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Fotos
Alle hier abgebildeten Fotos stellen lediglich einen Teil der Pflanzenbeschreibung dar. Es ist NICHT die angebotene Pflanze. Das Gewicht der Pflanze wird immer variieren, je nach Feuchtigkeit und kann deshalb nicht angezeigt werden
Info zur Pflanze
Beschreibung
Tripora divaricata stammt aus den gemäßigten Regionen Ostasiens. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet umfasst große Teile Japans, die Koreanische Halbinsel sowie mehrere Provinzen des nördlichen, zentralen und südöstlichen Chinas.
In Japan kommt die Art von Hokkaidō bis Kyūshū vor. Sie wächst dort vor allem an lichten Waldrändern, auf offenen Flächen in niedrigen Berglagen und stellenweise auch in hellen Bergwäldern. Aus China werden Mischwälder an Berghängen und offene Straßenränder in Höhenlagen von etwa 700 bis 2.900 Metern genannt.
Botanisch gehört die Art zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Lange Zeit wurde sie unter dem Namen Caryopteris divaricata zu den Bartblumen gestellt und ist unter diesem Synonym noch immer im Pflanzenhandel zu finden.
Untersuchungen der Blüten, Früchte, Pollen und Erbanlagen zeigten jedoch, dass die damalige Gattung Caryopteris keine einheitliche Abstammungsgruppe bildete. Die Art wurde deshalb 1999 in die neu geschaffene Gattung Tripora überführt. Diese Gattung enthält nur eine einzige Art.
Der Name Tripora bezieht sich auf die drei Poren der Pollenkörner. Diese sogenannte triporate Pollenform wurde bei der Aufstellung der Gattung als eine innerhalb der Lippenblütler ungewöhnliche Besonderheit hervorgehoben. Der Artname divaricata bedeutet „weit ausgebreitet“ oder „spreizend“ und verweist auf auseinanderstrebende Pflanzenteile.
Wuchs und Blätter
Tripora divaricata ist eine sommergrüne, ausdauernde Staude. Sie treibt im Frühjahr aus einem überwinternden Wurzelstock neu aus und entwickelt mehrere aufrechte, im oberen Bereich zunehmend verzweigte Stängel.
Die Pflanze erreicht gewöhnlich etwa 80 bis 120 Zentimeter Höhe. Auf nährstoffreichen, ausreichend frischen Standorten kann sie ungefähr 150 Zentimeter hoch und ähnlich breit werden. Besonders kräftige Auslesen können noch höher wachsen; solche Angaben sollten jedoch nicht ungeprüft auf die reine Art übertragen werden.
Die Staude wächst horstig und bildet keine weithin wandernden Ausläufer. Ältere Pflanzen entwickeln allmählich einen breiteren Bestand aus zahlreichen Grundtrieben. Die dünnen, vierkantigen Stängel stehen zunächst aufrecht, können sich während der Blüte unter ihrem eigenen Gewicht jedoch etwas nach außen neigen.
Die gegenständig angeordneten Blätter sind breit eiförmig bis länglich eiförmig und gewöhnlich etwa 5 bis 14 Zentimeter lang. Sie besitzen eine deutlich ausgezogene Spitze und einen grob gesägten Rand. Das Blattgewebe ist verhältnismäßig weich und dünn. Auf den Blattflächen und besonders entlang der Blattadern befinden sich vereinzelte kurze Haare und Drüsen.
Charakteristisch ist der kräftige Geruch, der bei Berührung oder beim Zerreiben der Blätter und Stängel freigesetzt wird. Er wird sehr unterschiedlich beschrieben – würzig, herb, an kräftigen Sesam, grüne Paprika oder weniger schmeichelhafte Dinge erinnernd. Unberührt fällt die Pflanze gewöhnlich weniger auf; beim Rückschnitt meldet sie sich dagegen olfaktorisch recht entschlossen zu Wort.
