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Fotos
Alle hier abgebildeten Fotos stellen lediglich einen Teil der Pflanzenbeschreibung dar. Es ist NICHT die angebotene Pflanze. Das Gewicht der Pflanze wird immer variieren, je nach Feuchtigkeit und kann deshalb nicht angezeigt werden
Info zur Pflanze
Beschreibung
Berberis darwinii ist ein immergrüner Strauch aus der Familie der Berberitzengewächse (Berberidaceae). Das natürliche Verbreitungsgebiet reicht vom mittleren und südlichen Chile bis in den Süden Argentiniens. Die Art kommt vor allem in den gemäßigten, niederschlagsreichen Regionen des südlichen Südamerikas vor.
Besiedelt werden lichte und geschlossene Wälder, Waldränder, Gebüsche, Schluchten und Berghänge. In den feuchten Wäldern Südchiles wächst die Art teilweise im Unterwuchs, sie kommt jedoch auch an offeneren Standorten vor. Das Höhenspektrum reicht vom Tiefland bis in montane Lagen.
In Chile ist die Pflanze unter Namen wie Michay, Mechay oder Quelung bekannt. Diese Bezeichnungen werden regional allerdings auch für andere Berberitzenarten verwendet. Der deutsche Name Darwins Berberitze und das Artepitheton darwinii erinnern an Charles Darwin, der die Pflanze 1835 während der Reise mit der HMS Beagle in Südamerika sammelte.
Wuchs und Blätter
Die Darwins Berberitze entwickelt einen dicht verzweigten, breit aufrechten bis bogig überhängenden Wuchs. Junge Pflanzen bleiben zunächst verhältnismäßig kompakt. Mit zunehmendem Alter breiten sich die Zweige stärker seitlich aus.
Unter mitteleuropäischen Gartenbedingungen erreicht der Strauch gewöhnlich etwa 1,5 bis 3 Meter Höhe. In milden, niederschlagsreichen Regionen können ältere Exemplare 2,5 bis 4 Meter hoch und ähnlich breit werden. Die häufig angegebene Endhöhe von 1,5 bis 2 Metern beschreibt daher eher eine jüngere oder regelmäßig geschnittene Pflanze.
Die jungen Zweige sind häufig rötlich braun behaart. An den Trieben sitzen kräftige, meist drei- bis siebenteilige Dornen. Zusätzlich besitzen die Blätter mehrere spitze Zähne. Ein dichter, älterer Strauch bildet dadurch ein ausgesprochen wehrhaftes Astwerk.
Die kleinen, immergrünen Blätter stehen wechselständig, erscheinen an den Kurztrieben jedoch häufig büschelig zusammengedrängt. Sie werden etwa 1,2 bis 3 Zentimeter lang und sind eiförmig, verkehrt-eiförmig bis annähernd rautenförmig. Ihre feste, ledrige Blattspreite ist auf der Oberseite dunkelgrün und glänzend, auf der Unterseite heller. Am Blattrand sitzen gewöhnlich drei bis mehrere auffällige, dornige Zähne.
Junge Blätter können bronzefarben bis rötlich überhaucht austreiben. Das ältere Laub bleibt auch im Winter erhalten, kann an ungeschützten Standorten aber durch Frost, Wintersonne und kalten Wind geschädigt werden.
Blüte
Die Hauptblüte beginnt in Mitteleuropa gewöhnlich im April und reicht bis in den Mai. In sehr milden Lagen können sich erste Blüten bereits im März öffnen. Vereinzelt erscheint im Spätsommer oder Herbst eine schwächere Nachblüte.
Die kleinen Einzelblüten stehen in hängenden, meist 3 bis 7 Zentimeter langen Trauben. Besonders kräftige Blütenstände können noch länger werden. Die Blüten sind kräftig goldgelb bis orangegelb gefärbt und häufig außen rötlich überhaucht. Auch die Blütenstiele und Knospen können einen roten Farbton besitzen.
Durch die zahlreichen dicht stehenden Blütentrauben können die Zweige während der Hauptblüte nahezu vollständig gelb-orange erscheinen. In tiefem Schatten fällt die Blüte deutlich schwächer aus. Ein leichter Duft wird gelegentlich beschrieben, ist jedoch nicht bei jeder Pflanze gleichermaßen wahrnehmbar.
Früchte
Nach der Blüte entstehen kleine, rundliche bis schwach ovale Beeren. Sie sind zunächst grün und verfärben sich während der Reife dunkelviolett, pflaumenfarben bis blauschwarz. Häufig liegt auf ihrer Oberfläche ein heller, wachsartiger Belag.
Die einzelnen Früchte werden etwa 5 bis 8 Millimeter groß und enthalten mehrere Samen. Ihre Reifezeit liegt je nach Witterung zwischen Hochsommer und frühem Herbst.
