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Vor allem im Frühjahr und Herbst sind die meisten unserer Gehölze für einen besseren Wuchs geschnitten und können von der angegebenen Größe leicht abweichen.
Bitte beachten Sie auch unsere Topfgrößen!
Hinweise
Wir topfen das ganze Jahr über von kleineren in größere Töpfe. Es kann daher durchaus passieren (vor allem in den Sommermonaten), dass Sie einen kleinen Topf bestellen und einen größeren Topf erhalten. Darauf weisen wir in der Regel hin - auch, dass Sie etwas vorsichtig damit umgehen.
Fotos
Alle hier abgebildeten Fotos stellen lediglich einen Teil der Pflanzenbeschreibung dar. Es ist NICHT die angebotene Pflanze. Das Gewicht der Pflanze wird immer variieren, je nach Feuchtigkeit und kann deshalb nicht angezeigt werden
Info zur Pflanze
Beschreibung
Tilia henryana, die Henrys Linde, stammt aus dem zentralen und südöstlichen China. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst unter anderem die Provinzen Anhui, Henan, Hubei, Hunan, Jiangsu, Jiangxi, Shaanxi und Zhejiang. Dort wächst sie in sommerwarmen Regionen auf tiefgründigen, nährstoffreichen und ausreichend feuchten Böden.
Botanisch gehört die Art zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Der Artname henryana erinnert an den irischen Arzt, Pflanzensammler und Sinologen Augustine Henry.
Wuchs und Blätter
Die Henrys Linde entwickelt sich in europäischer Kultur zu einem langsam wachsenden Baum von meist etwa 9–15 m Höhe und 6–10 m Breite. In ihrer Heimat kann sie ungefähr 25 m erreichen. Die zunächst aufrechte bis breit kegelförmige Krone wird mit zunehmendem Alter rundlicher und ausladender. Die graue Rinde entwickelt später flache Furchen.
Besonders charakteristisch sind die breit eiförmigen bis annähernd herzförmigen Blätter. Sie werden etwa 6–13 cm lang und besitzen häufig eine etwas schiefe Blattbasis. Der Austrieb ist rosafarben, kupferrot bis dunkel bronzefarben und zunächst weich behaart. Im Laufe des Frühjahrs färben sich die Blätter glänzend frisch- bis dunkelgrün.
Unverwechselbar ist der Blattrand. Die seitlichen Blattadern enden in langen, haarfeinen Spitzen, wodurch das Blatt wie mit kleinen Wimpern oder Borsten eingefasst erscheint. Diese Spitzen sind gewöhnlich etwa 3–5 mm lang, können an kräftigen Trieben aber noch auffälliger ausfallen.
Im Herbst verfärbt sich das Laub gelb bis goldgelb. Die Intensität der Färbung ist vom Standort und vom Witterungsverlauf abhängig.
Blüte
Tilia henryana gehört zu den am spätesten blühenden Lindenarten. In europäischen Gärten erscheinen die Blüten gewöhnlich im August und September, gelegentlich noch bis in den Oktober.
Die kleinen, cremeweißen bis blassgelben Blüten stehen zahlreich in lockeren, hängenden Blütenständen. Sie verströmen einen kräftigen, süßen Duft, der bei warmer, windstiller Witterung auch in einiger Entfernung wahrnehmbar sein kann. Die Blütezeit erstreckt sich je nach Witterung über mehrere Wochen.
Wie bei anderen Linden gehört zu jedem Blütenstand ein längliches, hellgrünes Hochblatt. Es ist teilweise mit dem Blütenstandsstiel verwachsen und übernimmt später eine wichtige Funktion bei der Verbreitung der Früchte.
Früchte
Aus den Blüten entwickeln sich kleine, etwa 7–9 mm große Nussfrüchte. Sie sind behaart, häufig deutlich fünfkantig und besitzen eine feste, verholzte Schale.
