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Vor allem im Frühjahr und Herbst sind die meisten unserer Gehölze für einen besseren Wuchs geschnitten und können von der angegebenen Größe leicht abweichen.
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Wir topfen das ganze Jahr über von kleineren in größere Töpfe. Es kann daher durchaus passieren (vor allem in den Sommermonaten), dass Sie einen kleinen Topf bestellen und einen größeren Topf erhalten. Darauf weisen wir in der Regel hin - auch, dass Sie etwas vorsichtig damit umgehen.
Fotos
Alle hier abgebildeten Fotos stellen lediglich einen Teil der Pflanzenbeschreibung dar. Es ist NICHT die angebotene Pflanze. Das Gewicht der Pflanze wird immer variieren, je nach Feuchtigkeit und kann deshalb nicht angezeigt werden
Info zur Pflanze
Beschreibung
Herkunft und Einordnung
Drimys winteri, auch Winterrinde oder Canelo genannt, gehört zur Familie der Winteraceae.
Sein natürliches Verbreitungsgebiet liegt im südlichen Südamerika. Kew gibt Südchile und das südwestliche Argentinien als Heimat an. Dort wächst die Art in der gemäßigten Klimazone. Innerhalb von Drimys winteri werden heute zwei Varietäten unterschieden: Drimys winteri var. winteri sowie Drimys winteri var. chilensis.
Die Winteraceae gehören zu einer sehr alten Entwicklungslinie innerhalb der Bedecktsamer. Eine botanische Besonderheit der Familie ist der ursprüngliche Aufbau ihres Leitgewebes: Den meisten Winteraceae fehlen in ihrem Holz die für Blütenpflanzen sonst typischen Gefäße; der Wassertransport erfolgt im Wesentlichen über Tracheiden.
Der Gattungsname Drimys leitet sich vom griechischen Wort für „scharf“ oder „beißend“ ab und verweist auf den ausgeprägt aromatischen, scharf-würzigen Geschmack von Rinde und Blättern.
Auch der Artname winteri besitzt eine ungewöhnliche Geschichte. Er erinnert an Captain William Winter, der 1577 als Kommandant der „Elizabeth“ an der von Francis Drake geführten Weltumsegelung teilnahm.
Wuchs und Blätter
Drimys winteri entwickelt sich zu einem immergrünen Großstrauch oder Baum.
Unter günstigen Bedingungen kann er mehr als 12 m Höhe erreichen. In seiner südamerikanischen Heimat sind noch größere Exemplare möglich. In mitteleuropäischer Gartenkultur bleibt die Art aufgrund des Klimas häufig wesentlich kleiner und entwickelt sich zunächst eher strauchförmig.
Der Wuchs ist aufrecht bis ausladend und mit zunehmendem Alter breitkronig.
Die immergrünen Blätter sind länglich bis elliptisch, ledrig und oberseits glänzend grün. Besonders auffällig ist die wesentlich hellere, blau- bis grauweiß erscheinende Blattunterseite.
Blätter, Zweige und Rinde enthalten aromatische Substanzen. Werden die Blätter zerrieben, entsteht ein deutlich würziger Geruch.
Diese aromatischen Eigenschaften sind nicht nur botanisch interessant, sondern stehen unmittelbar mit der Geschichte des Baumes und seiner Namensgebung in Verbindung.
Blüte und Früchte
Die Blüten erscheinen im Frühjahr bis Frühsommer in endständigen Blütenständen.
Sie sind cremeweiß bis weiß, sternförmig und besitzen zahlreiche Staubblätter. Die Royal Horticultural Society beschreibt sie als duftend.
Die hellen Blütenstände heben sich deutlich vom dunklen immergrünen Laub ab.
Nach erfolgreicher Bestäubung entstehen kleine rundliche Früchte, die sich während der Reife dunkel färben.
Die Früchte sind botanisch Beeren und enthalten mehrere Samen. Sie spielen für die gärtnerische Wirkung der Art gegenüber Laub, Rinde und Blüte jedoch eine untergeordnete Rolle.
