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Vor allem im Frühjahr und Herbst sind die meisten unserer Gehölze für einen besseren Wuchs geschnitten und können von der angegebenen Größe leicht abweichen.
Bitte beachten Sie auch unsere Topfgrößen!
Hinweise
Wir topfen das ganze Jahr über von kleineren in größere Töpfe. Es kann daher durchaus passieren (vor allem in den Sommermonaten), dass Sie einen kleinen Topf bestellen und einen größeren Topf erhalten. Darauf weisen wir in der Regel hin - auch, dass Sie etwas vorsichtig damit umgehen.
Fotos
Alle hier abgebildeten Fotos stellen lediglich einen Teil der Pflanzenbeschreibung dar. Es ist NICHT die angebotene Pflanze. Das Gewicht der Pflanze wird immer variieren, je nach Feuchtigkeit und kann deshalb nicht angezeigt werden
Info zur Pflanze
Beschreibung
Tilia amurensis, die Amur-Linde, stammt aus dem nordöstlichen Asien. Ihr Verbreitungsgebiet reicht vom russischen Fernen Osten und dem Amurgebiet über die Mandschurei und den Nordosten Chinas bis auf die Koreanische Halbinsel. Dort wächst sie vor allem in sommergrünen Mischwäldern und in Fichten-Tannen-Wäldern.
Der Artname amurensis bedeutet „aus dem Amurgebiet stammend“. Der Amur ist einer der großen Ströme Ostasiens und bildet auf einem Teil seines Laufes die Grenze zwischen Russland und China.
Botanisch gehört die Art zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae). In älterer Literatur wurden Linden einer eigenen Familie, den Tiliaceae, zugeordnet.
Wuchs und Blätter
Die Amur-Linde wächst als mittelgroßer bis großer sommergrüner Baum. Junge Pflanzen entwickeln zunächst eine breit eiförmige Krone, die mit zunehmendem Alter rundlicher und ausladender wird. In europäischen Gärten sind etwa 15–20 m Höhe und 10–15 m Breite zu erwarten. Auf sehr günstigen Standorten können alte Bäume 20–25 m erreichen.
Die graue bis graubraune Rinde bildet im Alter unregelmäßige, schuppige Längsrippen. Junge Zweige sind schlank und anfangs mit feinen Sternhaaren besetzt, verkahlen jedoch bald.
Die herzförmigen bis beinahe rundlichen Blätter werden etwa 4–8 cm lang. Sie besitzen eine auffallend lang ausgezogene Spitze und einen fein bis deutlich gesägten Rand. Die einzelnen Blattzähne enden in kleinen, aufgesetzten Spitzen.
Die Oberseite ist frisch- bis dunkelgrün. Auf der blassgrünen bis leicht blaugrünen Unterseite sitzen in den Winkeln der Blattadern kräftige rötlich braune Haarbüschel. Der Austrieb kann bronzefarben getönt sein. Im Herbst verfärbt sich das Laub gelb bis goldgelb.
Im Gesamteindruck ähnelt die Art stark der heimischen Winterlinde, Tilia cordata. Sie wurde deshalb zunächst sogar als deren ostasiatische Form eingeordnet. Unterscheiden lässt sie sich unter anderem an den zugespitzten Blattrandzähnen und den stärker verzweigten Blütenständen.
Blüte
Die cremegelben bis gelblich weißen Blüten erscheinen gewöhnlich im Juni oder Anfang Juli. Jeweils 10–30 Einzelblüten stehen zusammen in locker verzweigten, herabhängenden Blütenständen. Ihr Duft ist leicht süßlich, aber meist weniger kräftig als bei einigen europäischen Lindenarten.
Wie für Linden typisch, ist der Stiel des Blütenstandes mit einem länglichen, flügelartigen Hochblatt verwachsen.
Früchte
Nach der Blüte entwickeln sich kleine, eiförmige bis verkehrt-eiförmige Nussfrüchte. Sie werden etwa 5–8 mm lang und sind mit feinen rötlich braunen Haaren bedeckt. Ihre dünne Schale lässt sich im Gegensatz zu den harten Früchten mancher anderer Lindenarten leicht zusammendrücken.
Das am Fruchtstand verbleibende Hochblatt wirkt beim Herabfallen als Flugorgan. Dadurch können die Früchte vom Wind ein Stück vom Baum fortgetragen werden.
Besonderheiten und Kulturgeschichte
Die Amur-Linde wurde 1856 vom deutsch-russischen Botaniker Carl Maximowicz im sibirischen Amurtal gesammelt. Franz Josef Ruprecht beschrieb sie 1869 als eigenständige Art. Wegen ihrer großen Ähnlichkeit mit der Winterlinde wurde sie später zeitweise als Tilia cordata var. amurensis behandelt.
Das Arnold Arboretum bei Boston erhielt 1909 erstmals Saatgut aus einer St. Petersburger Samenhandlung. Ein Baum aus dieser Einführung war mehr als einhundert Jahre später noch vorhanden. In europäischen Sammlungen ist die Art dagegen bis heute vergleichsweise selten geblieben.
Pflanzen unterschiedlicher geografischer Herkunft können sich im Austriebsverhalten deutlich unterscheiden. Herkünfte aus den besonders kalten nördlichen Regionen treiben in milden Wintern häufig sehr früh aus und werden dann von Spätfrösten geschädigt. Koreanische Herkünfte beginnen meist etwas später mit dem Austrieb und können für westeuropäische Klimabedingungen besser geeignet sein.
