Chamaedaphne calyculata, die Sumpfheide, ist in den nördlichen Regionen der Erde verbreitet – von Skandinavien über Grönland bis nach Alaska. Sie besiedelt bevorzugt feuchte, saure Hoch- und Übergangsmoore sowie anmoorige Standorte. Der Name leitet sich aus dem Griechischen ab: chamai bedeutet „niedrig“ oder „am Boden wachsend“, daphne steht für „Lorbeer“ und verweist auf das laubähnliche Erscheinungsbild der Pflanze.
Wuchs & Blätter / Blüte / Früchte
Die Zwergform ‘Nana’ wächst als immergrüner, kompakter Strauch und erreicht eine Höhe von etwa 30–50 cm. Die derben, glänzenden, myrtenähnlichen Blätter bleiben auch im Winter grün.
Von April bis Mai erscheinen zahlreiche kleine, weiße, glockenförmige Blüten in dichten Trauben, die gern von Bienen und Hummeln besucht werden. Die Pflanze bildet unscheinbare Kapselfrüchte, sodass der Zierwert vor allem in Laub und Blüte liegt.
Besonderheit / Verwendung in der Heimat / Kulturgeschichte
In ihrer nordischen Heimat ist die Sumpfheide ein wichtiger Bestandteil natürlicher Moorökosysteme und trägt zur Stabilisierung der Vegetationsdecke bei. Bereits früh wurde sie in europäischen Botanischen Gärten kultiviert, um Moorpflanzengesellschaften authentisch darzustellen.
Die Sorte ‘Nana’ wird heute als winterharte, kompakte Zierform in naturnahen Moor- und Heidegärten geschätzt.
Standort & Pflege
Bevorzugt werden sonnige bis halbschattige Standorte mit feuchten, humosen und stark sauren Böden. Staunässe sollte vermieden werden, gleichmäßige Bodenfeuchte ist jedoch wichtig. Ein dauerhaft kühler Wurzelbereich fördert Vitalität und Blühfreude.
Die Pflege ist minimal: Rückschnitte sind kaum erforderlich, eine Torf- oder Laubmulchschicht hält den Boden feucht und schützt die flachen Wurzeln.
Klimatische Aspekte
Chamaedaphne calyculata ist ausgesprochen frosthart (WHZ 4–7) und übersteht auch lang anhaltende Kälteperioden problemlos. Sie eignet sich daher besonders für Gärten in kühleren Regionen oder höheren Lagen.
Praxistipp
Ideal für Moorbeete, naturnahe Feuchtgärten und kühle Steingärten. In Kombination mit Andromeda polifolia, Vaccinium oxycoccos oder Sarracenia purpurea entsteht ein authentisches nordisches Moorambiente. Die Sumpfheide bleibt ganzjährig dekorativ, ist pflegeleicht und strukturbeständig.










