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Fotos
Alle hier abgebildeten Fotos stellen lediglich einen Teil der Pflanzenbeschreibung dar. Es ist NICHT die angebotene Pflanze. Das Gewicht der Pflanze wird immer variieren, je nach Feuchtigkeit und kann deshalb nicht angezeigt werden
Info zur Pflanze
Beschreibung
+Crataegomespilus ‘Dardarii’, die Bronvaux-Mispel oder Weißdorn-Mispel, ist eine Pfropfchimäre aus Eingriffeligem Weißdorn (Crataegus monogyna) und Echter Mispel (Mespilus germanica). Sie gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae).
Anders als bei einer sexuellen Hybride wurden die Erbanlagen beider Ausgangspflanzen nicht durch Bestäubung miteinander vermischt. Die Chimäre besteht vielmehr aus nebeneinanderliegenden Zellschichten von Weißdorn und Mispel. Der ältere Ausdruck „Pfropfbastard“ oder „Pfropfhybride“ wird noch verwendet, botanisch genauer ist jedoch die Bezeichnung Pfropfchimäre.
Das vorangestellte Pluszeichen kennzeichnet diesen besonderen Ursprung. Das gewöhnlich bei Hybriden verwendete „ד wäre hier irreführend: Sexuell entstandene Kreuzungen aus Weißdorn und Mispel werden als ×Crataemespilus bezeichnet, Pfropfchimären dagegen als +Crataegomespilus.
Die Pflanze entstand in Bronvaux bei Metz in Frankreich an der Veredlungsstelle einer auf Weißdorn gepfropften Mispel. Bei der genauen Jahreszahl widersprechen sich die Quellen: Zeitgenössische Berichte sprechen von einem Auftreten um 1890, spätere Gartenliteratur nennt häufig 1895. Benannt wurde sie nach Monsieur Dardar, in dessen Garten beziehungsweise Anwesen der ursprüngliche Baum stand.
Wuchs und Blätter
Die sommergrüne Pflanze entwickelt sich zu einem Großstrauch oder kleinen, häufig mehrstämmigen Baum. Sie wächst zunächst aufrecht und bildet mit zunehmendem Alter eine breite, buschige bis unregelmäßig gerundete Krone mit teilweise überhängenden Zweigen.
Die häufig genannte Endhöhe von nur 2,5 bis 3 Metern ist zu niedrig angesetzt. Ältere, frei wachsende Exemplare können etwa 4 bis 6 Meter hoch und ungefähr 3 bis 4,5 Meter breit werden. Durch den insgesamt mäßigen Wuchs lässt sich die Pflanze dennoch leichter in einen Garten einordnen als viele größere Obst- und Zierbäume.
Die Zweige können mehr oder weniger bedornt sein. Wie stark die Dornenbildung ausgeprägt ist, hängt unter anderem davon ab, welche Zellschichten und damit welche Merkmale in einem Trieb vorherrschen.
Die Blätter sind eiförmig, länglich-eiförmig bis verkehrt-eiförmig und gewöhnlich etwa 4 bis 10 Zentimeter lang. Sie besitzen einen sehr kurzen Blattstiel und sind ganzrandig oder nur fein gezähnt. Ihre Oberflächen können auf beiden Seiten weich behaart sein.
In ihrer Gestalt stehen die Blätter zwischen den beiden Ausgangsarten: Sie sind meist größer und weniger stark gelappt als beim Eingriffeligen Weißdorn, bleiben aber kleiner und häufig schmaler als bei der Echten Mispel. Einzelne Triebe können deutlich stärker zu einer der beiden Ausgangsformen tendieren. Eine besonders auffällige Herbstfärbung ist nicht zuverlässig zu erwarten; das Laub nimmt meist gelbliche bis gelbbraune Töne an.
Blüte
Die Blütezeit liegt gewöhnlich im Mai und Juni. Die weißen Blüten stehen nicht einzeln wie bei der Mispel, sondern zu mehreren in kurzen, schirmartigen Blütenständen. Ein Blütenstand kann bis zu ungefähr zwölf Einzelblüten enthalten.
Mit einem Durchmesser von etwa 3 bis 4 Zentimetern sind die Blüten deutlich größer als die des Eingriffeligen Weißdorns. Sie besitzen fünf weiße, breit gerundete Kronblätter und zahlreiche Staubblätter. Blütenstiele, Kelch und junge Fruchtanlagen sind häufig weich behaart.
Auch die Blüte kann je nach Trieb unterschiedlich ausfallen. Mispelartige Zweige entwickeln eher einzelne oder wenige große Blüten, während weißdornähnliche und intermediäre Zweige stärker gebündelte Blütenstände hervorbringen.
