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Hinweise
Vor allem im Frühjahr und Herbst sind die meisten unserer Gehölze für einen besseren Wuchs geschnitten und können von der angegebenen Größe leicht abweichen.
Bitte beachten Sie auch unsere Topfgrößen!
Hinweise
Wir topfen das ganze Jahr über von kleineren in größere Töpfe. Es kann daher durchaus passieren (vor allem in den Sommermonaten), dass Sie einen kleinen Topf bestellen und einen größeren Topf erhalten. Darauf weisen wir in der Regel hin - auch, dass Sie etwas vorsichtig damit umgehen.
Fotos
Alle hier abgebildeten Fotos stellen lediglich einen Teil der Pflanzenbeschreibung dar. Es ist NICHT die angebotene Pflanze. Das Gewicht der Pflanze wird immer variieren, je nach Feuchtigkeit und kann deshalb nicht angezeigt werden
Info zur Pflanze
Beschreibung
Herkunft und Einordnung
Cistus ‘Belle de Jour’ ist eine in Deutschland entstandene Gartenhybride unbekannter Abstammung. Der Literaturwissenschaftler und leidenschaftliche Gärtner Ludwig Fischer entdeckte den Sämling in einer Fuge seiner Klinkerterrasse. Zunächst hielt er das kleine graulaubige Pflänzchen für einen Salbei. Erst mit den ersten Blüten gab es sich eindeutig als Zistrose zu erkennen.
Da in der Nähe verschiedene Zistrosen in Kübeln standen, dürfte es zu einer spontanen Kreuzung gekommen sein. Cistus incanus im weiteren gärtnerischen Sinne hielt Fischer für einen wahrscheinlichen Elternteil; die zweite beteiligte Pflanze blieb unbekannt.
Wuchs und Blätter
‘Belle de Jour’ wächst zunächst kompakt und dicht verzweigt, entwickelt sich mit zunehmendem Alter jedoch zu einem durchaus stattlichen, breitbuschigen Strauch. Meist erreicht sie etwa 60–100 cm Höhe und eine ähnliche Breite. An ausgesprochen günstigen Standorten sind auch etwa 120 cm möglich. Ein winziger Zwerg bleibt sie also nur in ihrer Jugend.
Die immergrünen Blätter sind silbrig bis graugrün, leicht gewellt und weich behaart. Teilweise fühlen sie sich etwas klebrig an. Die dichte Behaarung verringert die Verdunstung und unterstützt die Pflanze während längerer sommerlicher Trockenperioden.
Blüte
Die Hauptblüte beginnt meist im Juni. Je nach Witterung können sich bis in den August hinein weitere Knospen öffnen. Die Blüten sind leuchtend rosa bis leicht purpur- oder blaurosa gefärbt und besitzen die für Zistrosen typischen, etwas zerknittert wirkenden Blütenblätter. In ihrer Mitte stehen zahlreiche goldgelbe Staubblätter.
Die einzelne Blüte öffnet sich am Morgen und fällt häufig bereits am Nachmittag auseinander. Dieser kurze Auftritt wird jedoch durch zahlreiche nachfolgende Knospen ausgeglichen. Während der Hauptblüte kann der Strauch über Wochen hinweg jeden Morgen vollkommen neu aussehen.
Früchte
‘Belle de Jour’ gilt als steril und bildet keine keimfähigen Samen. Für die Gartenwirkung spielt der Fruchtschmuck daher keine Rolle.
Die Sorte lässt sich nur vegetativ, gewöhnlich durch Stecklinge, vermehren. Dadurch bleiben Wuchs, Laubfarbe und Blütenmerkmale der ursprünglichen Pflanze erhalten.
Besonderheiten und Kulturgeschichte
Ludwig Fischer benannte seinen Zufallssämling nach Luis Buñuels berühmtem Film „Belle de Jour“. Der französische Name bedeutet „Schöne des Tages“ und passt recht charmant zu den Blüten, deren Schönheit tatsächlich nur einen Tag – häufig sogar nur einige Stunden – anhält.
Noch bemerkenswerter als die Entstehung in einer Terrassenfuge war ihre Winterhärte. Der ursprüngliche Sämling und später ausgepflanzte Stecklingspflanzen überstanden mehrere Winter ohne Schutz. Daraus entstand der Ruf einer ungewöhnlich robusten Zistrose. Eine Garantie für jeden Standort ist diese Erfahrung allerdings nicht: Selbst robuste Zistrosen haben bei winterlicher Staunässe erstaunlich schnell genug vom mitteleuropäischen Gartenleben.
Zistrosen besitzen außerdem eine sehr alte Duft- und Nutzungsgeschichte. Das als Ladanum bekannte Harz wurde seit der Antike für Räucherwerk, Duftstoffe und traditionelle Zubereitungen verwendet. Gewonnen wurde es jedoch vor allem von Cistus creticus und Cistus ladanifer. Diese Geschichte lässt sich daher nicht unmittelbar auf ‘Belle de Jour’ übertragen.
Auch für Zistrosentee sollte diese Sorte nicht empfohlen werden. Die botanische Zusammensetzung der sterilen Gartenhybride ist nicht untersucht; Angaben über Gerbstoffe, Polyphenole oder eine gesundheitliche Wirkung anderer Zistrosen gelten nicht automatisch für diesen Klon.
Standort und Pflege
Ideal ist ein vollsonniger, warmer und möglichst windgeschützter Platz. Der Boden sollte mineralisch, sandig bis steinig und ausgezeichnet durchlässig sein. Kalkhaltige Substrate werden gut vertragen. Schwere, verdichtete oder im Winter nasse Böden sind ungeeignet.
