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Hinweise
Vor allem im Frühjahr und Herbst sind die meisten unserer Gehölze für einen besseren Wuchs geschnitten und können von der angegebenen Größe leicht abweichen.
Bitte beachten Sie auch unsere Topfgrößen!
Hinweise
Wir topfen das ganze Jahr über von kleineren in größere Töpfe. Es kann daher durchaus passieren (vor allem in den Sommermonaten), dass Sie einen kleinen Topf bestellen und einen größeren Topf erhalten. Darauf weisen wir in der Regel hin - auch, dass Sie etwas vorsichtig damit umgehen.
Fotos
Alle hier abgebildeten Fotos stellen lediglich einen Teil der Pflanzenbeschreibung dar. Es ist NICHT die angebotene Pflanze. Das Gewicht der Pflanze wird immer variieren, je nach Feuchtigkeit und kann deshalb nicht angezeigt werden
Info zur Pflanze
Beschreibung
Herkunft und Einordnung
Prunus ‘Trailblazer’, die Großfruchtige Blutpflaume, gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Im Handel wird sie häufig als Prunus cerasifera ‘Trailblazer’ angeboten. Botanisch ist diese Zuordnung jedoch zu vereinfachend, denn ‘Trailblazer’ gilt als Hybride, an deren Entstehung sowohl die Kirschpflaume (Prunus cerasifera) als auch die Japanische Pflaume (Prunus salicina) beteiligt sind.
Historische Quellen nennen als Eltern eine rotlaubige Form der Kirschpflaume und eine Japanische Pflaume. Als konkrete Eltern werden ‘Pissardii’ beziehungsweise ‘Nigra’ und ‘Shiro’ genannt.
Die Kirschpflaume Prunus cerasifera selbst besitzt ihr natürliches Verbreitungsgebiet von Südosteuropa über West- und Zentralasien bis in den Himalaya. In weiten Teilen Mittel- und Westeuropas ist sie seit Langem kultiviert und vielerorts eingebürgert.
Der deutsche Name „Kirschpflaume“ nimmt Bezug auf die im Vergleich zu klassischen Kulturpflaumen häufig kleineren, rundlichen Früchte. Die ebenfalls gebräuchliche Bezeichnung „Myrobalane“ hat sich besonders im Obstbau erhalten, wo Formen von Prunus cerasifera traditionell auch als Veredelungsunterlagen genutzt werden.
Wuchs und Blätter
‘Trailblazer’ entwickelt sich zu einem kräftigen Großstrauch oder kleinen bis mittelgroßen Baum mit breit aufrechter, später rundlicher und ausladender Krone.
Mit zunehmendem Alter sind etwa 5 bis 7 m Höhe und mehrere Meter Kronenbreite möglich. Unter sehr günstigen Bedingungen können ältere Exemplare noch größer werden.
Die wechselständig angeordneten Blätter sind elliptisch bis verkehrt-eiförmig und am Rand fein gesägt.
Der Austrieb kann zunächst grünlich bis bronzefarben erscheinen. Anschließend entwickelt das Laub die für ‘Trailblazer’ charakteristische braunrote bis purpurrote Färbung, die während des Sommers weitgehend erhalten bleibt.
Damit unterscheidet sich die Sorte deutlich von grünlaubigen Kirschpflaumen, ohne das extrem dunkle Blatt mancher ausschließlich als Ziergehölz verwendeter Blutpflaumen besitzen zu müssen.
Blüte und Früchte
Im zeitigen Frühjahr, noch vor oder während des beginnenden Blattaustriebs, erscheinen zahlreiche kleine Blüten.
Die Knospen sind hellrosa. Beim Öffnen werden die schalenförmigen Blüten blassrosa bis cremeweiß beziehungsweise nahezu weiß. Die Blütezeit liegt je nach Witterung ungefähr im März und April.
Eine Besonderheit von ‘Trailblazer’ sind die für eine Blutpflaume vergleichsweise großen essbaren Früchte. Sie werden etwa 4 cm groß, einzelne Angaben nennen auch etwas größere Früchte.