Die Früchte bleiben mit dem flügelartigen Hochblatt verbunden. Beim Herabfallen wirkt dieses wie ein kleines Segel und verlangsamt den Fall, sodass die Früchte vom Wind ein Stück vom Baum fortgetragen werden können. Ihr eigentlicher Zierwert ist gegenüber Laub und Blüte eher gering.
Besonderheiten und Kulturgeschichte
Augustine Henry sammelte 1888 im westlichen Teil der chinesischen Provinz Hubei das Pflanzenmaterial, das später als Grundlage für die wissenschaftliche Beschreibung diente. Henry war ursprünglich als Arzt in China tätig. Seine umfangreichen Pflanzenbeobachtungen und Herbarbelege wurden für die Erforschung der chinesischen Flora von großer Bedeutung. Später ließ er sich zum Forstwissenschaftler ausbilden und wirkte am Aufbau der forstwissenschaftlichen Ausbildung in Irland mit.
Der polnische Botaniker Ignaz von Szyszylowicz beschrieb die Art 1890 und benannte sie zu Ehren Henrys als Tilia henryana.
Ernest Henry Wilson soll 1901 Saatgut aus Hubei an die englische Veitch-Baumschule geschickt haben. Ein eindeutiger Nachweis über die anschließende Verteilung dieser ersten Aussaat ist allerdings nicht erhalten. Das Jahr 1901 gilt deshalb als wahrscheinliche, aber nicht vollständig dokumentierte Einführung in die westliche Gartenkultur.
Die ursprünglich verbreiteten Pflanzen wuchsen in Europa ausgesprochen langsam. Heute befinden sich unterschiedliche Herkünfte und Klone in Kultur, die sich in Wuchsstärke, Behaarung und möglicherweise auch Frosthärte unterscheiden können.
Standort und Pflege
Ideal ist ein sonniger bis halbschattiger und vor kaltem Wind geschützter Standort. Im Halbschatten wächst der Baum ebenfalls, kann jedoch eine lockerere Krone entwickeln. Für einen gleichmäßigen Aufbau und eine zuverlässige Blüte ist ein warmer, ausreichend heller Platz günstig.
Der Boden sollte tiefgründig, humos, nährstoffreich und frisch bis mäßig feucht sein. Lehmige, sandig-lehmige und auch kalkhaltige Böden werden vertragen, sofern sie ausreichend durchlässig bleiben. Sehr trockene, flachgründige oder dauerhaft vernässte Standorte sind ungeeignet.
Junge Bäume benötigen während längerer Trockenperioden regelmäßig Wasser. Auch ältere Exemplare reagieren auf anhaltende Sommertrockenheit mit braunen Blatträndern, vorzeitigem Blattfall oder schwächerem Wachstum.
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht notwendig. Bei jungen Bäumen sollte auf einen geraden Leittrieb und einen stabilen Kronenaufbau geachtet werden. Spätere Schnitte beschränken sich möglichst auf abgestorbene, beschädigte oder ungünstig stehende Äste.
Klimatische Aspekte
WHZ: etwa 7
Die Royal Horticultural Society bewertet Tilia henryana mit H5, entsprechend ungefähr −15 bis −10 °C. Ältere, gut eingewurzelte Exemplare können an geschützten Standorten auch stärkere Fröste überstehen. Eine pauschale Zuordnung zu WHZ 6 ist wegen der unterschiedlichen Herkünfte und Kulturerfahrungen jedoch nicht überall zuverlässig.
Junge Pflanzen und noch nicht vollständig ausgereifte Triebe sind deutlich frostempfindlicher. In den ersten Standjahren sind ein windgeschützter Platz und eine schützende Mulchschicht über dem Wurzelbereich sinnvoll. Ein Stammschutz kann außerdem Spannungsrisse durch starke Wintersonne verhindern.
Kalte Ostwinde und Kahlfröste sind problematischer als kurze Fröste bei schützender Schneedecke. Ebenso ungünstig ist anhaltende Winternässe. Mit zunehmendem Alter und nach vollständiger Einwurzelung verbessert sich die Widerstandsfähigkeit deutlich.
