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Fotos
Alle hier abgebildeten Fotos stellen lediglich einen Teil der Pflanzenbeschreibung dar. Es ist NICHT die angebotene Pflanze. Das Gewicht der Pflanze wird immer variieren, je nach Feuchtigkeit und kann deshalb nicht angezeigt werden
Info zur Pflanze
Beschreibung
Die Sorte ‘Viking’ gehört zu den großfrüchtigen Kulturaronien aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Im Pflanzenhandel wird sie überwiegend als Aronia melanocarpa ‘Viking’ angeboten. Nach neueren genetischen und morphologischen Untersuchungen ist eine Einordnung als Aronia mitschurinii ‘Viking’ jedoch genauer. Der derzeit von Kew akzeptierte Name für diese Kulturaronie lautet × Sorbaronia fallax; auch die Bezeichnung × Sorbaronia fallax ‘Viking’ ist daher möglich.
Bei diesen Pflanzen handelt es sich nicht um reine Auslesen der nordamerikanischen Schwarzen Apfelbeere. Sie gehen auf eine großfrüchtige, in Eurasien entstandene Kulturform zurück, an deren Erbgut Aronia melanocarpa und die Gewöhnliche Eberesche Sorbus aucuparia beteiligt sind. Die Kulturaronie unterscheidet sich von der nordamerikanischen Wildart unter anderem durch kräftigere Triebe, größere Blätter und deutlich größere Früchte.
‘Viking’ wurde in Finnland aus Kulturmaterial nicht vollständig dokumentierter Herkunft ausgewählt. Die Sorte ist seit spätestens Ende der 1970er-Jahre in finnischen Sammlungen nachgewiesen. Ihr genetischer Hintergrund reicht jedoch wahrscheinlich bis zu den russischen Aronia-Auslesen des frühen 20. Jahrhunderts zurück.
Das natürliche Verbreitungsgebiet der am stärksten beteiligten Elternart Aronia melanocarpa liegt im östlichen Nordamerika und reicht vom östlichen Kanada bis in die nördlichen, zentralen und östlichen Vereinigten Staaten. ‘Viking’ selbst besitzt dagegen kein natürliches Verbreitungsgebiet.
Der deutsche Name Apfelbeere bezieht sich auf die kleinen apfelähnlichen Früchte. Botanisch sind es keine Beeren, sondern Kern- beziehungsweise Apfelfrüchte. Der Namensbestandteil „Schwarze“ beschreibt ihre dunkelviolette bis nahezu schwarze Färbung bei der Reife.
Wuchs und Blätter
‘Viking’ wächst als sommergrüner, mehrtriebiger Strauch mit zunächst aufrechten, später zunehmend breit auseinanderstrebenden Zweigen. Gewöhnlich erreicht er etwa 1,5 bis 2 Meter Höhe und eine ähnliche Breite. Ungeschnittene ältere Pflanzen können an günstigen Standorten auch über 2 Meter hoch und deutlich breiter werden.
Neue Triebe entstehen vor allem aus der Strauchbasis. Dadurch entwickelt sich im Laufe der Jahre ein kräftiger, dicht aufgebauter Strauch. Eine unkontrollierte Ausbreitung durch lange Wurzelausläufer ist bei ‘Viking’ gewöhnlich weniger ausgeprägt als bei manchen Formen der nordamerikanischen Wildart.
Die wechselständig angeordneten Blätter sind elliptisch bis verkehrt-eiförmig und etwa 5 bis 9 Zentimeter lang. Ihr Rand ist fein gesägt. Die Oberseite erscheint glänzend dunkelgrün, während die Unterseite etwas heller bleibt. Typisch für Aronia sind kleine dunkle Drüsen entlang der Mittelrippe auf der Blattoberseite.
Im Herbst verfärbt sich das Laub bei ausreichender Sonneneinstrahlung in kräftige orangefarbene, scharlachrote bis dunkelweinrote Töne. Im Halbschatten fällt die Herbstfärbung meist weniger intensiv aus.