Besonderheiten und Kulturgeschichte
Kaum ein anderer südamerikanischer Baum verbindet botanische Besonderheiten und europäische Seefahrtsgeschichte so unmittelbar wie Drimys winteri.
1577 brach Francis Drake mit mehreren Schiffen zu seiner später berühmt gewordenen Weltumsegelung auf. Eines dieser Schiffe war die „Elizabeth“ unter dem Kommando von Captain William Winter.
Während der Reise durch die Magellanstraße wurde die aromatische Rinde des dort vorkommenden Baumes gesammelt. Sie gelangte mit Winter nach Europa und wurde später unter dem Namen „Winter’s Bark“ bekannt.
Besondere Bedeutung erhielt die Rinde, weil sie auf langen Seereisen gegen Beschwerden eingesetzt wurde, die mit Skorbut verbunden waren. In den folgenden Jahrhunderten wurde Winter’s Bark in Europa als Arznei und aromatische Droge gehandelt.
Die Bezeichnung „Winter’s Bark“ erinnert somit nicht an die Jahreszeit, sondern an William Winter.
In Südamerika besitzt der Baum eine wesentlich ältere kulturelle Bedeutung.
Unter dem Namen Canelo beziehungsweise Foye nimmt er einen besonderen Platz in der Kultur der Mapuche ein. Er ist mit traditionellen Zeremonien, religiösen Vorstellungen und überlieferten medizinischen Anwendungen verbunden und gilt als kulturell bedeutsamer Baum.
Diese südamerikanische Geschichte reicht damit weit über die wesentlich jüngere europäische Verwendung der Winterrinde hinaus.
Standort und Pflege
Drimys winteri bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen und möglichst geschützten Standort.
Der Boden sollte gut durchlässig sein. Entgegen gelegentlich zu findenden Angaben ist die Art nicht grundsätzlich auf saure oder kalkfreie Böden beschränkt. Die Royal Horticultural Society nennt sowohl saure, neutrale als auch alkalische Böden und führt ausdrücklich auch kalkhaltige Substrate auf.
Eine gleichmäßige Wasserversorgung ist insbesondere bei jungen Pflanzen günstig. Dauerhafte Staunässe sollte dennoch vermieden werden.
Ebenso ungünstig sind stark austrocknende Standorte. Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst Regionen mit vergleichsweise hohen Niederschlägen und ausgeglichenem Klima.
Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht notwendig. Bei ausgepflanzten Exemplaren sollte vielmehr ausreichend Platz für die langfristige Entwicklung eingeplant werden.
Junge Pflanzen profitieren in kälteren Regionen von einem geschützten Mikroklima. Besonders kalte und austrocknende Winterwinde sollten vermieden werden.
Klimatische Aspekte
Drimys winteri stammt aus dem kühl-gemäßigten südlichen Südamerika, ist aber trotz dieser Herkunft nicht mit einem mitteleuropäischen, kontinentalen Winterklima gleichzusetzen.
Die Royal Horticultural Society bewertet die Art mit H4. Dies entspricht unter britischen Kulturbedingungen ungefähr einer Frosttoleranz von −10 bis −5 °C.
Die häufig anzutreffende Einordnung in USDA-Zone 8 liegt in einem ähnlichen Bereich, sollte aber nicht als Garantie für eine bestimmte absolute Tiefsttemperatur verstanden werden.
Entscheidend sind neben dem Temperaturminimum auch Standort, Alter der Pflanze, Dauer einer Frostperiode und das jeweilige Mikroklima.
Immergrüne Blätter verdunsten auch im Winter Wasser. Kalte, trockene Winde können deshalb zusätzliche Schäden verursachen. Ein windgeschützter Standort ist für die Kultur in Regionen mit stärkeren Frösten besonders wichtig.
Für eine dauerhafte Freilandkultur eignet sich Drimys winteri deshalb vor allem für wintermilde beziehungsweise sehr geschützte Gartenlagen.