Unser Baum steht jetzt seit ca. 2014 im Arboretum.
Praxistipp
Tilia henryana eignet sich als Solitär für größere Gärten, Arboreten und Parkanlagen. Langfristig sollten mindestens sechs bis acht Meter seitlicher Raum eingeplant werden. Der Standort darf gern in der Nähe eines Weges liegen, damit sich der ungewöhnliche Blattrand und der rosafarbene Austrieb aus der Nähe betrachten lassen.
Die geringe Wuchsgeschwindigkeit junger Pflanzen sollte nicht dazu verleiten, den Baum zu dicht an Gebäude oder Grundstücksgrenzen zu setzen. Die Henrys Linde lässt sich Zeit – sie vergisst ihr langfristiges Größenziel deshalb aber keineswegs.
Quellen
Warum verzichten wir auf Begriffe zu Insekten und Co.?
Die rechtlichen Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen haben sich deutlich verschärft. Viele Begriffe, die im Gartenbau seit Jahrzehnten verwendet werden, setzen heute nachvollziehbare und belastbare Nachweise voraus. Einheitliche Bewertungsgrundlagen stehen für viele dieser Aussagen derzeit jedoch noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Aus Vorsicht verzichten wir deshalb bewusst auf pauschale Kennzeichnungen wie „bienenfreundlich“, „insektenfreundlich“, „Schmetterlingspflanze“ oder „heimisch“ und beschreiben unsere Pflanzen stattdessen anhand ihrer botanischen Eigenschaften.Sobald belastbare und allgemein anerkannte Bewertungsgrundlagen verfügbar sind, werden wir diese selbstverständlich in unsere Pflanzeninformationen einfließen lassen.
Wesentliche Eigenschaften
Blütenfarbe
-
cremeweiß
Blütezeit
-
Juli
Früchte
Besonderes
-
Schmetterlings/Falterweide
-
Hummel und/oder Bienenweide
-
Duftend
Boden
-
anspruchslos
Standort
-
sonnig bis halbschattig
Alle Pflanzenbeschreibungen auf dieser Website basieren auf sorgfältig recherchierten Informationen aus internationalen, überwiegend englischsprachigen Fachquellen.Dabei werden botanische, ökologische und gärtnerische Aspekte mit besonderem Augenmerk auf Herkunft, Standortansprüche, Wuchsverhalten und kulturgeschichtliche Bedeutung zusammengetragen.
Die Hauptquellen umfassen:
- Royal Horticultural Society (RHS) – Großbritanniens führende Gartenbaugesellschaft, deren Pflanzenverzeichnisse und Datenbanken wissenschaftlich fundierte Informationen zu Kultur, Pflege und Standortbedingungen bieten.
- Missouri Botanical Garden (MBG) – Eine der ältesten botanischen Einrichtungen der USA, bekannt für ihre umfangreichen Pflanzenbeschreibungen und Datenbanken (Plant Finder).
- United States Department of Agriculture (USDA) – Plants Database – Offizielle Quelle für Verbreitungsgebiete, Klimazonen (Hardiness Zones) und Standortdaten nordamerikanischer Pflanzenarten.
- Trees and Shrubs Online – Eine internationale, von Fachbotanikern gepflegte Plattform für Gehölzkunde, mit detaillierten Angaben zu Wuchs, Ökologie und Verwendung.
- Various Asian Botanical Sources – Wissenschaftliche Veröffentlichungen und universitäre Datenbanken aus Japan, China und Korea, die ergänzende Informationen zu asiatischen Arten liefern, insbesondere zu Herkunft und Standortansprüchen.
- eigene Erfahrungen in unserem Arboretum und Erzählungen/Erfahrungen von Kunden
Alle Angaben werden mit größter Sorgfalt geprüft und nach aktuellem Stand der internationalen botanischen Literatur wiedergegeben.Trotzdem kann es aufgrund regionaler Klimaunterschiede oder individueller Standortbedingungen zu Abweichungen in Wuchsform, Blütezeit oder Winterhärte kommen.
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