Blüte
Die Blütezeit liegt in Mitteleuropa überwiegend im Mai und kann sich in kühleren Regionen bis Anfang Juni erstrecken. Da die Pflanzen verhältnismäßig spät austreiben und blühen, sind die Blüten weniger spätfrostgefährdet als die vieler früh blühender Obstarten.
Die kleinen Einzelblüten stehen in flachen bis leicht gewölbten Schirmrispen. Eine solche Schirmrispe kann aus etwa 15 bis 30 Blüten bestehen. Botanisch handelt es sich nicht um echte Dolden, auch wenn die Blütenstände auf den ersten Blick doldenartig wirken.
Jede Blüte besitzt fünf weiße, gelegentlich schwach rosafarben überhauchte Kronblätter. Im Zentrum stehen zahlreiche Staubblätter, deren Staubbeutel anfangs rosa bis rötlich gefärbt sein können. Die Blüten können einen leichten, etwas herben Duft entwickeln.
‘Viking’ gilt als selbstfruchtbar, sodass bereits eine einzelne Pflanze Früchte ansetzen kann. Ein zweiter Strauch ist für die Fruchtbildung nicht zwingend erforderlich.
Früchte
Die Früchte reifen gewöhnlich von Ende August bis September. Sie sind rundlich, dunkelviolett bis nahezu schwarz und besitzen häufig eine glänzende oder schwach bereifte Oberfläche.
Bei Sortenversuchen erreichten die Früchte von ‘Viking’ etwa 12,8 bis 16,2 Millimeter Durchmesser; der Mittelwert lag bei rund 14,4 Millimetern. Das durchschnittliche Fruchtgewicht beträgt ungefähr ein Gramm. Damit sind sie deutlich größer als die Früchte vieler wild wachsender Formen von Aronia melanocarpa.
Botanisch handelt es sich um kleine Apfelfrüchte. Am Fruchtende bleibt der eingesenkte, fünfteilige Kelch sichtbar. Das tief dunkelrote bis violette Fruchtfleisch enthält mehrere kleine Samen und liefert einen stark färbenden Saft.
Die Früchte können bereits äußerlich schwarz erscheinen, bevor sie ihre endgültige Reife erreicht haben. In den folgenden Wochen nehmen Fruchtgewicht, Saftgehalt und Zuckergehalt noch zu, während sich auch die Zusammensetzung der Farbstoffe verändert. Die Farbe allein ist deshalb kein zuverlässiges Zeichen für den besten Erntezeitpunkt.
Vollreife Früchte schmecken säuerlich, herb und deutlich adstringierend. Das dabei entstehende trockene oder zusammenziehende Mundgefühl wird vor allem durch Gerbstoffe beziehungsweise Proanthocyanidine verursacht. Es ist nicht mit einem bitteren Geschmack gleichzusetzen.
Die Früchte lassen sich zu Saft, Sirup, Gelee, Konfitüre, Fruchtaufstrich, Wein oder Likör verarbeiten. Sie können außerdem getrocknet, eingefroren oder zu Pulver verarbeitet und mit milderen beziehungsweise süßeren Früchten kombiniert werden.
Aroniafrüchte enthalten verschiedene Polyphenole. Dazu gehören vor allem Anthocyane, Proanthocyanidine, Chlorogensäuren und Quercetinverbindungen. Der Gehalt hängt jedoch deutlich von Sorte, Witterung, Standort, Erntezeitpunkt und Verarbeitung ab. Die verbreitete Bezeichnung „Superfood“ ist keine botanische oder ernährungswissenschaftlich festgelegte Kategorie und wird daher für die Beschreibung nicht benötigt.
Besonderheiten und Kulturgeschichte
Die nordamerikanische Aronia melanocarpa gelangte im 19. Jahrhundert nach Europa. In Russland beschäftigte sich der Pflanzenzüchter Iwan Wladimirowitsch Mitschurin um die Wende zum 20. Jahrhundert mit Aronia und verschiedenen Kreuzungen innerhalb der Rosengewächse. Aus diesem Kultur- und Züchtungsmaterial entwickelte sich die heute als Aronia mitschurinii bezeichnete großfrüchtige Kulturaronie.