Bei der Reife färbt sich die Schale dunkelrot. Das Fruchtfleisch wird als weich, saftig und bei Vollreife süß bis süß-säuerlich beschrieben.
Die Früchte können frisch gegessen oder zu Kompott, Konfitüre, Gelee, Saft und anderen Fruchtprodukten verarbeitet werden.
Die Reifezeit liegt abhängig von Klima und Standort ungefähr im Spätsommer. Angaben zur Ertragsmenge fallen unterschiedlich aus: Während ‘Trailblazer’ in manchen Regionen reich fruchtet, beschreibt die RHS die Fruchtbildung lediglich als gelegentlich. Standort, Klima und Bestäubungsverhältnisse können daher einen erheblichen Einfluss auf den tatsächlichen Fruchtansatz haben.
Besonderheiten und Kulturgeschichte
‘Trailblazer’ besitzt eine ungewöhnlich gut dokumentierte Entstehungsgeschichte.
Die Sorte entstand in den USA und wird mit Portland im Bundesstaat Oregon in Verbindung gebracht. Historische Angaben datieren ihre Entstehung in die späten 1940er beziehungsweise frühen 1950er Jahre.
Ursprünglich soll die neue Pflaume ‘Oregon Trail’ genannt worden sein. Dieser Name war jedoch bereits für eine andere Pflaumensorte vergeben. Aus ‘Oregon Trail’ wurde daraufhin ‘Trailblazer’ – ein englisches Wort für einen Wegbereiter oder Pionier.
Damit passte der neue Name weiterhin ausgezeichnet zu Oregon und zur Geschichte des berühmten Oregon Trail, über den im 19. Jahrhundert zahlreiche Siedler in den Westen Nordamerikas gelangten.
Etwas verwirrend ist ein weiterer Name: ‘Trailblazer’ wurde und wird auch unter ‘Hollywood’ gehandelt. Historische Untersuchungen der amerikanischen Blutpflaumen weisen allerdings darauf hin, dass ursprünglich eine andere Sorte den Namen ‘Hollywood’ trug und beide Pflanzen später im Handel miteinander verwechselt wurden.
‘Trailblazer’ verbindet zwei Eigenschaften, die bei Blutpflaumen nicht immer gemeinsam auftreten: auffällig gefärbtes Laub und Früchte, die nicht nur Zierde sind, sondern auch als Obst genutzt werden können.
Standort und Pflege
‘Trailblazer’ bevorzugt einen sonnigen Standort. Dort entwickeln sich Laubfärbung und Fruchtreife besonders gut. Leichter Halbschatten wird ebenfalls vertragen.
Die Sorte ist hinsichtlich des Bodens anpassungsfähig. Sandige, lehmige und auch kalkhaltige Böden kommen infrage, sofern eine ausreichende Drainage vorhanden ist. Ideal ist ein nährstoffreicher, mäßig frischer bis frischer, aber nicht dauerhaft vernässter Gartenboden.
Junge Pflanzen sollten während längerer Trockenperioden ausreichend gewässert werden.
Ein regelmäßiger starker Schnitt ist nicht erforderlich. Soll die Krone ausgelichtet oder in ihrer Größe begrenzt werden, können einzelne Äste gezielt entfernt werden.
Wie bei anderen Prunus-Arten sollten größere Schnittmaßnahmen nicht unnötig vorgenommen werden. Ein lockerer Kronenaufbau ist langfristig sinnvoller als ein regelmäßiger kräftiger Formschnitt.
Klimatische Aspekte
‘Trailblazer’ gilt als gut winterhart. Europäische Baumschulreferenzen führen die Sorte bis Winterhärtezone 5a.
Bei der Winterhärte muss allerdings zwischen dem Gehölz selbst und seiner sehr frühen Blüte unterschieden werden. Während der Baum niedrige Wintertemperaturen gut verträgt, können bereits geöffnete Blüten durch Spätfröste geschädigt werden.
Das ist vor allem dann von Bedeutung, wenn ‘Trailblazer’ nicht nur als rotlaubiges Ziergehölz, sondern auch wegen der Früchte gepflanzt wird.
Ein Standort in einer ausgeprägten Frostsenke ist für einen regelmäßigen Fruchtansatz daher weniger günstig als eine offene Lage, aus der kalte Luft abfließen kann.
