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Fotos
Alle hier abgebildeten Fotos stellen lediglich einen Teil der Pflanzenbeschreibung dar. Es ist NICHT die angebotene Pflanze. Das Gewicht der Pflanze wird immer variieren, je nach Feuchtigkeit und kann deshalb nicht angezeigt werden
Info zur Pflanze
Beschreibung
Herkunft und Einordnung
Cistus × tardiflorens, die Spätblühende Zistrose, ist eine außergewöhnliche Gartenhybride aus der Familie der Zistrosengewächse (Cistaceae).
Sie entstand in der südfranzösischen Gärtnerei von Olivier Filippi durch eine gezielte Kreuzung von Cistus halimifolius und Cistus atriplicifolius. Beide Elternarten werden in anderen botanischen Einordnungen auch zur Gattung Halimium gestellt.
Die Hybride wurde 2006 vom französischen Botaniker Jean-Pierre Demoly wissenschaftlich beschrieben. Ihr Name tardiflorens bedeutet sinngemäß „spät blühend“ und verweist auf ihre ungewöhnlich lange Blütezeit.
Besonders auffällig sind die leuchtend gelben Blüten mit ihren kleinen dunkelrotbraunen Flecken und das silbrig graue Laub. Diese Kombination macht die Pflanze zu einer bemerkenswerten Rarität unter den Zistrosen.
Wuchs und Blätter
Cistus × tardiflorens wächst als locker verzweigter, aufrechter bis leicht ausladender, immergrüner Kleinstrauch.
Gewöhnlich erreicht sie eine Höhe von etwa 60–80 cm und eine ähnliche Breite. An besonders günstigen Standorten kann sie sich auch kräftiger entwickeln.
Die schmalen, länglichen Blätter besitzen eine auffällige graugrüne bis silbrig graue Färbung. Besonders bei trockener Witterung erscheint das Laub beinahe silbern.
Durch diese helle Belaubung wirkt der Strauch auch außerhalb seiner Blütezeit sehr dekorativ.
Sein natürlicher, leicht lockerer Wuchs passt besonders schön zu Kiesgärten, sonnigen Böschungen und mediterran gestalteten Pflanzungen.
Blüte und Früchte
Ab Mai erscheinen zahlreiche leuchtend gelbe Blüten, die sich deutlich von dem silbrigen Laub abheben.
Die fünf Blütenblätter besitzen an ihrer Basis kleine dunkelrotbraune bis purpurfarbene Flecken, die einen auffälligen Kontrast zur goldgelben Blütenmitte bilden.
Wie bei vielen Zistrosen sind die einzelnen Blüten nur kurzlebig. Während der Blütezeit öffnen sich jedoch fortlaufend neue Knospen.
Besonders bemerkenswert ist die lange Blühdauer: Nach einer reichen Hauptblüte im Mai und Juni können sich bis Ende Juli und unter günstigen Bedingungen sogar während des weiteren Sommers einzelne neue Blüten entwickeln.
Nach der Blüte können kleine Kapselfrüchte entstehen, die zahlreiche feine Samen enthalten. Der besondere Zierwert liegt jedoch eindeutig in der Blütenfülle und dem silbrigen Laub.
Besonderheiten und Kulturgeschichte
Die Spätblühende Zistrose besitzt eine interessante Entstehungsgeschichte.
Sie wurde in der bekannten südfranzösischen Gärtnerei von Olivier Filippi durch eine gezielte Bestäubung zweier gelb blühender Zistrosenverwandter hervorgebracht.
Der französische Botaniker Jean-Pierre Demoly beschrieb die Kreuzung 2006 unter dem Namen Cistus × tardiflorens.
Eine Besonderheit ist ihre Blütezeit. Während zahlreiche Zistrosen ihre Hauptblüte bereits im Frühjahr abschließen, kann diese Hybride auch später im Sommer noch einzelne Blüten hervorbringen.
Die Kombination aus leuchtend gelben Blüten, dunklen Basalflecken und silbrigem Laub macht sie zu einer außergewöhnlichen Pflanze für Liebhaber mediterraner Gehölze.
Standort und Pflege
Cistus × tardiflorens bevorzugt einen vollsonnigen, warmen Standort mit einem ausgesprochen gut durchlässigen, mineralischen Boden.
Besonders günstig sind magere, steinige oder sandige Substrate, die überschüssiges Wasser schnell ableiten. Grober Sand, Splitt oder Lavagranulat können zur Verbesserung schwererer Böden eingearbeitet werden.
Wichtig ist eine leicht erhöhte Pflanzung. Ein kleiner Hügel, ein erhöhtes Beet oder eine sonnige Hanglage sorgen dafür, dass Regenwasser vom Wurzelbereich ablaufen kann. In Mulden, in denen sich Wasser sammelt, sollte die Pflanze nicht stehen.
Während der Anwachsphase muss regelmäßig gegossen werden, damit sich ein kräftiges Wurzelsystem entwickeln kann. Erst gut eingewachsene Pflanzen vertragen längere Trockenperioden zuverlässig.
Eine starke Düngung ist nicht erforderlich.
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist ebenfalls nicht notwendig. Falls einzelne Triebe eingekürzt werden sollen, empfiehlt sich ein vorsichtiger Formschnitt nach der Hauptblüte. Ein starker Rückschnitt bis ins alte Holz sollte vermieden werden.
Klimatische Aspekte
Cistus × tardiflorens ist bedingt winterhart.
Die französische Gärtnerei Filippi gibt für die Hybride eine Frostverträglichkeit von ungefähr −10 bis −12 °C an. Diese Werte beziehen sich auf günstige Kulturbedingungen und sind nicht als feste Temperaturgrenze zu verstehen.
