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Vor allem im Frühjahr und Herbst sind die meisten unserer Gehölze für einen besseren Wuchs geschnitten und können von der angegebenen Größe leicht abweichen.
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Hinweise
Wir topfen das ganze Jahr über von kleineren in größere Töpfe. Es kann daher durchaus passieren (vor allem in den Sommermonaten), dass Sie einen kleinen Topf bestellen und einen größeren Topf erhalten. Darauf weisen wir in der Regel hin - auch, dass Sie etwas vorsichtig damit umgehen.
Fotos
Alle hier abgebildeten Fotos stellen lediglich einen Teil der Pflanzenbeschreibung dar. Es ist NICHT die angebotene Pflanze. Das Gewicht der Pflanze wird immer variieren, je nach Feuchtigkeit und kann deshalb nicht angezeigt werden
Info zur Pflanze
Beschreibung
Styphnolobium japonicum, der Japanische Schnurbaum, stammt aus Zentral- und Südchina. In Japan wird er bereits seit Jahrhunderten kultiviert und ist dort stellenweise verwildert, natürlich heimisch ist er jedoch nicht.
Der scheinbare Widerspruch im Namen entstand, weil Carl von Linné die Art 1753 als Sophora japonica anhand von Pflanzenmaterial beschrieb, das aus Japan stammte. Erst später erkannte man ihre chinesische Herkunft. Der heute anerkannte Name lautet Styphnolobium japonicum; im Handel begegnet einem weiterhin häufig die ältere Bezeichnung Sophora japonica.
Styphnolobium lässt sich sinngemäß als „herbe Hülse“ übersetzen. Der deutsche Name Schnurbaum bezieht sich auf die späteren Früchte, deren Samen wie Perlen auf einer Schnur hintereinanderliegen. Außerdem wird der Baum als Pagodenbaum oder Honigbaum bezeichnet. Botanisch ist er also chinesisch, heißt japanisch und besitzt gleich mehrere deutsche Namen – sein Reisepass wäre vermutlich ein interessantes Dokument.
Wuchs und Blätter
Der sommergrüne Baum entwickelt zunächst eine eher aufrechte bis rundliche Krone. Im Alter wird diese zunehmend breit, locker und malerisch ausladend. Unter günstigen Bedingungen erreicht der Schnurbaum etwa 15–20 m Höhe und eine ähnliche Breite. Sehr alte Exemplare können auch 25 m hoch werden.
Die Rinde ist anfangs glatt und graugrün. Ältere Stämme besitzen eine graubraune, längsrissige Borke. Junge Zweige bleiben mehrere Jahre auffallend grün.
Die bis etwa 30 cm langen Blätter bestehen aus 7–17 ovalen bis länglichen Fiederblättchen. Dadurch wirkt die Krone trotz ihrer späteren Größe vergleichsweise leicht und transparent. Das Laub bleibt häufig lange grün und nimmt vor dem Fall eine gelbliche, manchmal goldgelbe Färbung an. Eine jedes Jahr zuverlässige, leuchtende Herbstfärbung sollte allerdings nicht erwartet werden.
Blüte
Die cremeweißen bis blass gelblichen Schmetterlingsblüten stehen in großen, locker aufgebauten Rispen an den Triebenden. Die Blütenstände können 20–30 cm lang werden und erscheinen ungewöhnlich spät, meist von Ende Juli bis September.
Bis zur ersten Blüte ist Geduld erforderlich. Junge Bäume beginnen unter günstigen Bedingungen nach etwa 10–15 Jahren zu blühen. Eine wirklich üppige Blüte entwickelt sich häufig erst bei deutlich älteren Exemplaren.
Entscheidend ist außerdem der Sommerverlauf. Nach langen, warmen Sommern fällt die Blüte besonders reich aus. In kühlen, nassen Jahren kann sie wesentlich schwächer bleiben oder ganz ausfallen. Der Schnurbaum besitzt somit durchaus Sinn für große Auftritte – nur den Termin legt er gern selbst fest.
Die kleinen Einzelblüten verströmen einen leichten, süßlichen Duft. Beim Abfallen bilden sie unter älteren Bäumen mitunter einen hellen Blütenteppich.