Praxistipp
Die auffallend helle Blattunterseite ist ein Merkmal, das bei der Standortwahl oft unterschätzt wird.
An einem Platz, an dem sich die Blätter im Wind bewegen können, wechseln optisch die glänzend grünen Oberseiten mit den beinahe silbrig wirkenden Unterseiten. Dadurch besitzt der Baum auch außerhalb seiner Blütezeit eine besondere Wirkung.
Bei der Pflanzung sollte außerdem nicht von einem dauerhaft kleinen exotischen Strauch ausgegangen werden. Wo das Klima eine ungestörte Entwicklung zulässt, kann Drimys winteri langfristig zu einem stattlichen Gehölz heranwachsen.
In kälteren Regionen ist deshalb weniger die Frage nach einem besonders sauren Boden entscheidend als ein geschütztes Mikroklima mit guter Drainage und Schutz vor kalten Winterwinden.
Warum verzichten wir auf Begriffe zu Insekten und Co.?
Die rechtlichen Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen haben sich deutlich verschärft. Viele Begriffe, die im Gartenbau seit Jahrzehnten verwendet werden, setzen heute nachvollziehbare und belastbare Nachweise voraus. Einheitliche Bewertungsgrundlagen stehen für viele dieser Aussagen derzeit jedoch noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Aus Vorsicht verzichten wir deshalb bewusst auf pauschale Kennzeichnungen wie „bienenfreundlich“, „insektenfreundlich“, „Schmetterlingspflanze“ oder „heimisch“ und beschreiben unsere Pflanzen stattdessen anhand ihrer botanischen Eigenschaften.Sobald belastbare und allgemein anerkannte Bewertungsgrundlagen verfügbar sind, werden wir diese selbstverständlich in unsere Pflanzeninformationen einfließen lassen.
Wesentliche Eigenschaften
Blütenfarbe
-
cremeweiß
Blütezeit
-
April
Früchte
Besonderes
Boden
-
kalkarm
-
durchlässig
Standort
-
sonnig
-
Kübel
Alle Pflanzenbeschreibungen auf dieser Website basieren auf sorgfältig recherchierten Informationen aus internationalen, überwiegend englischsprachigen Fachquellen.Dabei werden botanische, ökologische und gärtnerische Aspekte mit besonderem Augenmerk auf Herkunft, Standortansprüche, Wuchsverhalten und kulturgeschichtliche Bedeutung zusammengetragen.
Die Hauptquellen umfassen:
- Royal Horticultural Society (RHS) – Großbritanniens führende Gartenbaugesellschaft, deren Pflanzenverzeichnisse und Datenbanken wissenschaftlich fundierte Informationen zu Kultur, Pflege und Standortbedingungen bieten.
- Missouri Botanical Garden (MBG) – Eine der ältesten botanischen Einrichtungen der USA, bekannt für ihre umfangreichen Pflanzenbeschreibungen und Datenbanken (Plant Finder).
- United States Department of Agriculture (USDA) – Plants Database – Offizielle Quelle für Verbreitungsgebiete, Klimazonen (Hardiness Zones) und Standortdaten nordamerikanischer Pflanzenarten.
- Trees and Shrubs Online – Eine internationale, von Fachbotanikern gepflegte Plattform für Gehölzkunde, mit detaillierten Angaben zu Wuchs, Ökologie und Verwendung.
- Various Asian Botanical Sources – Wissenschaftliche Veröffentlichungen und universitäre Datenbanken aus Japan, China und Korea, die ergänzende Informationen zu asiatischen Arten liefern, insbesondere zu Herkunft und Standortansprüchen.
- eigene Erfahrungen in unserem Arboretum und Erzählungen/Erfahrungen von Kunden
Alle Angaben werden mit größter Sorgfalt geprüft und nach aktuellem Stand der internationalen botanischen Literatur wiedergegeben.Trotzdem kann es aufgrund regionaler Klimaunterschiede oder individueller Standortbedingungen zu Abweichungen in Wuchsform, Blütezeit oder Winterhärte kommen.
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