Früchte
Aus den Blüten entstehen im Herbst braune, mehr oder weniger rundliche bis längliche Früchte. Sie erinnern mit ihrer filzigen Oberfläche und dem erhalten bleibenden, geöffneten Kelch deutlich an kleine Mispeln, stehen jedoch gewöhnlich in Gruppen und bleiben meist kleiner als die Früchte einer kultivierten Echten Mispel.
Die Früchte sind bei der Ernte zunächst hart und herb. Wie Mispeln werden sie erst nach dem sogenannten Teigwerden weich und genussfähig. Dieser Reifeprozess kann durch Lagerung erfolgen; Frosteinwirkung ist dafür nicht zwingend erforderlich. Vollständig weich gewordene Früchte können roh gegessen oder in kleinen Mengen verarbeitet werden.
Als regelmäßiges Obstgehölz sollte +Crataegomespilus ‘Dardarii’ jedoch nicht eingeplant werden. Fruchtgröße, Fruchtansatz und Ausprägung können je nach Trieb stark schwanken. Untersuchungen an Pflanzen in Kew zeigten zudem, dass die zwar regelmäßig gebildeten Samen offenbar überwiegend nicht keimfähig waren. Eine Aussaat würde die Chimäre ohnehin nicht sortenecht erhalten.
Besonderheiten und Kulturgeschichte
Aus der ursprünglichen Veredlungsstelle in Bronvaux entstanden mehrere ungewöhnliche Triebe. Einer zeigte überwiegend mispelartige Merkmale und wurde später als ‘Dardarii’ verbreitet. Ein zweiter war dem Weißdorn ähnlicher und erhielt den Namen ‘Jules d’Asnières’. Beide Formen wurden Ende des 19. Jahrhunderts durch erneute Veredlung gesichert und von der französischen Baumschule Simon-Louis verbreitet.
Der Name +Crataegomespilus dardari wurde 1899 veröffentlicht. Die unterschiedlichen Formen wurden zunächst als eigene Arten oder Varietäten beschrieben. Spätere Untersuchungen zeigten jedoch, dass sie denselben Ursprung besitzen und besser als unterschiedliche Kulturformen derselben Pfropfchimäre behandelt werden.
Bemerkenswert ist, dass die beiden Zelltypen zwar gemeinsam einen Trieb aufbauen, genetisch aber getrennt bleiben. Dadurch können an einer Pflanze Zwischenformen, reine Mispeltriebe und reine Weißdorntriebe nebeneinander auftreten. Selbst an seit Jahrzehnten kultivierten Exemplaren wurden solche Veränderungen beobachtet.
Die Mischmerkmale sind damit vegetativ über lange Zeit erhaltbar, aber nicht vollkommen stabil. Genau darin liegt ein wesentlicher Teil des botanischen Reizes: Dieser Baum hat gewissermaßen zwei Baupläne in der Tasche und entscheidet gelegentlich selbst, welchen er gerade hervorholt.
Standort und Pflege
Geeignet ist ein sonniger bis halbschattiger Standort. In voller Sonne entwickeln sich Krone, Blüte und Fruchtansatz gewöhnlich am besten. Sehr windoffene Lagen sind wegen der teilweise ausladenden Zweige weniger günstig.
Der Boden sollte humos bis mäßig nährstoffreich, frisch und gut durchlässig sein. Sandig-lehmige, lehmige und auch etwas schwerere Böden werden vertragen, sofern keine anhaltende Staunässe entsteht. Hinsichtlich des pH-Wertes ist die Pflanze anpassungsfähig und wächst in schwach sauren, neutralen sowie mäßig kalkhaltigen Böden.
Junge Pflanzen benötigen während längerer Trockenperioden eine gründliche Bewässerung. Gut eingewurzelte Exemplare überstehen vorübergehende Trockenheit, wachsen auf sehr trockenen Standorten aber schwächer und können einen Teil der Früchte vorzeitig abwerfen.
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht erforderlich. Entfernt werden abgestorbene, beschädigte, sich kreuzende oder ungünstig nach innen wachsende Zweige. Größere Schnittmaßnahmen sollten zurückhaltend erfolgen, da sowohl Weißdorn als auch Mispel auf große Wunden empfindlich reagieren können.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Triebe, die eindeutig wie reiner Weißdorn oder reine Mispel aussehen. Soll die typische Zwischenform erhalten bleiben, werden solche Rückschläge möglichst früh unmittelbar an ihrem Ursprung entfernt. Das gilt ebenso für Austriebe der verwendeten Unterlage unterhalb der Veredlungsstelle.
Eine Vermehrung ist nur vegetativ möglich. Verwendet werden Zweige mit den gewünschten Mischmerkmalen, die erneut auf eine geeignete Weißdornunterlage veredelt werden.
