× Chitalpa tashkentensis ‘Morning Cloud’, die Taschkenter Chitalpa, ist eine künstlich entstandene Kreuzung aus der nordamerikanischen Wüstenweide Chilopsis linearis und dem Nördlichen Trompetenbaum Catalpa speciosa. Als Gartenhybride besitzt sie kein natürliches Verbreitungsgebiet.
Der Name Chitalpa setzt sich aus Teilen der Gattungsnamen Chilopsis und Catalpa zusammen. Das Artepitheton tashkentensis erinnert an den Entstehungsort Taschkent. ‘Morning Cloud’ bedeutet „Morgenwolke“ und passt zu den nahezu weißen, leicht rosa überhauchten Blüten.
Wuchs & Blätter / Blüte / Früchte
‘Morning Cloud’ wächst rasch zu einem sommergrünen Großstrauch oder kleinen Baum heran. Sie verzweigt sich gern nahe der Basis und kann daher sowohl mehrstämmig als auch mit einem einzelnen Hauptstamm erzogen werden. Gegenüber ‘Pink Dawn’ wächst sie meist kräftiger und etwas aufrechter.
Langfristig kann die Sorte etwa 6 bis 9 Meter Höhe und eine stattliche Breite erreichen. Die anfangs aufstrebenden Äste bilden im Alter eine breit ovale bis rundliche Krone.
Die schmal elliptischen bis lanzettlichen Blätter werden etwa 10 bis 20 Zentimeter lang. Ihre Form liegt zwischen den sehr schmalen Blättern der Wüstenweide und dem breiten Laub eines Trompetenbaumes. Eine auffällige Herbstfärbung ist nicht zuverlässig zu erwarten.
Von Juni oder Juli bis in den August erscheinen aufrechte Blütenstände mit zahlreichen trompetenförmigen Einzelblüten. Die Blüten sind weiß bis sehr blassrosa und besitzen einen gelblich aufgehellten Schlund mit purpurfarbenen Linien und Punkten. Bei warmer Witterung können sich bis in den September weitere Blüten öffnen.
‘Morning Cloud’ ist steril und bildet normalerweise keine Fruchtschoten. Die Sorte wird deshalb vegetativ durch Stecklinge vermehrt.
Besonderheit und Kulturgeschichte
Die Chitalpa-Kreuzungen gehen auf den Botaniker Nikolai Fjodorowitsch Rusanow zurück. Er führte sie 1964 im Botanischen Garten der Usbekischen Akademie der Wissenschaften in Taschkent durch – weit entfernt von der nordamerikanischen Heimat beider Ausgangsgattungen.
Im Jahr 1977 gelangten Stecklinge zweier ausgewählter Pflanzen in die USA. Der breit wachsende, rosablühende Klon wurde später ‘Pink Dawn’ genannt; der kräftigere, aufrechtere und fast weiß blühende Klon erhielt den Namen ‘Morning Cloud’. Die Hybridgattung wurde 1991 offiziell als × Chitalpa tashkentensis beschrieben.
Standort und Pflege
Ideal ist ein warmer, vollsonniger Standort. Der Boden sollte mäßig nährstoffreich und gut durchlässig sein. Unterschiedliche Gartenböden und auch kalkhaltige Standorte werden vertragen, sofern überschüssiges Wasser zuverlässig abziehen kann.
Während der Anwachsphase benötigt ‘Morning Cloud’ eine regelmäßige Wasserversorgung. Gut eingewurzelte Pflanzen kommen anschließend auch mit vorübergehender Trockenheit zurecht. Bei lang anhaltender Sommertrockenheit fördern gelegentliche kräftige Wassergaben Wachstum und Blüte.
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht erforderlich. Soll ein einstämmiger Baum entstehen, beginnt die Erziehung bereits bei jungen Pflanzen. Später werden lediglich beschädigte, sich kreuzende oder ungünstig stehende Zweige entfernt.
In Regionen mit feuchten Sommern kann Echter Mehltau auftreten. Ein vollsonniger, luftiger Standort mit genügend Abstand zu anderen Gehölzen ist daher günstig.
Klimatische Aspekte
WHZ: 6–9, in Zone 6 nur für geschützte Lagen
Die Winterhärte hängt stark vom Standort und von der Ausreifung der jungen Triebe ab. In kälteren Regionen empfiehlt sich ein warmer, vor kaltem Wind geschützter Platz mit gut durchlässigem Boden.
Junge Pflanzen profitieren in den ersten Wintern von einer Mulchschicht über dem Wurzelbereich. Warme Sommer fördern sowohl die Blütenbildung als auch das Ausreifen der Triebe.
Praxistipp
‘Morning Cloud’ benötigt trotz ihres zunächst aufrechten Wuchses langfristig viel Platz. Am schönsten entwickelt sie sich als mehrstämmiger Solitär auf einer sonnigen Rasenfläche oder in einem geräumigen Vorgarten. Für kleine Innenhöfe und schmale Pflanzstreifen wird sie auf Dauer zu groß.












