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Clethra tomentosa 'Cottondale' - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten
Clethra tomentosa 'Cottondale' - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten

Filzige Zimterle

Clethra tomentosa 'Cottondale'

Hersteller: Herrenkamper Gärten

Hersteller: Herrenkamper Gärten
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Wesentliches Merkmal
    Strauch

4.8 (50 reviews)

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Fotos

Alle hier abgebildeten Fotos stellen lediglich einen Teil der Pflanzenbeschreibung dar. Es ist NICHT die angebotene Pflanze. Das Gewicht der Pflanze wird immer variieren, je nach Feuchtigkeit und kann deshalb nicht angezeigt werden

Info zur Pflanze

Beschreibung

Clethra tomentosa ‘Cottondale’ ist eine Wildauslese der Filzigen Scheineller. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art liegt im Südosten der USA und umfasst North und South Carolina, Georgia, Florida, Alabama, Mississippi und das östliche Louisiana.

Dort wächst Clethra tomentosa in feuchten Wäldern, sumpfigen Niederungen, Pocosins genannten Strauchmooren sowie an Bachläufen und Gewässerrändern. Die Böden sind häufig sauer, sandig und zumindest zeitweise nass. Durch unterirdische Ausläufer können sich dichte, zusammenhängende Bestände entwickeln.

Ältere botanische und gärtnerische Literatur behandelt die Pflanze häufig als südliche Varietät der Erlenblättrigen Scheineller unter dem Namen Clethra alnifolia var. tomentosa. Kew und die Flora of North America erkennen Clethra tomentosa heute als eigenständige Art an. Sie unterscheidet sich unter anderem durch stärker behaarte junge Triebe und Blätter, kürzere Blattstiele, längere überhängende Blütenstände und einen breiter ausladenden Wuchs.

Der Gattungsname Clethra geht auf das griechische Wort klēthra für Erle zurück. Auch die deutsche Bezeichnung Scheineller verweist auf die erlenähnlichen Blätter, obwohl keine nähere botanische Verwandtschaft zu den Erlen besteht. Das Artepitheton tomentosa bedeutet „filzig behaart“ und beschreibt die dichte Behaarung junger Pflanzenteile.

Wuchs und Blätter

‘Cottondale’ entwickelt sich zu einem rundlichen, dicht verzweigten und mit zunehmendem Alter breit ausladenden Strauch. In europäischen Gärten sind langfristig etwa 1,5 bis zwei Meter Höhe und eine ähnliche Breite zu erwarten. Amerikanische Quellen nennen unter günstigen Bedingungen etwa 1,8 bis 2,5 Meter. Durch Wurzelausläufer kann die Pflanze allmählich deutlich mehr Raum beanspruchen.

Die jungen Triebe sind auffallend wollig behaart. Auch die verkehrt eiförmigen bis länglich-ovalen, am Rand gesägten Blätter besitzen eine stärkere filzige Behaarung als die gewöhnliche Form der Art. Dadurch erscheint die Blattoberseite matt blaugrün bis graugrün, während die Unterseite deutlich heller ist. Diese gedämpfte Laubfarbe gehört neben den außergewöhnlich langen Blütenständen zu den wichtigsten Sortenmerkmalen.

Im Herbst verfärben sich die Blätter überwiegend gelb bis goldgelb, teilweise auch gelbbraun. In wintermilden Regionen kann das Laub lange an den Zweigen bleiben; in mitteleuropäischen Gärten ist der Strauch sommergrün.

Mit zunehmendem Alter entwickelt sich eine schuppige dunkelgraue bis braunschwarze Rinde. Sie tritt nach dem Laubfall deutlicher hervor, erreicht jedoch nicht die auffällige, mehrfarbig abblätternde Wirkung von Clethra barbinervis.

Blüte

Die weißen Blüten öffnen sich überwiegend von Juli bis September. Clethra tomentosa blüht bei gemeinsamem Anbau gewöhnlich später als Clethra alnifolia. Je nach Witterung kann sich die Hauptblüte von ‘Cottondale’ bis in den frühen Herbst verschieben.

Das auffälligste Merkmal sind die ausgesprochen langen Blütentrauben. Sie erreichen häufig etwa 20 bis 35 Zentimeter; einzelne gut entwickelte Blütenstände können ungefähr 40 Zentimeter lang werden. Damit übertreffen sie die Blütentrauben der Wildform und der meisten Sorten von Clethra alnifolia erheblich.

Die Blütenstände stehen anfangs schräg aufwärts. Mit zunehmender Länge neigen sie sich bogenförmig und hängen schließlich locker über. Die zahlreichen kleinen weißen Einzelblüten verströmen einen süßlich-würzigen Duft. Während der Blüte lassen sich an ihnen unterschiedliche blütenbesuchende Insekten beobachten.