Blüte
Die Hauptblütezeit beginnt meist im August und reicht bis in den September. Abhängig von Herkunft, Standort und Witterung können erste Blüten bereits im Juli erscheinen; in milden Herbstlagen setzt sich die Blüte gelegentlich bis Anfang Oktober fort.
Die Blüten stehen in lockeren, achselständigen Trugdolden, die im oberen Bereich der verzweigten Stängel gemeinsam einen weit ausladenden, rispenähnlichen Blütenstand bilden. Dadurch entsteht die ungewöhnlich leichte und beinahe schwebende Wirkung der Pflanze.
Die einzelnen Blüten werden ungefähr 1 bis 2 Zentimeter lang und sind blauviolett bis violettblau gefärbt. Der untere Kronlappen ist deutlich vergrößert, zurückgebogen und am Ansatz heller bis nahezu weiß. Dunklere Zeichnungen können den hellen Bereich zusätzlich betonen.
Besonders auffällig sind die vier langen Staubblätter und der Griffel. Sie ragen weit aus der Blütenkrone heraus und biegen sich in einem deutlichen Bogen nach unten beziehungsweise außen. Zusammen mit den seitlich geöffneten Kronblättern entsteht eine eigenwillige, fast vogelähnliche Blütenform.
Früchte
Nach der Blüte bleibt der sich vergrößernde Kelch erhalten. In seinem Inneren entwickelt sich eine für Lippenblütler typische, in vier kleine Teilfrüchte zerfallende Frucht.
Die einzelnen Nüsschen sind eiförmig, hellbraun bis braun und ungefähr 3 bis 4 Millimeter lang. Ihre Oberfläche trägt eine feine netzartige Zeichnung. Die gesamten Fruchtstände sind unauffällig und besitzen nur einen geringen Zierwert.
Unter günstigen Bedingungen können Samen ausreifen und vereinzelt Sämlinge erscheinen. Eine unerwünschte, aggressive Ausbreitung ist bei der horstig wachsenden Staude jedoch nicht zu erwarten. Sollen Sämlinge sicher vermieden werden, können die Stängel nach der Blüte zurückgeschnitten werden.
Besonderheiten und Kulturgeschichte
In Japan heißt die Pflanze Kariganesō, geschrieben als 雁金草 oder 雁草. Karigane ist eine alte japanische Bezeichnung für Wildgänse, während sō „Kraut“ oder „Gras“ bedeutet. Die weit herausragenden, gebogenen Staubblätter und die seitlich geöffneten Kronlappen wurden mit einer fliegenden Gans verglichen.
Eine weitere japanische Bezeichnung lautet Hokakesō, „Segelpflanze“. Hier erinnerte die ungewöhnlich aufgerichtete und geschwungene Blüte offenbar eher an ein Segelboot. Beide Namen zeigen, dass die eigenwillige Blütenform schon lange Aufmerksamkeit erregt – je nach Fantasie fliegt sie über das Beet oder segelt hindurch.
Die Art wurde zunächst 1846 von Philipp Franz von Siebold und Joseph Gerhard Zuccarini als Clerodendrum divaricatum beschrieben. Dieser Name konnte jedoch nicht dauerhaft verwendet werden, weil er bereits zuvor für eine andere Art vergeben worden war. 1877 stellte Carl Johann Maximowicz die Pflanze als Caryopteris divaricata zu den Bartblumen.
Erst die späteren systematischen Untersuchungen führten zur Abtrennung als Tripora divaricata. Neben den genetischen Ergebnissen unterscheiden der krautige Wuchs, die lockeren Blütenstände, die gebogenen Staubblätter, der Aufbau der Früchte und insbesondere die dreiporigen Pollenkörner die Art von den eigentlichen Caryopteris-Arten.
Eine besondere traditionelle Nutzung der Pflanze ist nicht zuverlässig dokumentiert. In Japan wird sie vor allem als auffällige Wildstaude wahrgenommen. In europäischen Gärten ist sie weiterhin vergleichsweise selten und wird teilweise noch unter ihrem älteren botanischen Namen angeboten.