Besonders wichtig ist ein sehr gut durchlässiger Boden, da anhaltende Winternässe die Pflanze erheblich schädigen kann.
In den ersten beiden Wintern empfiehlt sich ein leichter Schutz mit locker aufgelegtem Reisig, insbesondere gegen kalten Wind und intensive Wintersonne.
In Regionen mit längeren, strengen Frostperioden ist ein besonders geschützter Pflanzplatz erforderlich. Alternativ kann die Pflanze im Kübel hell, kühl und möglichst frostfrei überwintert werden.
Praxistipp
Die Spätblühende Zistrose ist eine besondere Wahl für sonnige Kiesbeete, Steingärten und mediterran gestaltete Pflanzungen.
Ihre goldgelben Blüten mit den kleinen dunklen Flecken harmonieren hervorragend mit Lavendel, Salbei, Rosmarin und silberlaubigen Stauden.
Bei der Pflanzung empfiehlt sich ein kleiner, mineralischer Hügel, der mit grobem Sand, Splitt oder Lavagranulat durchmischt ist. So kann Regenwasser auch im Winter zuverlässig vom Wurzelbereich ablaufen.
Frisch gepflanzte Exemplare sollten bis zum vollständigen Anwachsen regelmäßig gewässert werden. Erst danach lässt sich die Wasserversorgung deutlich reduzieren.
In den ersten beiden Wintern schützt eine lockere Reisigabdeckung vor ungünstiger Winterwitterung. Wichtig ist dabei, dass die Pflanze luftig bleibt und sich unter dem Schutz keine Feuchtigkeit staut.
Zusätzliche Quellen
International Plant Names Index (IPNI) – Cistus × tardiflorens Demoly. Originalveröffentlichung in Acta Botanica Gallica 153(3), Seiten 318–319 (2006), sowie Angaben zum Typusmaterial aus der Gärtnerei Filippi in Mèze, Südfrankreich.
Pépinière Filippi – Cistus × tardiflorens, Fiche technique. Ausführliche Beschreibung der gezielt erzeugten Kreuzung, Blütenfarbe, Blütezeit, silbrigen Belaubung, Wuchsgröße von etwa 80 × 60 cm, Standortansprüchen und Frostverträglichkeit von −10 bis −12 °C.
Mediterranean Gardening France – „Chez Olivier et Clara Filippi“. Beschreibung der gelben Blüten mit purpurfarbenen Flecken sowie der langen Blütezeit von Mai bis in den Sommer.
Warum verzichten wir auf Begriffe zu Insekten und Co.?
Die rechtlichen Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen haben sich deutlich verschärft. Viele Begriffe, die im Gartenbau seit Jahrzehnten verwendet werden, setzen heute nachvollziehbare und belastbare Nachweise voraus. Einheitliche Bewertungsgrundlagen stehen für viele dieser Aussagen derzeit jedoch noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Aus Vorsicht verzichten wir deshalb bewusst auf pauschale Kennzeichnungen wie „bienenfreundlich“, „insektenfreundlich“, „Schmetterlingspflanze“ oder „heimisch“ und beschreiben unsere Pflanzen stattdessen anhand ihrer botanischen Eigenschaften.Sobald belastbare und allgemein anerkannte Bewertungsgrundlagen verfügbar sind, werden wir diese selbstverständlich in unsere Pflanzeninformationen einfließen lassen.
Wesentliche Eigenschaften
Blütenfarbe
-
gelb mit dunklen Flecken
Blütezeit
-
April, Mai, Juni, Juli
Früchte
Besonderes
-
silbrig glänzendes Laub
Boden
-
steinig
Standort
-
sonnig
-
windgeschützt
-
wintertrocken
Alle Pflanzenbeschreibungen auf dieser Website basieren auf sorgfältig recherchierten Informationen aus internationalen, überwiegend englischsprachigen Fachquellen.Dabei werden botanische, ökologische und gärtnerische Aspekte mit besonderem Augenmerk auf Herkunft, Standortansprüche, Wuchsverhalten und kulturgeschichtliche Bedeutung zusammengetragen.
Die Hauptquellen umfassen:
- Royal Horticultural Society (RHS) – Großbritanniens führende Gartenbaugesellschaft, deren Pflanzenverzeichnisse und Datenbanken wissenschaftlich fundierte Informationen zu Kultur, Pflege und Standortbedingungen bieten.
- Missouri Botanical Garden (MBG) – Eine der ältesten botanischen Einrichtungen der USA, bekannt für ihre umfangreichen Pflanzenbeschreibungen und Datenbanken (Plant Finder).
- United States Department of Agriculture (USDA) – Plants Database – Offizielle Quelle für Verbreitungsgebiete, Klimazonen (Hardiness Zones) und Standortdaten nordamerikanischer Pflanzenarten.
- Trees and Shrubs Online – Eine internationale, von Fachbotanikern gepflegte Plattform für Gehölzkunde, mit detaillierten Angaben zu Wuchs, Ökologie und Verwendung.
- Various Asian Botanical Sources – Wissenschaftliche Veröffentlichungen und universitäre Datenbanken aus Japan, China und Korea, die ergänzende Informationen zu asiatischen Arten liefern, insbesondere zu Herkunft und Standortansprüchen.
- eigene Erfahrungen in unserem Arboretum und Erzählungen/Erfahrungen von Kunden
Alle Angaben werden mit größter Sorgfalt geprüft und nach aktuellem Stand der internationalen botanischen Literatur wiedergegeben.Trotzdem kann es aufgrund regionaler Klimaunterschiede oder individueller Standortbedingungen zu Abweichungen in Wuchsform, Blütezeit oder Winterhärte kommen.
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