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Gagelstrauch

Myrica gale

Hersteller: Herrenkamper Gärten

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Wesentliches Merkmal
    Strauch bis 2m
Vermehrungshinweis
    Vermehrung geplant

4.8 (50 reviews)

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Fotos

Alle hier abgebildeten Fotos stellen lediglich einen Teil der Pflanzenbeschreibung dar. Es ist NICHT die angebotene Pflanze. Das Gewicht der Pflanze wird immer variieren, je nach Feuchtigkeit und kann deshalb nicht angezeigt werden

Info zur Pflanze

Beschreibung

Myrica gale, der Gagelstrauch, besitzt ein ungewöhnlich großes, aber stark zerstückeltes Verbreitungsgebiet. Er kommt natürlicherweise in Nord- und Westeuropa, im russischen Fernen Osten, in Japan sowie in weiten Teilen des nördlichen Nordamerikas vor. Dort wächst er in Mooren, feuchten Heiden, an Seeufern und in anderen dauerhaft nassen Landschaften.

Der Name „Gagel“ ist eine sehr alte Pflanzenbezeichnung. Mit ihm verwandt ist das englische „gale“, weshalb die Art dort unter Namen wie „sweet gale“ oder „bog myrtle“ bekannt ist. Mit der eigentlichen Myrte ist der Gagelstrauch allerdings nicht näher verwandt.

Wuchs und Blätter

Der sommergrüne Strauch wächst dicht verzweigt und breitbuschig. Er erreicht gewöhnlich etwa 1–1,5 m Höhe und eine ähnliche Breite. Auf günstigen Standorten können ältere Pflanzen bis ungefähr 2 m hoch werden.

Durch unterirdische Ausläufer entstehen mit der Zeit kleine Bestände. Diese Ausbreitung erfolgt meist gemächlich, sollte bei einer Pflanzung auf engem Raum aber berücksichtigt werden.

Die schmalen, verkehrt-eiförmigen Blätter sind graugrün bis frischgrün und vor allem im oberen Bereich fein gezähnt. Auf beiden Blattseiten befinden sich kleine gelbliche Harzdrüsen. Beim Berühren oder Zerreiben entwickelt das Laub einen kräftigen, würzig-harzigen Duft. Im Herbst verfärbt es sich gelblich, bevor es abfällt.

Blüte

Die Blüten erscheinen im zeitigen Frühjahr am vorjährigen Holz, meist noch vor dem vollständigen Laubaustrieb. Sie stehen in kurzen, unscheinbaren Kätzchen. Männliche Blütenstände wirken gelblich bis braun und sind häufig etwas auffälliger als die weiblichen.

Der Gagelstrauch ist überwiegend zweihäusig. Männliche und weibliche Blüten befinden sich daher gewöhnlich auf verschiedenen Pflanzen. Gelegentlich kommen allerdings auch Exemplare mit beiden Blütentypen oder einzelnen zwittrigen Blüten vor – selbst der Gagel hält sich botanisch nicht immer sklavisch an die Stellenbeschreibung.

Früchte

An weiblichen Pflanzen entstehen nach erfolgreicher Bestäubung kleine, zugespitzte Nüsschen. Sie sitzen dicht gedrängt in kurzen, beinahe zapfenartig wirkenden Fruchtständen.

Die Früchte sind mit Harzdrüsen besetzt und färben sich von Grünlichgelb zu Braun. Häufig bleiben die Fruchtstände bis in den Winter an den kahlen Zweigen erhalten. Für einen zuverlässigen Fruchtansatz sollten männliche und weibliche Pflanzen in räumlicher Nähe stehen. Bei jungen Sämlingen lässt sich das Geschlecht gewöhnlich noch nicht erkennen.

Besonderheiten und Kulturgeschichte

Gagel besitzt eine bemerkenswert lange Geschichte als Gewürzpflanze. Archäologische Funde weisen darauf hin, dass er bereits um die Zeitenwende zum Aromatisieren vergorener Getränke verwendet wurde.

Im Mittelalter gehörte Gagel in Teilen Nord- und Westeuropas zu den Bestandteilen der sogenannten Grut oder Gruit. Dabei handelte es sich nicht um eine einzelne Pflanze, sondern um regional unterschiedlich zusammengesetzte Kräutermischungen zum Würzen von Bier. Mit der zunehmenden Verbreitung des Hopfens verlor der Gagel allmählich seine Rolle im Braukessel. In manchen Regionen hielt sich das würzig-herbe Gagelbier jedoch erstaunlich lange.

Aromatische Zweige und Blätter wurden außerdem traditionell zwischen Kleidung oder Bettzeug gelegt. Die überlieferte Verwendung als Mittel gegen lästige Insekten ist nicht völlig aus der Moorluft gegriffen: Die Blätter enthalten ätherische Öle, deren abwehrende Wirkung inzwischen auch wissenschaftlich untersucht wurde.

Eine weitere Besonderheit verbirgt sich unter der Erde. Der Gagelstrauch bildet Wurzelknöllchen, in denen er mit stickstoffbindenden Bakterien der Gattung Frankia zusammenlebt. Dadurch kann er selbst auf ausgesprochen nährstoffarmen Moorböden bestehen.

Standort und Pflege

Ideal ist ein sonniger bis halbschattiger Standort mit dauerhaft frischem, feuchtem oder nassem Boden. Humose, torfige, lehmige und zeitweise vernässte Substrate werden vertragen. Auch vorübergehende Überflutungen bereiten der Pflanze gewöhnlich keine Schwierigkeiten.