Eine Frühjahrspflanzung gibt der Zistrose ausreichend Zeit, sich vor dem ersten Winter einzuwurzeln. Junge Pflanzen werden während längerer Trockenphasen gelegentlich gegossen. Gut eingewachsene Exemplare kommen später mit wenig zusätzlichem Wasser aus. Auf regelmäßige Düngung kann verzichtet werden; zu viele Nährstoffe fördern weiche, frostempfindliche Triebe.
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht erforderlich. Frostgeschädigte Zweige werden erst im späten Frühjahr entfernt, wenn der neue Austrieb erkennbar ist. Ein leichter Formschnitt kann unmittelbar nach der Blüte erfolgen. Dabei nur junge, noch belaubte Triebe einkürzen und nicht in altes, kahles Holz schneiden.
Im Kübel benötigt die Pflanze ein mineralisch gelockertes Substrat und einen vollkommen freien Wasserabzug. Das Gefäß sollte ausreichend groß und standfest sein.
Klimatische Aspekte
WHZ: 7–8
‘Belle de Jour gehört zu den frostverträglicheren Garten-Zistrosen. An einem geschützten und wintertrockenen Standort kann sie auch in günstigen Lagen der Zone 7 ausgepflanzt werden. Die tatsächliche Überwinterung hängt jedoch stark von Boden, Wind, Wintersonne und Dauer der Frostperiode ab.
Kritischer als ein kurzer strenger Frost ist häufig die Kombination aus Kälte und dauerhafter Nässe. Junge Pflanzen profitieren in den ersten Wintern von locker aufgelegtem Reisig. Ein dichter und feuchter Winterschutz ist dagegen ungünstig.
In rauen oder niederschlagsreichen Regionen bleibt die Kübelkultur die berechenbarere Lösung. Überwintert wird möglichst hell, kühl und vor starkem Durchfrieren des Wurzelballens geschützt.
Praxistipp
Besonders gut eignet sich ‘Belle de Jour’ für erhöhte Kiesbeete, sonnige Böschungen, Mauerkronen und geschützte Plätze vor einer Südwand. Eine mineralische Mulchschicht hält den Wurzelhals trocken und verhindert, dass Erde an den unteren Zweigen anliegt.
Beim Auspflanzen darf der Wurzelballen ruhig etwas über dem umgebenden Boden stehen.
Warum verzichten wir auf Begriffe zu Insekten und Co.?
Die rechtlichen Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen haben sich deutlich verschärft. Viele Begriffe, die im Gartenbau seit Jahrzehnten verwendet werden, setzen heute nachvollziehbare und belastbare Nachweise voraus. Einheitliche Bewertungsgrundlagen stehen für viele dieser Aussagen derzeit jedoch noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Aus Vorsicht verzichten wir deshalb bewusst auf pauschale Kennzeichnungen wie „bienenfreundlich“, „insektenfreundlich“, „Schmetterlingspflanze“ oder „heimisch“ und beschreiben unsere Pflanzen stattdessen anhand ihrer botanischen Eigenschaften.Sobald belastbare und allgemein anerkannte Bewertungsgrundlagen verfügbar sind, werden wir diese selbstverständlich in unsere Pflanzeninformationen einfließen lassen.
Wesentliche Eigenschaften
Blütenfarbe
-
rosa
Blütezeit
-
Juni
Früchte
Besonderes
-
Schmetterlings/Falterweide
-
Hummel und/oder Bienenweide
Boden
-
kalkhaltig
-
trocken
-
durchlässig
Standort
-
sonnig
-
warm
-
Kübel
Alle Pflanzenbeschreibungen auf dieser Website basieren auf sorgfältig recherchierten Informationen aus internationalen, überwiegend englischsprachigen Fachquellen.Dabei werden botanische, ökologische und gärtnerische Aspekte mit besonderem Augenmerk auf Herkunft, Standortansprüche, Wuchsverhalten und kulturgeschichtliche Bedeutung zusammengetragen.
Die Hauptquellen umfassen:
- Royal Horticultural Society (RHS) – Großbritanniens führende Gartenbaugesellschaft, deren Pflanzenverzeichnisse und Datenbanken wissenschaftlich fundierte Informationen zu Kultur, Pflege und Standortbedingungen bieten.
- Missouri Botanical Garden (MBG) – Eine der ältesten botanischen Einrichtungen der USA, bekannt für ihre umfangreichen Pflanzenbeschreibungen und Datenbanken (Plant Finder).
- United States Department of Agriculture (USDA) – Plants Database – Offizielle Quelle für Verbreitungsgebiete, Klimazonen (Hardiness Zones) und Standortdaten nordamerikanischer Pflanzenarten.
- Trees and Shrubs Online – Eine internationale, von Fachbotanikern gepflegte Plattform für Gehölzkunde, mit detaillierten Angaben zu Wuchs, Ökologie und Verwendung.
- Various Asian Botanical Sources – Wissenschaftliche Veröffentlichungen und universitäre Datenbanken aus Japan, China und Korea, die ergänzende Informationen zu asiatischen Arten liefern, insbesondere zu Herkunft und Standortansprüchen.
- eigene Erfahrungen in unserem Arboretum und Erzählungen/Erfahrungen von Kunden
Alle Angaben werden mit größter Sorgfalt geprüft und nach aktuellem Stand der internationalen botanischen Literatur wiedergegeben.Trotzdem kann es aufgrund regionaler Klimaunterschiede oder individueller Standortbedingungen zu Abweichungen in Wuchsform, Blütezeit oder Winterhärte kommen.
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