Die Früchte verschiedener südamerikanischer Berberitzen wurden in Patagonien traditionell gesammelt und verarbeitet. Auch für Berberis darwinii ist eine solche Nutzung dokumentiert. Die kleinen Früchte sind jedoch säuerlich, gerbstoffreich und enthalten im Verhältnis zum Fruchtfleisch viele Samen. Diese kulturgeschichtliche Nutzung ist nicht als allgemeine Empfehlung zum Verzehr von Früchten aus Gartenpflanzungen zu verstehen.
Besonderheiten und Kulturgeschichte
Charles Darwin sammelte die Art 1835 während seiner Reise durch Südamerika. William Jackson Hooker beschrieb sie 1844 wissenschaftlich und benannte sie nach Darwin.
Darwin selbst führte die Pflanze jedoch nicht als lebendes Garten- oder Baumschulgehölz nach Europa ein. Dies gelang dem für die englische Baumschule Veitch tätigen Pflanzensammler William Lobb. Er brachte Pflanzen beziehungsweise Saatgut von der chilenischen Insel Chiloé mit; 1849 gelangte die Art in die britische Gartenkultur.
Aufgrund ihrer immergrünen Belaubung, der auffälligen Frühjahrsblüte und des dichten, dornenreichen Wuchses wurde sie anschließend als Solitär, Hintergrundgehölz und Heckenpflanze verbreitet. Die Art eignet sich besonders für frei wachsende Schutz- und Begrenzungshecken. Für regelmäßig begangene schmale Wege ist sie wegen ihrer Dornen weniger günstig.
Standort und Pflege
Geeignet ist ein sonniger bis halbschattiger Standort. In voller Sonne wächst die Darwins Berberitze gewöhnlich dichter und bildet besonders viele Blüten und Früchte. Voraussetzung ist dort ein Boden, der während längerer sommerlicher Trockenperioden nicht vollständig austrocknet.
Im Halbschatten wächst die Art ebenfalls zuverlässig. Mit zunehmender Beschattung werden die Triebe jedoch länger, der Strauch lockerer und die Blüte schwächer. Vollständig dunkle und gleichzeitig trockene Standorte unter stark wurzelnden Großgehölzen sind weniger geeignet, als die gelegentlich verwendete Bezeichnung „Schattengehölz“ vermuten lässt.
An den pH-Wert stellt die Art nur geringe Ansprüche. Sie wächst auf sauren, neutralen und mäßig alkalischen Böden und verträgt sowohl sandige als auch lehmige und tonhaltige Substrate. Günstig ist ein humoser, frischer bis mäßig feuchter Boden, aus dem überschüssiges Wasser abziehen kann.
Dauerhaft vernässte und sauerstoffarme Böden werden nicht vertragen. Auf schweren Standorten sollte besonders während des Winters ein ausreichender Wasserabzug gewährleistet sein.
Junge Pflanzen sollten während längerer Trockenperioden gründlich gewässert werden. Eingewachsene Sträucher können zeitweilige Trockenheit überstehen. Auf dauerhaft trockenen Böden bleiben sie jedoch häufig kleiner, entwickeln ein lichteres Laub und bilden weniger Blüten.
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht zwingend erforderlich. Abgestorbene, beschädigte oder ungünstig stehende Zweige können nach der Blüte entfernt werden. Soll der Strauch kompakter bleiben, werden zu lange Triebe ebenfalls unmittelbar nach dem Verblühen eingekürzt. Ein Schnitt im Winter würde einen Teil der bereits angelegten Blütenknospen entfernen.
Sehr alte oder stark aus der Form geratene Sträucher sollten besser schrittweise über mehrere Jahre ausgelichtet werden. Dabei werden jeweils einige der ältesten Triebe tief herausgenommen. Wegen der zahlreichen Dornen sind feste Handschuhe und ausreichend lange Kleidung ausgesprochen empfehlenswert.
Klimatische Aspekte
Oregon State University führt Berberis darwinii ab USDA-Winterhärtezone 7. Die Royal Horticultural Society bewertet die Art mit H5, entsprechend einem ungefähren Temperaturbereich von −15 bis −10 °C. Die Angaben bestätigen eine brauchbare Winterhärte, zeigen aber auch, dass die Pflanze nicht für jede kalte oder stark kontinentale Lage gleichermaßen geeignet ist.
In wintermilden Regionen Mitteleuropas kann die Art dauerhaft ausgepflanzt werden. In kälteren Gegenden sollte sie einen geschützten Platz erhalten, beispielsweise vor einer Mauer, innerhalb eines lichten Gehölzbestandes oder auf der windabgewandten Seite größerer Pflanzen.