Schwach saure bis neutrale Böden sind besonders günstig. Entgegen häufiger Angaben ist ein leicht kalkhaltiger Boden nicht grundsätzlich ungeeignet, sofern er humos bleibt und zuverlässig mit Wasser versorgt wird. Heiße, rasch austrocknende Standorte sind deutlich problematischer als der Kalkgehalt allein.

Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht nötig. Ältere oder ungünstig stehende Zweige können im Spätwinter entfernt werden. Wird ein begrenzter Wuchs gewünscht, lassen sich unerwünschte Ausläufer einfach abstechen.

Klimatische Aspekte

WHZ: 2–7

Myrica gale ist außerordentlich frosthart und eignet sich auch für Regionen mit langen, kalten Wintern. Wind, Regen und vorübergehende Winternässe werden gut vertragen.

Die entscheidende Grenze setzt weniger die Wintertemperatur als sommerliche Trockenheit. Auf leichten Böden oder an sonnigen Teichrändern darf der Wurzelbereich auch während längerer Hitzeperioden nicht vollständig austrocknen.

Praxistipp

Am besten eignet sich der Gagelstrauch für Moorbeete, feuchte Senken, breite Teichränder und Gartenbereiche mit hohem Grundwasserstand. Am Gewässerrand sollte er knapp oberhalb der dauerhaften Wasserlinie stehen; zeitweilige Überflutung ist willkommen, ein Leben als Unterwasserpflanze dagegen nicht vorgesehen.

Besonders schön ist eine lockere Gruppe, in der sich der natürliche, breitbuschige Wuchs entwickeln darf. Wer später Fruchtstände sehen möchte, pflanzt mehrere Exemplare. Bei nicht nach Geschlecht ausgewählten Sämlingen erhöht das die Chance auf männliche und weibliche Pflanzen

Warum verzichten wir auf Begriffe zu Insekten und Co.?
Die rechtlichen Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen haben sich deutlich verschärft. Viele Begriffe, die im Gartenbau seit Jahrzehnten verwendet werden, setzen heute nachvollziehbare und belastbare Nachweise voraus. Einheitliche Bewertungsgrundlagen stehen für viele dieser Aussagen derzeit jedoch noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Aus Vorsicht verzichten wir deshalb bewusst auf pauschale Kennzeichnungen wie „bienenfreundlich“, „insektenfreundlich“, „Schmetterlingspflanze“ oder „heimisch“ und beschreiben unsere Pflanzen stattdessen anhand ihrer botanischen Eigenschaften.Sobald belastbare und allgemein anerkannte Bewertungsgrundlagen verfügbar sind, werden wir diese selbstverständlich in unsere Pflanzeninformationen einfließen lassen.

Wesentliche Eigenschaften

Blütenfarbe

Blütenfarbe
    gelb

Blütezeit

Blütezeit
    Mai

Früchte

Besonderes

Besonderes 1
    Duftend

Boden

Boden 1
    humos
Boden 2
    feucht
Boden 3
    frisch

Standort

Standort 1
    sonnig bis halbschattig
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Alle Pflanzenbeschreibungen auf dieser Website basieren auf sorgfältig recherchierten Informationen aus internationalen, überwiegend englischsprachigen Fachquellen.Dabei werden botanische, ökologische und gärtnerische Aspekte mit besonderem Augenmerk auf Herkunft, Standortansprüche, Wuchsverhalten und kulturgeschichtliche Bedeutung zusammengetragen.
Die Hauptquellen umfassen:
- Royal Horticultural Society (RHS) – Großbritanniens führende Gartenbaugesellschaft, deren Pflanzenverzeichnisse und Datenbanken wissenschaftlich fundierte Informationen zu Kultur, Pflege und Standortbedingungen bieten.
- Missouri Botanical Garden (MBG) – Eine der ältesten botanischen Einrichtungen der USA, bekannt für ihre umfangreichen Pflanzenbeschreibungen und Datenbanken (Plant Finder).
- United States Department of Agriculture (USDA) – Plants Database – Offizielle Quelle für Verbreitungsgebiete, Klimazonen (Hardiness Zones) und Standortdaten nordamerikanischer Pflanzenarten.
- Trees and Shrubs Online – Eine internationale, von Fachbotanikern gepflegte Plattform für Gehölzkunde, mit detaillierten Angaben zu Wuchs, Ökologie und Verwendung.
- Various Asian Botanical Sources – Wissenschaftliche Veröffentlichungen und universitäre Datenbanken aus Japan, China und Korea, die ergänzende Informationen zu asiatischen Arten liefern, insbesondere zu Herkunft und Standortansprüchen.
- eigene Erfahrungen in unserem Arboretum und Erzählungen/Erfahrungen von Kunden

Alle Angaben werden mit größter Sorgfalt geprüft und nach aktuellem Stand der internationalen botanischen Literatur wiedergegeben.Trotzdem kann es aufgrund regionaler Klimaunterschiede oder individueller Standortbedingungen zu Abweichungen in Wuchsform, Blütezeit oder Winterhärte kommen.

Wie Sie Ihre Pflanzen erhalten

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.... geht natürlich auch in der Gärtnerei. Bitte vorher per Mail anfragen, da wir keine regulären Öffnungszeiten haben.

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