Praxistipp
Wer ‘Trailblazer’ hauptsächlich wegen der Früchte pflanzt, sollte sie möglichst sonnig stellen und ihr genügend Platz für eine frei entwickelte Krone geben.
Dabei sollte man ihre spätere Größe nicht unterschätzen: Aus dem zunächst handlichen rotlaubigen Gehölz kann im Laufe der Jahre ein stattlicher kleiner Baum von mehreren Metern Höhe und Breite werden.
Das eigentlich Spannende an ‘Trailblazer’ ist aber die Kombination ihrer Eigenschaften: Im Frühjahr erscheinen die hellen Blüten vor dem dunkler werdenden Laub, anschließend bestimmt die braunrote bis purpurfarbene Belaubung das Erscheinungsbild und im Spätsommer können die großen roten Früchte hinzukommen.
Warum verzichten wir auf Begriffe zu Insekten und Co.?
Die rechtlichen Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen haben sich deutlich verschärft. Viele Begriffe, die im Gartenbau seit Jahrzehnten verwendet werden, setzen heute nachvollziehbare und belastbare Nachweise voraus. Einheitliche Bewertungsgrundlagen stehen für viele dieser Aussagen derzeit jedoch noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Aus Vorsicht verzichten wir deshalb bewusst auf pauschale Kennzeichnungen wie „bienenfreundlich“, „insektenfreundlich“, „Schmetterlingspflanze“ oder „heimisch“ und beschreiben unsere Pflanzen stattdessen anhand ihrer botanischen Eigenschaften.Sobald belastbare und allgemein anerkannte Bewertungsgrundlagen verfügbar sind, werden wir diese selbstverständlich in unsere Pflanzeninformationen einfließen lassen.
Wesentliche Eigenschaften
Blütenfarbe
-
weiß
Blütezeit
-
April
Früchte
Besonderes
-
Hummel und/oder Bienenweide
-
Vogelnahrung
-
schöne Herbstfärbung
Boden
-
anspruchslos
Standort
-
sonnig bis halbschattig
Alle Pflanzenbeschreibungen auf dieser Website basieren auf sorgfältig recherchierten Informationen aus internationalen, überwiegend englischsprachigen Fachquellen.Dabei werden botanische, ökologische und gärtnerische Aspekte mit besonderem Augenmerk auf Herkunft, Standortansprüche, Wuchsverhalten und kulturgeschichtliche Bedeutung zusammengetragen.
Die Hauptquellen umfassen:
- Royal Horticultural Society (RHS) – Großbritanniens führende Gartenbaugesellschaft, deren Pflanzenverzeichnisse und Datenbanken wissenschaftlich fundierte Informationen zu Kultur, Pflege und Standortbedingungen bieten.
- Missouri Botanical Garden (MBG) – Eine der ältesten botanischen Einrichtungen der USA, bekannt für ihre umfangreichen Pflanzenbeschreibungen und Datenbanken (Plant Finder).
- United States Department of Agriculture (USDA) – Plants Database – Offizielle Quelle für Verbreitungsgebiete, Klimazonen (Hardiness Zones) und Standortdaten nordamerikanischer Pflanzenarten.
- Trees and Shrubs Online – Eine internationale, von Fachbotanikern gepflegte Plattform für Gehölzkunde, mit detaillierten Angaben zu Wuchs, Ökologie und Verwendung.
- Various Asian Botanical Sources – Wissenschaftliche Veröffentlichungen und universitäre Datenbanken aus Japan, China und Korea, die ergänzende Informationen zu asiatischen Arten liefern, insbesondere zu Herkunft und Standortansprüchen.
- eigene Erfahrungen in unserem Arboretum und Erzählungen/Erfahrungen von Kunden
Alle Angaben werden mit größter Sorgfalt geprüft und nach aktuellem Stand der internationalen botanischen Literatur wiedergegeben.Trotzdem kann es aufgrund regionaler Klimaunterschiede oder individueller Standortbedingungen zu Abweichungen in Wuchsform, Blütezeit oder Winterhärte kommen.
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