Die modernen Fruchtsorten ‘Viking’, ‘Nero’, ‘Aron’ und ‘Galicjanka’ sind genetisch eng miteinander verwandt. Untersuchungen konnten zwischen mehreren dieser Sorten nur geringe Unterschiede feststellen. Ihre großen, einheitlich reifenden Früchte machten sie besonders für den erwerbsmäßigen Anbau geeignet.
‘Viking’ wurde in Finnland ausgewählt und anschließend vor allem in Nord- und Osteuropa verbreitet. Die Früchte wurden dort zur Herstellung von Säften, Konzentraten, Fruchtaufstrichen und stark färbenden Lebensmittelzutaten genutzt. Insbesondere der dunkelviolette Saft war für die Lebensmittelverarbeitung von Interesse.
Für die nordamerikanische Wildart sind auch traditionelle Nutzungen dokumentiert. Bei den Abenaki dienten die Früchte als Nahrungsmittel. Von den Potawatomi ist ein Aufguss aus den Früchten zur Anwendung bei Erkältungen überliefert. Diese ethnobotanischen Angaben beziehen sich auf die nordamerikanische Wildart und nicht unmittelbar auf die später in Eurasien entstandene Sorte ‘Viking’. Sie sind kulturgeschichtlich zu verstehen und stellen keine medizinische Empfehlung dar.
Standort und Pflege
Geeignet ist ein sonniger bis halbschattiger Standort. In voller Sonne entwickelt ‘Viking’ gewöhnlich die kräftigste Herbstfärbung und den besten Fruchtansatz. Im Halbschatten wächst der Strauch ebenfalls zuverlässig, kann dort aber lockerer bleiben und weniger Früchte tragen.
Die Sorte besitzt eine breite Bodentoleranz. Günstig sind humose, nährstoffhaltige und gleichmäßig frische bis mäßig feuchte Böden. Schwach saure bis neutrale Substrate werden bevorzugt, doch werden auch mäßig kalkhaltige Gartenböden vertragen.
Lehmige und zeitweise feuchte Böden sind grundsätzlich geeignet. Auch vorübergehende Vernässung wird besser vertragen als von vielen anderen Obstgehölzen. Dauerhaft luftlose, tief verschlämmte Böden sind dennoch ungünstig. Auf schweren Standorten sollte zumindest ein langsamer Wasserabzug möglich sein.
In den ersten Standjahren sollte während längerer Trockenperioden durchdringend gewässert werden. Eingewachsene Sträucher überstehen vorübergehende Trockenheit, für gleichmäßig große und saftreiche Früchte benötigen sie während der Fruchtentwicklung jedoch ausreichend Bodenfeuchtigkeit.
Ein regelmäßiger starker Rückschnitt ist bei jungen Pflanzen nicht erforderlich. Erst wenn der Strauch im Inneren sehr dicht wird oder die älteren Triebe nur noch kurze Zuwächse bilden, sollte ausgelichtet werden.
Dazu werden im ausgehenden Winter oder zeitigen Frühjahr einzelne der ältesten Triebe unmittelbar über dem Boden entfernt. Auf diese Weise wird der Aufbau junger Grundtriebe gefördert, ohne den gesamten Strauch gleichzeitig seiner fruchttragenden Zweige zu berauben. Ein bloßes Einkürzen aller Triebspitzen führt dagegen leicht zu dichter Verzweigung und erschwert später die Ernte.
Klimatische Aspekte
‘Viking’ wird überwiegend den USDA-Winterhärtezonen 3 bis 8 zugeordnet. Eingewachsene Pflanzen sind damit in nahezu allen Regionen Mitteleuropas zuverlässig winterhart. Temperaturen von weniger als −30 °C werden bei vollständig ausgereiftem Holz gewöhnlich vertragen.
Ein besonderer Winterschutz ist nach erfolgreichem Einwurzeln nicht erforderlich. Frisch gepflanzte Exemplare profitieren im ersten Winter von einer lockeren Mulchschicht über dem Wurzelbereich. Pflanzen in Gefäßen sind stärker gefährdet, weil der Topfballen schneller vollständig durchfriert.
Durch die vergleichsweise späte Blüte ist das Risiko schwerer Spätfrostschäden geringer als bei früh blühenden Obstarten. Bereits geöffnete Blüten sind jedoch nicht vollständig frostunempfindlich.