Standort und Pflege
Geeignet ist ein sonniger bis halbschattiger Standort. Volle Sonne fördert gewöhnlich einen kräftigen, standfesteren Wuchs und eine reiche Blütenbildung, sofern der Boden während längerer Hitzeperioden nicht vollständig austrocknet. In lichtem Halbschatten entwickelt sich die Staude ebenfalls gut, kann dort jedoch lockerer wachsen und stärker auseinanderfallen.
Der Boden sollte humos bis mäßig nährstoffreich, locker und gut durchlässig sein. Geeignet sind sandig-lehmige, humose oder steinig-humose Gartenböden mit frischer bis mäßig trockener Bodenfeuchtigkeit.
Dauerhaft feuchte, verdichtete oder schlecht drainierte Böden sind ungeeignet. Besonders winterliche Staunässe kann den Wurzelstock schädigen. Die gelegentliche natürliche Nähe zu Bachläufen darf daher nicht mit einer Anpassung an sumpfige oder dauerhaft vernässte Standorte verwechselt werden.
Eingewachsene Pflanzen überstehen vorübergehende Trockenperioden. Bei länger anhaltender sommerlicher Trockenheit können die unteren Blätter jedoch vorzeitig vergilben, während Blüten und junge Triebe kleiner bleiben. Eine gelegentliche gründliche Bewässerung ist dann sinnvoller als häufiges oberflächliches Gießen.
Eine starke Düngung ist nicht erforderlich. Eine dünne Kompostauflage oder eine maßvolle organische Düngung im Frühjahr genügt auf normalen Gartenböden. Übermäßige Stickstoffgaben führen leicht zu langen, weichen und wenig standfesten Stängeln.
Die abgestorbenen Triebe können im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr bodennah entfernt werden. Ein Schnitt während der Vegetationszeit ist normalerweise nicht notwendig. Sehr kräftige Pflanzen lassen sich im späten Frühjahr einmal leicht einkürzen, verzweigen sich dadurch stärker, blühen aber entsprechend später.
Ältere Horste können im Frühjahr geteilt werden. Auch eine Vermehrung durch Stecklinge oder Samen ist möglich.
Klimatische Aspekte
WHZ: 6–9
In nordamerikanischen Gartenquellen wird Tripora divaricata überwiegend für die USDA-Winterhärtezonen 6 bis 9 geführt. Einzelne langjährige Kulturerfahrungen berichten auch aus Zone 5 von zuverlässig überwinternden Pflanzen. Die tatsächliche Frosthärte dürfte von der Herkunft der Pflanzen, der Ausreife des Wurzelstocks und vor allem von der Bodenfeuchtigkeit im Winter abhängen.
Da sämtliche oberirdischen Triebe im Winter absterben, ist ein Zurückfrieren kein Schaden, sondern Bestandteil des natürlichen Wachstumsrhythmus. Entscheidend ist, dass der Wurzelstock gesund und ausreichend tief im Boden überwintert.
Junge oder spät im Jahr gepflanzte Exemplare können im ersten Winter mit einer lockeren Schicht aus Laub oder Reisig geschützt werden. Bei einer Pflanzung im Frühjahr und einem gut drainierten Standort ist nach dem Einwurzeln gewöhnlich kein besonderer Winterschutz notwendig.
Sommerliche Wärme wird gut vertragen, solange der Boden nicht über längere Zeit vollständig austrocknet. In heißen und trockenen Regionen ist leichter Halbschatten oder ein Standort mit Schutz vor der intensiven Nachmittagssonne günstiger. In niederschlagsreichen Gebieten ist dagegen ein möglichst guter Wasserabzug wichtiger als eine zusätzliche Bewässerung.