Früchte

Nach der Blüte entstehen kleine, rundliche Kapselfrüchte. Sie sind zunächst grün, reifen im Herbst dunkelbraun aus und enthalten zahlreiche sehr kleine Samen.

Die trockenen Fruchtkapseln können bis in den Winter an den Zweigen verbleiben. Sie bilden keinen auffälligen Fruchtschmuck, geben dem dicht verzweigten Strauch nach dem Laubfall jedoch eine feine Struktur.

Besonderheiten und Kulturgeschichte

‘Cottondale’ entstand nicht im Rahmen eines Züchtungsprogramms. Die Pflanze wurde von Bob McCartney von der amerikanischen Baumschule Woodlanders und Tony Avent von Plant Delights in einem Wildbestand im Florida Panhandle entdeckt. Woodlanders nahm die Auslese anschließend in Kultur und führte sie in den amerikanischen Gartenbau ein.

Ausgewählt wurde sie wegen der besonders stark filzig behaarten, dadurch blaugrün erscheinenden Blätter und der ungewöhnlich langen, überhängenden Blütentrauben. In einer vergleichenden Prüfung verschiedener Clethra-Arten und -Sorten bei Longwood Gardens erhielt ‘Cottondale’ die höchste Bewertung der untersuchten Klone.

Auch in einer niederländischen Sortimentsprüfung fiel sie durch ihre eigenständige Kombination aus breit ausladendem Wuchs, filzigem Laub und langen Blütenständen auf. Mit den kompakteren, straff aufrecht blühenden Sorten von Clethra alnifolia ist sie kaum zu verwechseln.

Standort und Pflege

Geeignet ist ein sonniger bis halbschattiger Standort. Auch lichter Schatten wird vertragen, allerdings bleibt die Blüte dort häufig schwächer. In voller Sonne ist eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit besonders wichtig.

Der Boden sollte humusreich, sauer bis schwach sauer und frisch bis feucht sein. Sandige Böden entsprechen den Bedingungen vieler Naturstandorte, müssen aber genügend organische Substanz enthalten, damit sie im Sommer nicht vollständig austrocknen. Auch lehmige und tonige Böden werden vertragen, sofern sie nicht dauerhaft verdichtet und luftlos sind.

Zeitweilige Vernässung bereitet der Pflanze gewöhnlich keine Schwierigkeiten. Geeignet sind daher feuchte Senken, Regengärten sowie die höheren Randbereiche von Teichen und Bachläufen. Eine ständig überstaute Flachwasserzone ist dagegen nicht zu empfehlen. Eine Mulchauflage aus Laubkompost, Rindenhumus oder anderem schwach saurem organischem Material hält den Wurzelbereich gleichmäßiger kühl und feucht.

Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht notwendig. Beschädigte, ungünstig stehende oder ältere Grundtriebe können im Spätwinter bodennah entfernt werden. Da die Blüten am diesjährigen Austrieb entstehen, wird ein maßvoller Rückschnitt vor dem Austrieb gut vertragen. Ein Schnitt unmittelbar nach der Blüte fördert die Blütenbildung des Folgejahres nicht nachweisbar und ist normalerweise entbehrlich.

Unerwünschte Wurzelausläufer sollten möglichst früh direkt am Ansatz abgestochen werden. Soll sich ein breiter, natürlicher Bestand entwickeln, können sie stehen bleiben.

Klimatische Aspekte

WHZ: 6–9

Die meisten amerikanischen Sammlungen und Fachquellen ordnen ‘Cottondale’ den USDA-Zonen 7 bis 9 zu; Woodlanders nennt inzwischen die Zonen 6 bis 9. Für WHZ 6 erscheint deshalb ein geschützter Standort sinnvoll, während die Sorte ab WHZ 7 als zuverlässiger einzuschätzen ist. Die Einstufung in WHZ 5 wäre angesichts ihrer Herkunft aus dem nördlichen Florida zu optimistisch.

Junge Pflanzen profitieren in den ersten Wintern von einer Mulchauflage und einem vor kalten, austrocknenden Winden geschützten Platz. Ein später Frühjahrsaustrieb ist bei Clethra normal; eine noch kahle Pflanze sollte daher nicht vorschnell als erfroren angesehen werden.

