahrungen in unserem Arboretum und Erzählungen/Erfahrungen von Kunden

Alle Angaben werden mit größter Sorgfalt geprüft und nach aktuellem Stand der internationalen botanischen Literatur wiedergegeben.Trotzdem kann es aufgrund regionaler Klimaunterschiede oder individueller Standortbedingungen zu Abweichungen in Wuchsform, Blütezeit oder Winterhärte kommen.

Wie Sie Ihre Pflanzen erhalten

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