Kritisch sind vor allem kalte, austrocknende Ostwinde in Verbindung mit Wintersonne und gefrorenem Boden. Da das Laub auch im Winter Wasser verdunstet, können Blätter und junge Triebe vertrocknen, obwohl die eigentliche Lufttemperatur noch innerhalb des angegebenen Härtebereichs liegt. Ein vor Wintersonne und Wind geschützter Standort ist daher oft wichtiger als eine dicke Abdeckung.
Auch anhaltende Winternässe kann die Widerstandskraft beeinträchtigen. Auf durchlässigen Böden überstehen eingewachsene Pflanzen Frost deutlich zuverlässiger als auf verdichteten, ständig nassen Standorten.
Sommerliche Wärme und vorübergehende Trockenheit werden nach dem Einwurzeln vertragen. Als Art der überwiegend feuchten, gemäßigten Wälder Südamerikas ist Berberis darwinii jedoch kein ausgesprochener Strauch für dauerhaft heiße, trockene und stark aufgeheizte Standorte.
Praxistipp
Die Darwins Berberitze eignet sich als immergrünes Hintergrundgehölz, für breite Gehölzränder und als frei wachsende, schwer durchdringliche Hecke. Für eine Unterpflanzung größerer Bäume sollte der Standort hell genug sein und nicht vollständig austrocknen.
In halbschattigen Pflanzungen lässt sie sich mit Farnen, Helleborus und robusten Waldstauden kombinieren. Dabei sollte von Anfang an genügend Abstand zu Wegen und Pflegebereichen eingeplant werden.
Warum verzichten wir auf Begriffe zu Insekten und Co.?
Die rechtlichen Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen haben sich deutlich verschärft. Viele Begriffe, die im Gartenbau seit Jahrzehnten verwendet werden, setzen heute nachvollziehbare und belastbare Nachweise voraus. Einheitliche Bewertungsgrundlagen stehen für viele dieser Aussagen derzeit jedoch noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Aus Vorsicht verzichten wir deshalb bewusst auf pauschale Kennzeichnungen wie „bienenfreundlich“, „insektenfreundlich“, „Schmetterlingspflanze“ oder „heimisch“ und beschreiben unsere Pflanzen stattdessen anhand ihrer botanischen Eigenschaften.Sobald belastbare und allgemein anerkannte Bewertungsgrundlagen verfügbar sind, werden wir diese selbstverständlich in unsere Pflanzeninformationen einfließen lassen.
Wesentliche Eigenschaften
Blütenfarbe
-
gelb
Blütezeit
-
April
Früchte
Besonderes
-
Hummel und/oder Bienenweide
-
Vogelnahrung
Boden
-
humos
-
feucht
-
durchlässig
Standort
-
sonnig bis halbschattig
Alle Pflanzenbeschreibungen auf dieser Website basieren auf sorgfältig recherchierten Informationen aus internationalen, überwiegend englischsprachigen Fachquellen.Dabei werden botanische, ökologische und gärtnerische Aspekte mit besonderem Augenmerk auf Herkunft, Standortansprüche, Wuchsverhalten und kulturgeschichtliche Bedeutung zusammengetragen.
Die Hauptquellen umfassen:
- Royal Horticultural Society (RHS) – Großbritanniens führende Gartenbaugesellschaft, deren Pflanzenverzeichnisse und Datenbanken wissenschaftlich fundierte Informationen zu Kultur, Pflege und Standortbedingungen bieten.
- Missouri Botanical Garden (MBG) – Eine der ältesten botanischen Einrichtungen der USA, bekannt für ihre umfangreichen Pflanzenbeschreibungen und Datenbanken (Plant Finder).
- United States Department of Agriculture (USDA) – Plants Database – Offizielle Quelle für Verbreitungsgebiete, Klimazonen (Hardiness Zones) und Standortdaten nordamerikanischer Pflanzenarten.
- Trees and Shrubs Online – Eine internationale, von Fachbotanikern gepflegte Plattform für Gehölzkunde, mit detaillierten Angaben zu Wuchs, Ökologie und Verwendung.
- Various Asian Botanical Sources – Wissenschaftliche Veröffentlichungen und universitäre Datenbanken aus Japan, China und Korea, die ergänzende Informationen zu asiatischen Arten liefern, insbesondere zu Herkunft und Standortansprüchen.
- eigene Erfahrungen in unserem Arboretum und Erzählungen/Erfahrungen von Kunden
Alle Angaben werden mit größter Sorgfalt geprüft und nach aktuellem Stand der internationalen botanischen Literatur wiedergegeben.Trotzdem kann es aufgrund regionaler Klimaunterschiede oder individueller Standortbedingungen zu Abweichungen in Wuchsform, Blütezeit oder Winterhärte kommen.
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