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Hinweise
Vor allem im Frühjahr und Herbst sind die meisten unserer Gehölze für einen besseren Wuchs geschnitten und können von der angegebenen Größe leicht abweichen.
Bitte beachten Sie auch unsere Topfgrößen!
Hinweise
Wir topfen das ganze Jahr über von kleineren in größere Töpfe. Es kann daher durchaus passieren (vor allem in den Sommermonaten), dass Sie einen kleinen Topf bestellen und einen größeren Topf erhalten. Darauf weisen wir in der Regel hin - auch, dass Sie etwas vorsichtig damit umgehen.
Fotos
Alle hier abgebildeten Fotos stellen lediglich einen Teil der Pflanzenbeschreibung dar. Es ist NICHT die angebotene Pflanze. Das Gewicht der Pflanze wird immer variieren, je nach Feuchtigkeit und kann deshalb nicht angezeigt werden
Info zur Pflanze
Beschreibung
Euonymus hamiltonianus subsp. sieboldianus ist ein sommergrüner Großstrauch oder kleiner Baum aus der Familie der Spindelbaumgewächse. Nach der heute von Kew verwendeten Systematik wird die Unterart nicht mehr eigenständig anerkannt, sondern als Synonym von Euonymus hamiltonianus geführt.
Das außerordentlich große Verbreitungsgebiet vom östlichen Afghanistan über den Himalaya und China bis nach Japan betrifft die weit gefasste Art Euonymus hamiltonianus. Der traditionell als subsp. sieboldianus, var. sieboldianus oder eigenständige Art Euonymus sieboldianus bezeichnete Formenkreis stammt dagegen vorwiegend aus Japan, Korea und Sachalin. Japanische Quellen nennen zusätzlich die südlichen Kurilen und Teile Chinas. Die genaue Abgrenzung ist schwierig, da innerhalb der gesamten Art zahlreiche Übergangsformen vorkommen.
In Japan wächst das Gehölz auf Hokkaidō, Honshū, Shikoku und Kyūshū. Es besiedelt lichte Wälder, Gebüsche, Berghänge und Waldränder. Dabei kommt es sowohl in tieferen Lagen als auch in Bergregionen vor und ist nicht ausschließlich an hoch gelegene Standorte gebunden.
Das Epitheton sieboldianus erinnert an den deutschen Arzt und Japanforscher Philipp Franz von Siebold. Als deutsche Bezeichnung findet sich gelegentlich Siebolds Spindelstrauch; ein allgemein eingebürgerter deutscher Name besteht jedoch nicht.
Wuchs und Blätter
Das sommergrüne Gehölz entwickelt sich zu einem breit aufrechten, locker verzweigten Großstrauch oder zu einem kleinen, häufig mehrstämmigen Baum. In Kultur werden meist etwa vier bis sechs Meter Höhe und eine ähnliche Breite erreicht. Am Naturstandort bleiben viele Pflanzen drei bis fünf Meter hoch, einzelne baumartige Exemplare können jedoch deutlich über zehn Meter erreichen.
Die jungen Zweige sind grün und verfärben sich mit zunehmendem Alter braun bis graubraun. Anders als beim Geflügelten Spindelstrauch besitzen sie gewöhnlich keine auffälligen Korkleisten.
Die gegenständig angeordneten Blätter sind elliptisch bis verkehrt eiförmig und werden meistens fünf bis zwölf, gelegentlich bis etwa 15 Zentimeter lang. Ihre Spitze ist kurz bis auffallend lang zugespitzt. Der Blattrand ist fein gesägt bis flach gekerbt. Während des Sommers zeigt sich das Laub frisch- bis dunkelgrün und kann leicht glänzen.
Die Herbstfärbung fällt je nach Herkunft, Standort und Witterung unterschiedlich aus. Neben gelben und orangefarbenen Tönen können kräftige rosa, rote oder purpurrote Färbungen auftreten. An hellen Standorten ist die Färbung gewöhnlich ausgeprägter, sie sollte bei sämlingsvermehrten Pflanzen jedoch nicht in einer bestimmten Farbe zugesichert werden.
Blüte
Die kleinen Blüten öffnen sich überwiegend von Mai bis Juni. In milden Lagen kann die Blüte bereits Ende April beginnen.
Mehrere Einzelblüten stehen in lockeren, verzweigten Trugdolden an den vorjährigen Zweigen. Jede Blüte besitzt gewöhnlich vier blassgrüne bis grünlich weiße Blütenblätter und erreicht ungefähr acht bis zehn Millimeter Durchmesser. Die purpurroten bis rötlich violetten Staubbeutel bilden aus der Nähe einen feinen farblichen Kontrast.
Im Gesamteindruck des Gehölzes bleiben die Blüten unauffällig. Ihr botanischer Aufbau und die dunkel gefärbten Staubbeutel ermöglichen jedoch die Unterscheidung von einigen verwandten Spindelsträuchern.