Früchte
Nach der Blüte entstehen 5–15 cm lange, zunächst grüne und später gelblich braune Hülsen. Zwischen den einzelnen Samen sind sie stark eingeschnürt und erinnern dadurch an eine Perlenkette oder an Knoten in einer Schnur.
In Regionen mit langen, warmen Sommern reifen die Früchte regelmäßig aus und können bis in den Winter am Baum bleiben. In kühleren Klimazonen werden sie wesentlich seltener gebildet oder erreichen nicht jedes Jahr die volle Reife.
Die Hülsen und Samen enthalten stark wirksame Inhaltsstoffe und dürfen nicht verzehrt werden. Das gilt auch dann, wenn die bohnenähnlichen Früchte überraschend überzeugend so tun, als gehörten sie in die Küche.
Besonderheiten und Kulturgeschichte
In China wird der Schnurbaum seit Jahrhunderten an Straßen, Tempeln und öffentlichen Gebäuden gepflanzt. Unter seinem chinesischen Namen Huái ist er eng mit der Geschichte von Gelehrten und hohen Staatsbeamten verbunden. Alte Überlieferungen berichten von Schnurbäumen in königlichen Höfen und vor Versammlungsplätzen bedeutender Würdenträger. Daher stammt der englische Name „Chinese Scholar Tree“.
In Japan wurde die Art häufig auf dem Gelände buddhistischer Tempel gepflanzt. Daraus entwickelte sich vermutlich die Bezeichnung Pagodenbaum.
Blütenknospen und andere Pflanzenteile besitzen außerdem eine lange Tradition in der asiatischen Pflanzenkunde. Aus den Knospen, Blüten und Hülsen wurden gelbe bis graue Farbstoffe gewonnen, die unter anderem zum Färben von Textilien dienten. Wegen der enthaltenen wirksamen Stoffe gehören solche Anwendungen jedoch in die Kulturgeschichte und nicht in die Hausapotheke.
Nach Europa gelangte der Baum 1747 zunächst nach Frankreich. 1753 führte ihn der englische Baumschuler James Gordon nach Großbritannien ein. Ein um 1760 gepflanzter Schnurbaum in Kew Gardens gehört zu den berühmten „Old Lions“, einer kleinen Gruppe besonders alter und historisch bedeutender Bäume des Gartens.
Standort und Pflege
Geeignet ist ein sonniger, warmer Standort mit ausreichend Raum für die spätere Krone. Der Boden darf sandig, lehmig und auch kalkhaltig sein, sollte aber gut durchlässig bleiben. Auf mäßig nährstoffreichen Gartenböden entwickelt sich der Baum gewöhnlich problemlos.
Junge Bäume benötigen während längerer Trockenperioden eine regelmäßige Wasserversorgung. Gut eingewurzelte Exemplare vertragen später auch trockenere Sommerphasen. Dauerhafte Staunässe und stark verdichtete, schlecht belüftete Böden sind ungeeignet.
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht erforderlich. Da ältere Äste etwas bruchempfindlich sein können, sollte bei jungen Bäumen frühzeitig eine stabile, gleichmäßig aufgebaute Krone erzogen werden. Größere Schnittarbeiten sind später möglichst zu vermeiden.
Klimatische Aspekte
WHZ: 5–8
Gut eingewachsene Schnurbäume sind ausreichend frosthart und können auch in kälteren Regionen kultiviert werden. Junge Pflanzen besitzen zunächst weichere Triebe und eine empfindlichere Rinde. In den ersten Standjahren ist deshalb ein windgeschützter Platz von Vorteil.
Der späte Austrieb vermindert das Risiko klassischer Spätfrostschäden. Empfindlicher sind junge, noch nicht vollständig ausgereifte Triebe gegenüber frühen Herbstfrösten. Ein langer, warmer Sommer unterstützt nicht nur die Blüte, sondern auch die Ausreifung des Holzes.