Die südliche Herkunft zeigt sich in einer guten Wärmetoleranz. Entscheidend bleibt jedoch die Bodenfeuchtigkeit: Anhaltende Hitze wird auf frischen bis feuchten Böden deutlich besser vertragen als auf austrocknenden Standorten. Bei Trockenstress können Blattränder eintrocknen und Spinnmilben auftreten. Europäische Kulturerfahrungen deuten darauf hin, dass ältere, gut eingewurzelte Exemplare vorübergehende Trockenphasen besser überstehen als frisch gepflanzte Sträucher.

Praxistipp

‘Cottondale’ eignet sich für feuchte Gehölzränder, lichte Waldgärten, Regengärten sowie die höheren Randbereiche von Teichen und Bachläufen. Für ein älteres Exemplar sollten mindestens zwei Meter seitlicher Raum eingeplant werden; bei ungestörter Ausläuferbildung entsprechend mehr.

Die außergewöhnlich langen, überhängenden Blütentrauben kommen besonders gut zur Geltung, wenn der Strauch leicht erhöht oder am Rand einer Pflanzung steht. Ein dunkler Hintergrund aus immergrünen Gehölzen hebt sowohl die weißen Blüten als auch das blaugrüne Laub hervor. In der Nähe eines Weges oder Sitzplatzes ist der sommerliche Blütenduft gut wahrnehmbar.

Warum verzichten wir auf Begriffe zu Insekten und Co.?
Die rechtlichen Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen haben sich deutlich verschärft. Viele Begriffe, die im Gartenbau seit Jahrzehnten verwendet werden, setzen heute nachvollziehbare und belastbare Nachweise voraus. Einheitliche Bewertungsgrundlagen stehen für viele dieser Aussagen derzeit jedoch noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Aus Vorsicht verzichten wir deshalb bewusst auf pauschale Kennzeichnungen wie „bienenfreundlich“, „insektenfreundlich“, „Schmetterlingspflanze“ oder „heimisch“ und beschreiben unsere Pflanzen stattdessen anhand ihrer botanischen Eigenschaften.Sobald belastbare und allgemein anerkannte Bewertungsgrundlagen verfügbar sind, werden wir diese selbstverständlich in unsere Pflanzeninformationen einfließen lassen.

Wesentliche Eigenschaften

Blütenfarbe

Blütenfarbe
    cremeweiß

Blütezeit

Blütezeit
    Juli

Früchte

Besonderes

Besonderes 1
    Schmetterlings/Falterweide
Besonderes
    Hummel und/oder Bienenweide
Besonderes
    Duftend
Besonderes
    Rindenschmuck

Boden

Boden 1
    feucht
Boden 2
    frisch

Standort

Standort 1
    halbschattig
Standort 2
    schattig
Clethra tomentosa 'Cottondale' - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten
Clethra tomentosa 'Cottondale' - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten

Alle Pflanzenbeschreibungen auf dieser Website basieren auf sorgfältig recherchierten Informationen aus internationalen, überwiegend englischsprachigen Fachquellen.Dabei werden botanische, ökologische und gärtnerische Aspekte mit besonderem Augenmerk auf Herkunft, Standortansprüche, Wuchsverhalten und kulturgeschichtliche Bedeutung zusammengetragen.
Die Hauptquellen umfassen:
- Royal Horticultural Society (RHS) – Großbritanniens führende Gartenbaugesellschaft, deren Pflanzenverzeichnisse und Datenbanken wissenschaftlich fundierte Informationen zu Kultur, Pflege und Standortbedingungen bieten.
- Missouri Botanical Garden (MBG) – Eine der ältesten botanischen Einrichtungen der USA, bekannt für ihre umfangreichen Pflanzenbeschreibungen und Datenbanken (Plant Finder).
- United States Department of Agriculture (USDA) – Plants Database – Offizielle Quelle für Verbreitungsgebiete, Klimazonen (Hardiness Zones) und Standortdaten nordamerikanischer Pflanzenarten.
- Trees and Shrubs Online – Eine internationale, von Fachbotanikern gepflegte Plattform für Gehölzkunde, mit detaillierten Angaben zu Wuchs, Ökologie und Verwendung.
- Various Asian Botanical Sources – Wissenschaftliche Veröffentlichungen und universitäre Datenbanken aus Japan, China und Korea, die ergänzende Informationen zu asiatischen Arten liefern, insbesondere zu Herkunft und Standortansprüchen.
- eigene Erfahrungen in unserem Arboretum und Erzählungen/Erfahrungen von Kunden

Alle Angaben werden mit größter Sorgfalt geprüft und nach aktuellem Stand der internationalen botanischen Literatur wiedergegeben.Trotzdem kann es aufgrund regionaler Klimaunterschiede oder individueller Standortbedingungen zu Abweichungen in Wuchsform, Blütezeit oder Winterhärte kommen.

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