Sommerliche Wärme wird gut vertragen, sofern ausreichend Bodenfeuchtigkeit vorhanden ist. Eingewachsene Sträucher können zeitweise Trockenheit überstehen, doch anhaltende Hitze in Verbindung mit trockenem Boden kann zu kleineren Früchten, vorzeitigem Blattfall und einer schwächeren Herbstfärbung führen. Für den Fruchtertrag ist ‘Viking’ daher keine ausgesprochene Pflanze für dauerhaft heiße, trockene Standorte.
Praxistipp
Mit der Ernte sollte nicht automatisch begonnen werden, sobald die Früchte schwarz geworden sind. Häufig verbessern sich Gewicht, Saftgehalt und Geschmack noch über mehrere Wochen. Sinnvoll ist eine Probefrucht: Löst sie sich leicht, ist das Fruchtfleisch durchgehend dunkel gefärbt und schmeckt nicht mehr unreif-sauer, kann geerntet werden.
Warum verzichten wir auf Begriffe zu Insekten und Co.?
Die rechtlichen Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen haben sich deutlich verschärft. Viele Begriffe, die im Gartenbau seit Jahrzehnten verwendet werden, setzen heute nachvollziehbare und belastbare Nachweise voraus. Einheitliche Bewertungsgrundlagen stehen für viele dieser Aussagen derzeit jedoch noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Aus Vorsicht verzichten wir deshalb bewusst auf pauschale Kennzeichnungen wie „bienenfreundlich“, „insektenfreundlich“, „Schmetterlingspflanze“ oder „heimisch“ und beschreiben unsere Pflanzen stattdessen anhand ihrer botanischen Eigenschaften.Sobald belastbare und allgemein anerkannte Bewertungsgrundlagen verfügbar sind, werden wir diese selbstverständlich in unsere Pflanzeninformationen einfließen lassen.
Wesentliche Eigenschaften
Blütenfarbe
-
cremeweiß
Blütezeit
-
April
Früchte
Besonderes
Boden
-
feucht
-
frisch
Standort
-
sonnig bis halbschattig
Alle Pflanzenbeschreibungen auf dieser Website basieren auf sorgfältig recherchierten Informationen aus internationalen, überwiegend englischsprachigen Fachquellen.Dabei werden botanische, ökologische und gärtnerische Aspekte mit besonderem Augenmerk auf Herkunft, Standortansprüche, Wuchsverhalten und kulturgeschichtliche Bedeutung zusammengetragen.
Die Hauptquellen umfassen:
- Royal Horticultural Society (RHS) – Großbritanniens führende Gartenbaugesellschaft, deren Pflanzenverzeichnisse und Datenbanken wissenschaftlich fundierte Informationen zu Kultur, Pflege und Standortbedingungen bieten.
- Missouri Botanical Garden (MBG) – Eine der ältesten botanischen Einrichtungen der USA, bekannt für ihre umfangreichen Pflanzenbeschreibungen und Datenbanken (Plant Finder).
- United States Department of Agriculture (USDA) – Plants Database – Offizielle Quelle für Verbreitungsgebiete, Klimazonen (Hardiness Zones) und Standortdaten nordamerikanischer Pflanzenarten.
- Trees and Shrubs Online – Eine internationale, von Fachbotanikern gepflegte Plattform für Gehölzkunde, mit detaillierten Angaben zu Wuchs, Ökologie und Verwendung.
- Various Asian Botanical Sources – Wissenschaftliche Veröffentlichungen und universitäre Datenbanken aus Japan, China und Korea, die ergänzende Informationen zu asiatischen Arten liefern, insbesondere zu Herkunft und Standortansprüchen.
- eigene Erfahrungen in unserem Arboretum und Erzählungen/Erfahrungen von Kunden
Alle Angaben werden mit größter Sorgfalt geprüft und nach aktuellem Stand der internationalen botanischen Literatur wiedergegeben.Trotzdem kann es aufgrund regionaler Klimaunterschiede oder individueller Standortbedingungen zu Abweichungen in Wuchsform, Blütezeit oder Winterhärte kommen.
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