Der Baum verträgt Hitze, vorübergehende Trockenheit, kalkhaltige Böden und typische Belastungen innerstädtischer Standorte. Diese Eigenschaften erklären seine häufige Verwendung als Straßen- und Parkbaum. Für eine reiche Blüte benötigt er allerdings mehr als bloßes Überleben: Ohne genügend Sommerwärme bleibt der große Blütenvorhang mitunter geschlossen.
Praxistipp
Der Schnurbaum eignet sich für Parks, breite Alleen und wirklich große Gärten. Für einen frei wachsenden Baum sollten langfristig mindestens 12–15 m seitlicher Raum eingeplant werden. Zu Gebäuden, Grundstücksgrenzen und befestigten Flächen ist ebenfalls ausreichend Abstand sinnvoll.
Wer ihn hauptsächlich wegen der späten Blüte pflanzt, braucht Geduld und einen möglichst warmen Standort. Für kleinere Grundstücke sind kompaktere Sorten wie ‘Regent’ meist geeigneter. Die Wildart dagegen möchte mit den Jahren ein richtiger Baum werden
Warum verzichten wir auf Begriffe zu Insekten und Co.?
Die rechtlichen Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen haben sich deutlich verschärft. Viele Begriffe, die im Gartenbau seit Jahrzehnten verwendet werden, setzen heute nachvollziehbare und belastbare Nachweise voraus. Einheitliche Bewertungsgrundlagen stehen für viele dieser Aussagen derzeit jedoch noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Aus Vorsicht verzichten wir deshalb bewusst auf pauschale Kennzeichnungen wie „bienenfreundlich“, „insektenfreundlich“, „Schmetterlingspflanze“ oder „heimisch“ und beschreiben unsere Pflanzen stattdessen anhand ihrer botanischen Eigenschaften.Sobald belastbare und allgemein anerkannte Bewertungsgrundlagen verfügbar sind, werden wir diese selbstverständlich in unsere Pflanzeninformationen einfließen lassen.
Wesentliche Eigenschaften
Blütenfarbe
-
weiß
Blütezeit
-
August
Früchte
Besonderes
-
Hummel und/oder Bienenweide
Boden
-
sandig
Standort
-
sonnig
Alle Pflanzenbeschreibungen auf dieser Website basieren auf sorgfältig recherchierten Informationen aus internationalen, überwiegend englischsprachigen Fachquellen.Dabei werden botanische, ökologische und gärtnerische Aspekte mit besonderem Augenmerk auf Herkunft, Standortansprüche, Wuchsverhalten und kulturgeschichtliche Bedeutung zusammengetragen.
Die Hauptquellen umfassen:
- Royal Horticultural Society (RHS) – Großbritanniens führende Gartenbaugesellschaft, deren Pflanzenverzeichnisse und Datenbanken wissenschaftlich fundierte Informationen zu Kultur, Pflege und Standortbedingungen bieten.
- Missouri Botanical Garden (MBG) – Eine der ältesten botanischen Einrichtungen der USA, bekannt für ihre umfangreichen Pflanzenbeschreibungen und Datenbanken (Plant Finder).
- United States Department of Agriculture (USDA) – Plants Database – Offizielle Quelle für Verbreitungsgebiete, Klimazonen (Hardiness Zones) und Standortdaten nordamerikanischer Pflanzenarten.
- Trees and Shrubs Online – Eine internationale, von Fachbotanikern gepflegte Plattform für Gehölzkunde, mit detaillierten Angaben zu Wuchs, Ökologie und Verwendung.
- Various Asian Botanical Sources – Wissenschaftliche Veröffentlichungen und universitäre Datenbanken aus Japan, China und Korea, die ergänzende Informationen zu asiatischen Arten liefern, insbesondere zu Herkunft und Standortansprüchen.
- eigene Erfahrungen in unserem Arboretum und Erzählungen/Erfahrungen von Kunden
Alle Angaben werden mit größter Sorgfalt geprüft und nach aktuellem Stand der internationalen botanischen Literatur wiedergegeben.Trotzdem kann es aufgrund regionaler Klimaunterschiede oder individueller Standortbedingungen zu Abweichungen in Wuchsform, Blütezeit oder Winterhärte kommen.
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