Standort und Pflege
Geeignet ist ein sonniger bis halbschattiger Standort. Der Boden sollte tiefgründig, gut durchlässig und mäßig nährstoffreich sein. Sandig-lehmige, lehmige und auch schwerere Böden werden vertragen. Besonders günstig sind neutrale bis kalkhaltige Böden; schwach saure Gartenböden sind ebenfalls geeignet.
Die Art entwickelt sich am besten auf frischen bis mäßig feuchten Standorten. Eingewachsene Bäume überstehen vorübergehende Trockenperioden besser als viele andere Linden. Eine Eignung für dauerhaft heiße, extrem trockene oder sehr flachgründige Böden lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Ebenso ungeeignet sind lang anhaltende Staunässe und stark verdichtete Böden.
Junge Bäume benötigen während der Anwachsphase eine gleichmäßige Wasserversorgung. Später ist zusätzliches Wässern nur während längerer Trockenperioden erforderlich.
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht notwendig. Bei jungen Bäumen kann ein zurückhaltender Erziehungsschnitt helfen, einen geraden Leittrieb und eine gleichmäßig aufgebaute Krone zu entwickeln. Die endgültige Größe sollte bei der Pflanzung berücksichtigt werden – aus „etwas kleiner als unsere Linden“ wird schließlich noch lange kein Vorgartenbäumchen.
Klimatische Aspekte
WHZ: 4–8
Die Amur-Linde besitzt eine sehr hohe Winterhärte. Einige nordamerikanische und dendrologische Quellen ordnen sie sogar USDA-Zone 3 zu. Gut ausgereiftes Holz verträgt strenge kontinentale Winter ohne besondere Schutzmaßnahmen.
Empfindlicher ist der junge Austrieb. Besonders nördliche Herkünfte können während milder Winterperioden vorzeitig austreiben und anschließend durch Spätfröste geschädigt werden. Ein Standort in einer ausgeprägten Frostsenke ist deshalb ungünstig.
Für Regionen mit wechselhaftem Winterverlauf sind spät austreibende koreanische Herkünfte besonders interessant. Die reine Tiefsttemperatur sagt bei dieser Art weniger über die Kulturfähigkeit aus als die Kombination aus Herkunft, Austriebszeit und örtlichem Frühjahrswetter.
Praxistipp
Tilia amurensis eignet sich als Solitärbaum für größere Gärten, Parks, breite Grünstreifen und Gehölzsammlungen. Für die langfristige Entwicklung sollten mindestens zehn bis zwölf Meter seitlicher Raum eingeplant werden.
Warum verzichten wir auf Begriffe zu Insekten und Co.?
Die rechtlichen Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen haben sich deutlich verschärft. Viele Begriffe, die im Gartenbau seit Jahrzehnten verwendet werden, setzen heute nachvollziehbare und belastbare Nachweise voraus. Einheitliche Bewertungsgrundlagen stehen für viele dieser Aussagen derzeit jedoch noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Aus Vorsicht verzichten wir deshalb bewusst auf pauschale Kennzeichnungen wie „bienenfreundlich“, „insektenfreundlich“, „Schmetterlingspflanze“ oder „heimisch“ und beschreiben unsere Pflanzen stattdessen anhand ihrer botanischen Eigenschaften.Sobald belastbare und allgemein anerkannte Bewertungsgrundlagen verfügbar sind, werden wir diese selbstverständlich in unsere Pflanzeninformationen einfließen lassen.
Wesentliche Eigenschaften
Blütenfarbe
-
gelb
Blütezeit
Früchte
Besonderes
Boden
-
anspruchslos
-
toleriert Trockenheit
Standort
Alle Pflanzenbeschreibungen auf dieser Website basieren auf sorgfältig recherchierten Informationen aus internationalen, überwiegend englischsprachigen Fachquellen.Dabei werden botanische, ökologische und gärtnerische Aspekte mit besonderem Augenmerk auf Herkunft, Standortansprüche, Wuchsverhalten und kulturgeschichtliche Bedeutung zusammengetragen.
Die Hauptquellen umfassen:
- Royal Horticultural Society (RHS) – Großbritanniens führende Gartenbaugesellschaft, deren Pflanzenverzeichnisse und Datenbanken wissenschaftlich fundierte Informationen zu Kultur, Pflege und Standortbedingungen bieten.
- Missouri Botanical Garden (MBG) – Eine der ältesten botanischen Einrichtungen der USA, bekannt für ihre umfangreichen Pflanzenbeschreibungen und Datenbanken (Plant Finder).
- United States Department of Agriculture (USDA) – Plants Database – Offizielle Quelle für Verbreitungsgebiete, Klimazonen (Hardiness Zones) und Standortdaten nordamerikanischer Pflanzenarten.
- Trees and Shrubs Online – Eine internationale, von Fachbotanikern gepflegte Plattform für Gehölzkunde, mit detaillierten Angaben zu Wuchs, Ökologie und Verwendung.
- Various Asian Botanical Sources – Wissenschaftliche Veröffentlichungen und universitäre Datenbanken aus Japan, China und Korea, die ergänzende Informationen zu asiatischen Arten liefern, insbesondere zu Herkunft und Standortansprüchen.
- eigene Erfahrungen in unserem Arboretum und Erzählungen/Erfahrungen von Kunden
Alle Angaben werden mit größter Sorgfalt geprüft und nach aktuellem Stand der internationalen botanischen Literatur wiedergegeben.Trotzdem kann es aufgrund regionaler Klimaunterschiede oder individueller Standortbedingungen zu Abweichungen in Wuchsform, Blütezeit oder Winterhärte kommen.
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