Früchte
Die Früchte gehören zu den auffälligsten Eigenschaften des Gehölzes. Ab September reifen vierlappige, meist rosafarbene bis kräftig rosarote Kapselfrüchte heran. Bei dem traditionell als subsp. sieboldianus bezeichneten Formenkreis werden sie ungefähr sieben bis zehn Millimeter lang und sieben bis 13 Millimeter breit. Damit sind sie im Durchschnitt etwas größer als bei manchen anderen Formen von Euonymus hamiltonianus.
Bei der Reife öffnen sich die vier Fruchtklappen. Sichtbar werden nun nicht unmittelbar leuchtend gefärbte Samen, sondern orange- bis dunkelrote Samenmäntel, die sogenannten Arillen. Diese umschließen den eigentlichen dunkel gefärbten Samen weitgehend oder lassen ihn bei manchen Formen an einer Seite erkennen.
Die Fruchtkapseln hängen an dünnen Stielen und bleiben nach dem Laubfall besonders gut sichtbar. Abhängig von Witterung und Reifeverlauf kann der Fruchtbehang bis in den späten Herbst oder frühen Winter erhalten bleiben.
Besonderheiten und Kulturgeschichte
In Japan trägt das Gehölz den Namen Mayumi, geschrieben mit den Schriftzeichen für „wahrer Bogen“ beziehungsweise „Bogenholz“. Der Name erinnert an die traditionelle Verwendung des festen, zugleich elastischen Holzes zur Herstellung von Bögen.
Archäologische Funde zeigen, dass Mayumi-Holz bereits während der Jōmon-Zeit, die mehrere Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung begann, für Bögen verwendet wurde. Das helle, fein strukturierte Holz diente später außerdem zur Herstellung von kleinen Werkzeugen, Schnitzarbeiten und anderen Gebrauchsgegenständen. In Japan wird es noch heute für verschiedene kunsthandwerkliche Arbeiten genutzt.
In westlichen Gärten wurde der japanische Formenkreis vermutlich um 1865 eingeführt. Lange Zeit war er besonders unter dem Namen Euonymus yedoensis verbreitet. Der Name bezieht sich auf Yeddo beziehungsweise Edo, den früheren Namen Tokios. Mehrere weitere, ursprünglich als eigenständige Arten beschriebene japanische Formen werden heute ebenfalls Euonymus hamiltonianus zugerechnet.
Die unterschiedlichen Namen spiegeln die große Variabilität des Gehölzes wider. Blattbreite, Fruchtgröße, Herbstfärbung und die Ausdehnung des farbigen Samenmantels können zwischen einzelnen Herkünften deutlich variieren.
Alle Pflanzenteile gelten beim Verzehr als gesundheitsschädlich. Die auffälligen Früchte sind daher ausschließlich als Fruchtschmuck zu betrachten und nicht zum Verzehr geeignet.
Standort und Pflege
Geeignet sind sonnige bis halbschattige Standorte. Auch lichter Schatten wird vertragen. Für eine gleichmäßige Kronenentwicklung, eine kräftige Herbstfärbung und einen reichen Fruchtansatz ist ein heller Platz jedoch günstiger.
Das Gehölz ist hinsichtlich der Bodenart ausgesprochen anpassungsfähig. Es wächst in sandigen, lehmigen und mäßig tonigen Gartenböden und toleriert saure, neutrale sowie kalkhaltige Verhältnisse. Entscheidend sind eine ausreichende Durchlässigkeit und ein guter Wasserabzug. Dauerhaft vernässte oder stark verdichtete Böden sind ungeeignet.
Frische bis mäßig feuchte Böden fördern ein gleichmäßiges Wachstum. Nach guter Einwurzelung werden vorübergehende sommerliche Trockenperioden überstanden. Eine ausgeprägte Trockenheitstoleranz sollte daraus jedoch nicht abgeleitet werden. Auf sehr trockenen Standorten bleiben Wachstum und Fruchtansatz schwächer.
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht erforderlich. Entfernt werden lediglich trockene, beschädigte, sich kreuzende oder nach innen wachsende Äste. Soll ein mehrstämmiger kleiner Baum erzogen werden, können in den ersten Jahren einzelne ungünstig stehende Bodentriebe herausgenommen werden.
Starke jährliche Rückschnitte sind ungünstig, wenn ein reicher Fruchtbehang erwünscht ist. Sie entfernen einen Teil des blühfähigen Holzes und fördern lange, zunächst wenig fruchtende Neutriebe. Bei Schnittarbeiten sind wegen der möglicherweise hautreizenden Inhaltsstoffe Handschuhe sinnvoll.
Klimatische Aspekte
WHZ: 5–8; besonders kälteerprobte Herkünfte möglicherweise 4
Die Royal Horticultural Society bewertet das Gehölz mit H6, entsprechend einer Frosthärte von ungefähr −20 bis −15 °C unter britischen Kulturbedingungen. Verschiedene nordamerikanische Gehölzsammlungen und Baumschulen führen den japanischen Formenkreis in USDA-Zone 5.