Klimatische Aspekte
WHZ: 6–9
+Crataegomespilus ‘Dardarii’ gilt in gut eingewurzeltem Zustand als ausreichend winterhart für weite Teile Mitteleuropas. Nordamerikanische Gartenquellen führen die Pflanze überwiegend für die USDA-Winterhärtezonen 6 bis 9.
Junge oder erst spät im Jahr gepflanzte Exemplare sind empfindlicher. In kalten Regionen ist eine Pflanzung im Frühjahr günstiger, damit die Wurzeln vor dem ersten Winter ausreichend einwachsen können. Eine lockere Mulchauflage schützt den jungen Wurzelbereich, ohne winterliche Nässe im Stammgrund zu fördern.
Kritischer als gewöhnlicher Winterfrost können anhaltend nasse, schlecht durchlüftete Böden sein. Auch die Blüten und der junge Austrieb können durch späte Fröste geschädigt werden. Sommerliche Wärme und zeitweilige Trockenheit werden nach dem Einwurzeln vertragen, sofern der Boden nicht über längere Zeit vollständig austrocknet.
Wie andere Vertreter der Kernobstgewächse kann die Pflanze unter ungünstigen Bedingungen von Feuerbrand, Schorf, Mehltau oder Blattfleckenkrankheiten betroffen sein. Ein luftiger Standort und eine zurückhaltende Stickstoffdüngung fördern die Ausreife und Widerstandskraft der Triebe.
Praxistipp
+Crataegomespilus ‘Dardarii’ eignet sich besonders als freistehender kleiner Baum für Sammlergärten, historische Pflanzungen und größere Vorgärten. Für eine gute Kronenentwicklung sollten etwa vier bis fünf Meter seitlicher Raum eingeplant werden.
Warum verzichten wir auf Begriffe zu Insekten und Co.?
Die rechtlichen Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen haben sich deutlich verschärft. Viele Begriffe, die im Gartenbau seit Jahrzehnten verwendet werden, setzen heute nachvollziehbare und belastbare Nachweise voraus. Einheitliche Bewertungsgrundlagen stehen für viele dieser Aussagen derzeit jedoch noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Aus Vorsicht verzichten wir deshalb bewusst auf pauschale Kennzeichnungen wie „bienenfreundlich“, „insektenfreundlich“, „Schmetterlingspflanze“ oder „heimisch“ und beschreiben unsere Pflanzen stattdessen anhand ihrer botanischen Eigenschaften.Sobald belastbare und allgemein anerkannte Bewertungsgrundlagen verfügbar sind, werden wir diese selbstverständlich in unsere Pflanzeninformationen einfließen lassen.
Wesentliche Eigenschaften
Blütenfarbe
-
weiß
Blütezeit
-
April
Früchte
Besonderes
-
Hummel und/oder Bienenweide
Boden
-
normal
Standort
-
sonnig bis halbschattig
Alle Pflanzenbeschreibungen auf dieser Website basieren auf sorgfältig recherchierten Informationen aus internationalen, überwiegend englischsprachigen Fachquellen.Dabei werden botanische, ökologische und gärtnerische Aspekte mit besonderem Augenmerk auf Herkunft, Standortansprüche, Wuchsverhalten und kulturgeschichtliche Bedeutung zusammengetragen.
Die Hauptquellen umfassen:
- Royal Horticultural Society (RHS) – Großbritanniens führende Gartenbaugesellschaft, deren Pflanzenverzeichnisse und Datenbanken wissenschaftlich fundierte Informationen zu Kultur, Pflege und Standortbedingungen bieten.
- Missouri Botanical Garden (MBG) – Eine der ältesten botanischen Einrichtungen der USA, bekannt für ihre umfangreichen Pflanzenbeschreibungen und Datenbanken (Plant Finder).
- United States Department of Agriculture (USDA) – Plants Database – Offizielle Quelle für Verbreitungsgebiete, Klimazonen (Hardiness Zones) und Standortdaten nordamerikanischer Pflanzenarten.
- Trees and Shrubs Online – Eine internationale, von Fachbotanikern gepflegte Plattform für Gehölzkunde, mit detaillierten Angaben zu Wuchs, Ökologie und Verwendung.
- Various Asian Botanical Sources – Wissenschaftliche Veröffentlichungen und universitäre Datenbanken aus Japan, China und Korea, die ergänzende Informationen zu asiatischen Arten liefern, insbesondere zu Herkunft und Standortansprüchen.
- eigene Erfahrungen in unserem Arboretum und Erzählungen/Erfahrungen von Kunden
Alle Angaben werden mit größter Sorgfalt geprüft und nach aktuellem Stand der internationalen botanischen Literatur wiedergegeben.Trotzdem kann es aufgrund regionaler Klimaunterschiede oder individueller Standortbedingungen zu Abweichungen in Wuchsform, Blütezeit oder Winterhärte kommen.
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