Clethra alnifolia ‘Rosea’ ist eine alte rosablühende Auslese der Erlenblättrigen Scheineller, die auch als Erlenblättrige Zimterle oder Silberkerzenstrauch bezeichnet wird. Die Wildart stammt aus dem östlichen Nordamerika. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht vom südöstlichen Kanada entlang der Atlantik- und Golfküste bis Florida und in das östliche Texas.
Dort wächst Clethra alnifolia in feuchten Küstenwäldern, sumpfigen Gebüschen, Mooren sowie an Bach-, See- und Teichufern. Die Böden sind meist sauer, sandig oder reich an organischer Substanz und können zeitweise vernässt sein.
Der Gattungsname Clethra geht auf das griechische Wort klēthra für Erle zurück. Auch das Artepitheton alnifolia bedeutet „erlenblättrig“. Der Sortenname ‘Rosea’ bezeichnet die rosa Färbung der Blüten.
Wuchs und Blätter
‘Rosea’ entwickelt sich zu einem aufrechten, dicht verzweigten und im Alter rundlichen Strauch. Sie wächst verhältnismäßig langsam und erreicht gewöhnlich etwa 1,5 bis 2 Meter Höhe sowie 1,2 bis 1,8 Meter Breite. Unter besonders günstigen Bedingungen kann sie etwas größer werden.
Aus den flach verlaufenden Wurzeln können kurze Ausläufer entstehen. Bleiben diese ungestört, verbreitert sich der Strauch allmählich und kann einen lockeren Bestand bilden.
Die wechselständig angeordneten Blätter sind elliptisch bis verkehrt eiförmig, am Rand fein gesägt und mittel- bis dunkelgrün. Ihre Oberfläche ist auffallend glänzend. Im Herbst verfärbt sich das Laub gelb bis goldgelb, gelegentlich auch gelbbraun.
Blüte
Von Juli bis August, in kühleren Lagen mitunter bis in den September, erscheinen aufrechte, schlanke Blütentrauben. Sie werden meist etwa 10 bis 15 Zentimeter, gelegentlich bis ungefähr 20 Zentimeter lang.
Die Knospen sind kräftig dunkelrosa. Beim Öffnen zeigen sich die Blüten hellrosa bis lachsrosa, verblassen während des Aufblühens jedoch zunehmend und erscheinen zum Ende der Blüte nahezu weiß. Dadurch stehen häufig unterschiedlich gefärbte Blüten innerhalb eines Blütenstandes nebeneinander.
Die zahlreichen kleinen Einzelblüten verströmen einen ausgeprägten süßlich-würzigen Duft. Während der Blüte lassen sich an ihnen zahlreiche blütenbesuchende Insekten beobachten.
Früchte
Nach der Blüte entstehen kleine, rundliche Kapselfrüchte. Sie sind zunächst grün, reifen im Herbst braun aus und können bis weit in den Winter an den Zweigen verbleiben.
Ihr Zierwert ist zurückhaltend, nach dem Laubfall verleihen die trockenen Fruchtstände dem Strauch jedoch eine feine Struktur. Die entfernt an Pfefferkörner erinnernden Kapseln erklären den amerikanischen Namen „Sweet Pepperbush“. Als Gewürz werden sie nicht verwendet.
Besonderheiten und Kulturgeschichte
‘Rosea’ gehört zu den ältesten rosablühenden Gartenformen von Clethra alnifolia. Sie wurde 1906 in den Gartenbau eingeführt. Über ihren genauen Entstehungsort und die Person, die sie ursprünglich auswählte, liegen keine eindeutigen Angaben vor.
Kennzeichnend sind die dunkelrosa Knospen, die hellrosa bis lachsrosa aufblühenden Blüten und das glänzende Laub. Von der ebenfalls rosablühenden ‘Pink Spires’ unterscheidet sie sich vor allem dadurch, dass ihre Blüten im Verlauf des Aufblühens fast weiß werden. ‘Pink Spires’ bewahrt ihre rosa Färbung wesentlich länger.
Standort und Pflege
Geeignet ist ein sonniger bis halbschattiger Standort. Auch lichter Schatten wird vertragen. In voller Sonne entwickelt sich meist eine besonders reiche Blüte, sofern der Boden während des Sommers gleichmäßig feucht bleibt. Heiße, trockene und stark aufgeheizte Plätze sind ungeeignet.
Der Boden sollte humusreich, sauer bis schwach sauer und frisch bis feucht sein. Sandige, lehmige und tonige Böden werden vertragen, wenn sie ausreichend organische Substanz enthalten und nicht austrocknen. Auf kalkreichen Böden können sich gelbliche Blätter und ein schwächeres Wachstum zeigen.
Zeitweilige Vernässung wird gut vertragen. Dauerhaft verdichtete, vollkommen luftlose Böden oder eine ständig überstaute Flachwasserzone sind dagegen ungünstig. Eine Mulchauflage aus Laubkompost, Rindenhumus oder anderem schwach saurem organischem Material hilft, die Bodenfeuchtigkeit gleichmäßig zu halten.
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht erforderlich. Beschädigte oder überalterte Grundtriebe können im Spätwinter bodennah entfernt werden. Da die Blüten am diesjährigen Austrieb entstehen, wird auch ein maßvoller Rückschnitt vor dem Austrieb gut vertragen. Unerwünschte Wurzelausläufer lassen sich unmittelbar am Ansatz abstechen.
Klimatische Aspekte
WHZ: 3–9
‘Rosea’ gilt als sehr winterhart. Frisch gepflanzte Exemplare profitieren während des ersten Winters von einer Mulchauflage über dem Wurzelbereich. Gut eingewurzelte Pflanzen benötigen gewöhnlich keinen zusätzlichen Winterschutz.
Kritischer als winterliche Kälte sind anhaltende Sommerhitze und austrocknende Böden. Bei ausreichender Wasserversorgung wird Wärme gut vertragen. Auf stark aufgeheizten Standorten können Blattränder eintrocknen und die Blüte schwächer ausfallen.
Der Austrieb erfolgt im Frühjahr vergleichsweise spät. Eine noch kahle Pflanze sollte deshalb nicht vorschnell als erfroren angesehen werden.
Praxistipp
‘Rosea’ eignet sich für feuchte Rabatten, lichte Gehölzränder, Waldgärten, Regengärten, Moorbeete und die höheren Randbereiche von Teichen oder Bachläufen.
Ein Platz in der Nähe eines Weges, Sitzplatzes oder häufig geöffneten Fensters macht den sommerlichen Blütenduft besonders gut wahrnehmbar. Für ein älteres Exemplar sollten etwa 1,5 bis 2 Meter seitlicher Raum eingeplant werden.