Die gelegentlich genannte WHZ 4 kann für besonders winterharte Herkünfte aus Hokkaidō, Sachalin oder den südlichen Kurilen plausibel sein. Sie sollte bei einer Pflanze unbekannter Herkunft jedoch nicht allgemein zugesichert werden. Die weite Verbreitung der Gesamtart sagt wenig über die Frosthärte eines einzelnen Sämlings oder Klons aus.
Gut eingewurzelte Pflanzen sind robust und vertragen auch kontinental geprägte Winter. Junge Exemplare profitieren in den ersten Standjahren von einer Mulchauflage und einem Standort, an dem der Boden im Winter nicht dauerhaft vernässt bleibt.
Spätfröste können bereits ausgetriebene Blätter und junge Triebe schädigen. Das Gehölz treibt nach leichten Schäden gewöhnlich wieder aus; eine vollständige Spätfrostunempfindlichkeit lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Die frühere Begründung, die hohe Frosthärte erkläre sich ausschließlich durch Vorkommen bis in 2.700 Meter Höhe, ist für den als subsp. sieboldianus bezeichneten Formenkreis nicht passend. Die japanischen Pflanzen besiedeln sehr unterschiedliche Höhen- und Klimastufen.
Praxistipp
Für eine frei wachsende Pflanze sollten langfristig mindestens vier bis fünf Meter seitlicher Raum eingeplant werden. Das Gehölz eignet sich besonders als locker aufgebauter Großstrauch oder mehrstämmiger kleiner Baum am Rand größerer Gehölzpflanzungen.
Der Fruchtbehang kommt vor einem ruhigen, dunkelgrünen Hintergrund besonders deutlich zur Geltung. Eine Platzierung in Sichtweite eines Weges oder Sitzplatzes ermöglicht es, die kleinen Blüten im Frühjahr und die sich öffnenden Fruchtkapseln im Herbst aus der Nähe zu betrachten.
Soll sich ein reichlicher Fruchtansatz entwickeln, ist ein heller Standort wichtiger als ein regelmäßiger Schnitt. Auf starke Formkorrekturen sollte dann verzichtet werden.
Warum verzichten wir auf Begriffe zu Insekten und Co.?
Die rechtlichen Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen haben sich deutlich verschärft. Viele Begriffe, die im Gartenbau seit Jahrzehnten verwendet werden, setzen heute nachvollziehbare und belastbare Nachweise voraus. Einheitliche Bewertungsgrundlagen stehen für viele dieser Aussagen derzeit jedoch noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Aus Vorsicht verzichten wir deshalb bewusst auf pauschale Kennzeichnungen wie „bienenfreundlich“, „insektenfreundlich“, „Schmetterlingspflanze“ oder „heimisch“ und beschreiben unsere Pflanzen stattdessen anhand ihrer botanischen Eigenschaften.Sobald belastbare und allgemein anerkannte Bewertungsgrundlagen verfügbar sind, werden wir diese selbstverständlich in unsere Pflanzeninformationen einfließen lassen.
Wesentliche Eigenschaften
Blütenfarbe
Blütezeit
Früchte
Besonderes
-
Hummel und/oder Bienenweide
Boden
-
anspruchslos
Standort
-
anspruchslos
Alle Pflanzenbeschreibungen auf dieser Website basieren auf sorgfältig recherchierten Informationen aus internationalen, überwiegend englischsprachigen Fachquellen.Dabei werden botanische, ökologische und gärtnerische Aspekte mit besonderem Augenmerk auf Herkunft, Standortansprüche, Wuchsverhalten und kulturgeschichtliche Bedeutung zusammengetragen.
Die Hauptquellen umfassen:
- Royal Horticultural Society (RHS) – Großbritanniens führende Gartenbaugesellschaft, deren Pflanzenverzeichnisse und Datenbanken wissenschaftlich fundierte Informationen zu Kultur, Pflege und Standortbedingungen bieten.
- Missouri Botanical Garden (MBG) – Eine der ältesten botanischen Einrichtungen der USA, bekannt für ihre umfangreichen Pflanzenbeschreibungen und Datenbanken (Plant Finder).
- United States Department of Agriculture (USDA) – Plants Database – Offizielle Quelle für Verbreitungsgebiete, Klimazonen (Hardiness Zones) und Standortdaten nordamerikanischer Pflanzenarten.
- Trees and Shrubs Online – Eine internationale, von Fachbotanikern gepflegte Plattform für Gehölzkunde, mit detaillierten Angaben zu Wuchs, Ökologie und Verwendung.
- Various Asian Botanical Sources – Wissenschaftliche Veröffentlichungen und universitäre Datenbanken aus Japan, China und Korea, die ergänzende Informationen zu asiatischen Arten liefern, insbesondere zu Herkunft und Standortansprüchen.
- eigene Erfahrungen in unserem Arboretum und Erzählungen/Erfahrungen von Kunden
Alle Angaben werden mit größter Sorgfalt geprüft und nach aktuellem Stand der internationalen botanischen Literatur wiedergegeben.Trotzdem kann es aufgrund regionaler Klimaunterschiede oder individueller Standortbedingungen zu Abweichungen in Wuchsform, Blütezeit oder Winterhärte kommen.
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