Praxistipp
Tripora divaricata eignet sich für den mittleren bis hinteren Bereich größerer Staudenpflanzungen sowie für sonnige bis leicht beschattete Gehölzränder. Die lockeren Blütenstände kommen besonders gut vor einem ruhigen Hintergrund oder zwischen fein aufgebauten Gräsern zur Geltung.
Geeignete Begleiter sind spätblühende Astern, Eutrochium, Sanguisorba, Veronicastrum oder höhere Gräser. Standfeste Nachbarstauden können zugleich verhindern, dass sich die dünnen Triebe nach kräftigem Regen zu weit nach außen neigen.
Unmittelbar an einem schmalen Weg sollte die Pflanze nur stehen, wenn ihr eigenwilliger Blattgeruch gefällt. Wer ihn nicht mag, gibt ihr besser etwas Abstand
Warum verzichten wir auf Begriffe zu Insekten und Co.?
Die rechtlichen Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen haben sich deutlich verschärft. Viele Begriffe, die im Gartenbau seit Jahrzehnten verwendet werden, setzen heute nachvollziehbare und belastbare Nachweise voraus. Einheitliche Bewertungsgrundlagen stehen für viele dieser Aussagen derzeit jedoch noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Aus Vorsicht verzichten wir deshalb bewusst auf pauschale Kennzeichnungen wie „bienenfreundlich“, „insektenfreundlich“, „Schmetterlingspflanze“ oder „heimisch“ und beschreiben unsere Pflanzen stattdessen anhand ihrer botanischen Eigenschaften.Sobald belastbare und allgemein anerkannte Bewertungsgrundlagen verfügbar sind, werden wir diese selbstverständlich in unsere Pflanzeninformationen einfließen lassen.
Wesentliche Eigenschaften
Blütenfarbe
-
blau
Blütezeit
-
August
Früchte
Besonderes
Boden
-
humos
-
frisch
-
mäßig feucht
-
toleriert Nässe
Standort
-
sonnig
Alle Pflanzenbeschreibungen auf dieser Website basieren auf sorgfältig recherchierten Informationen aus internationalen, überwiegend englischsprachigen Fachquellen.Dabei werden botanische, ökologische und gärtnerische Aspekte mit besonderem Augenmerk auf Herkunft, Standortansprüche, Wuchsverhalten und kulturgeschichtliche Bedeutung zusammengetragen.
Die Hauptquellen umfassen:
- Royal Horticultural Society (RHS) – Großbritanniens führende Gartenbaugesellschaft, deren Pflanzenverzeichnisse und Datenbanken wissenschaftlich fundierte Informationen zu Kultur, Pflege und Standortbedingungen bieten.
- Missouri Botanical Garden (MBG) – Eine der ältesten botanischen Einrichtungen der USA, bekannt für ihre umfangreichen Pflanzenbeschreibungen und Datenbanken (Plant Finder).
- United States Department of Agriculture (USDA) – Plants Database – Offizielle Quelle für Verbreitungsgebiete, Klimazonen (Hardiness Zones) und Standortdaten nordamerikanischer Pflanzenarten.
- Trees and Shrubs Online – Eine internationale, von Fachbotanikern gepflegte Plattform für Gehölzkunde, mit detaillierten Angaben zu Wuchs, Ökologie und Verwendung.
- Various Asian Botanical Sources – Wissenschaftliche Veröffentlichungen und universitäre Datenbanken aus Japan, China und Korea, die ergänzende Informationen zu asiatischen Arten liefern, insbesondere zu Herkunft und Standortansprüchen.
- eigene Erfahrungen in unserem Arboretum und Erzählungen/Erfahrungen von Kunden
Alle Angaben werden mit größter Sorgfalt geprüft und nach aktuellem Stand der internationalen botanischen Literatur wiedergegeben.Trotzdem kann es aufgrund regionaler Klimaunterschiede oder individueller Standortbedingungen zu Abweichungen in Wuchsform, Blütezeit oder Winterhärte kommen.
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