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Vor allem im Frühjahr und Herbst sind die meisten unserer Gehölze für einen besseren Wuchs geschnitten und können von der angegebenen Größe leicht abweichen.
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Wir topfen das ganze Jahr über von kleineren in größere Töpfe. Es kann daher durchaus passieren (vor allem in den Sommermonaten), dass Sie einen kleinen Topf bestellen und einen größeren Topf erhalten. Darauf weisen wir in der Regel hin - auch, dass Sie etwas vorsichtig damit umgehen.
Fotos
Alle hier abgebildeten Fotos stellen lediglich einen Teil der Pflanzenbeschreibung dar. Es ist NICHT die angebotene Pflanze. Das Gewicht der Pflanze wird immer variieren, je nach Feuchtigkeit und kann deshalb nicht angezeigt werden
Info zur Pflanze
Beschreibung
Rohdea wattii ist eine immergrüne, rhizombildende Staude aus der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht vom östlichen Himalaya mit Bhutan und dem nordöstlichen Indien über das südliche China bis nach Nordvietnam.
Die Art wächst überwiegend im feuchten Unterwuchs dichter Wälder, an bewaldeten Hängen sowie entlang von Bächen und Tälern. In China wird sie vor allem aus Höhenlagen zwischen etwa 800 und 2.800 Metern angegeben. Die Standorte sind schattig bis lichtschattig und besitzen meist humusreiche, während der Vegetationszeit gleichmäßig feuchte Böden.
Der heute akzeptierte Name lautet Rohdea wattii. Die Art wurde ursprünglich als Campylandra wattii beschrieben und später als Tupistra wattii geführt. Erst 2004 wurde sie in die Gattung Rohdea überführt. Die ältere Bezeichnung Tupistra wattii ist im Pflanzenhandel weiterhin verbreitet.
Wuchs und Blätter
Die ausdauernde Pflanze besitzt ein längliches, stängelartig wirkendes Rhizom mit deutlich voneinander entfernten Knoten. Aus ihm entstehen aufrechte Blatttriebe, die sich mit der Zeit zu lockeren, horstartig wirkenden Gruppen entwickeln. Die Ausbreitung erfolgt jedoch ausgesprochen langsam.
Je nach Herkunft und Standort werden etwa 25 bis 50 Zentimeter Höhe erreicht. Für kräftige Wildpflanzen sind auch Höhen bis ungefähr 60 Zentimeter beschrieben. In mitteleuropäischen Gärten bleiben die Pflanzen häufig niedriger und wachsen deutlich zurückhaltender.
An den Trieben sitzen mehrere gestielte Blätter. Die Blattspreiten sind elliptisch, eiförmig-elliptisch bis schmal elliptisch und werden gewöhnlich etwa 7 bis 21 Zentimeter lang sowie 3 bis 7 Zentimeter breit. Sie besitzen einen glatten Rand, eine deutlich zugespitzte Blattspitze und eine frisch- bis dunkelgrüne Färbung.
Das Laub bleibt in geschützten Lagen auch während des Winters erhalten. Nach stärkeren Frösten oder bei kaltem, austrocknendem Wind können einzelne Blätter beschädigt werden, ohne dass deshalb zwangsläufig das unterirdische Rhizom verloren ist.
Blüte
Die Blütezeit liegt gewöhnlich zwischen dem späten Winter und dem Frühjahr. Am Naturstandort werden Blüten von Februar bis Mai beschrieben. Unter mitteleuropäischen Bedingungen ist vor allem mit einer Blüte im März oder April zu rechnen.
Die kleinen Einzelblüten stehen dicht gedrängt in einer kurzen, etwa 2,5 bis 6 Zentimeter langen Ähre. Durch ihre kompakte Form wirkt der gesamte Blütenstand beinahe kolbenartig. An seiner Spitze sitzen häufig einige sterile Hochblätter.
Die fleischigen Blüten sind gelblich grün bis hellgrün, mitunter auch rotbraun überhaucht. Sie öffnen sich nur wenig und wirken dadurch wesentlich zurückhaltender als die späteren Früchte. Die Staude wird daher vor allem wegen ihrer ungewöhnlichen Wuchsform und ihrer botanischen Besonderheit kultiviert.
Früchte
Nach erfolgreicher Bestäubung entwickeln sich keine kugeligen Ähren, sondern einzelne rundliche Beeren, die dicht am ehemaligen Blütenstand sitzen. Während ihrer Entwicklung sind sie zunächst grün und färben sich bei vollständiger Reife rot.
Die Beeren erreichen etwa 9 bis 12 Millimeter Durchmesser. Am Naturstandort reifen sie teilweise erst im Winter oder im folgenden Frühjahr vollständig aus. Dadurch können Blüten und Früchte aus unterschiedlichen Entwicklungsperioden zeitlich überraschend dicht aufeinanderfolgen.
Besonderheiten und Kulturgeschichte
Das Artepitheton wattii erinnert an den schottischen Botaniker George Watt, der die Pflanze 1882 im heutigen indischen Bundesstaat Manipur sammelte. Dieses historische Pflanzenmaterial diente später als Grundlage für die wissenschaftliche Beschreibung.
Aus Manipur wurde die Art anschließend über einen Zeitraum von 137 Jahren nicht erneut botanisch dokumentiert. Erst bei neueren Untersuchungen gelang dort die Wiederentdeckung. Das dazugehörige Herbarmaterial ermöglichte 2024 zugleich eine genauere Festlegung des wissenschaftlichen Typus.
Auch die wechselvolle Gattungszuordnung erzählt ein Stück jüngerer Botanikgeschichte. Die Pflanze wanderte von Campylandra über Tupistra zu Rohdea. Für Pflanzenetiketten ist das beinahe eine sportliche Leistung – gleich drei Namen für eine Art, die sich im Garten ansonsten ausgesprochen wenig beeilt.
Standort und Pflege
Geeignet ist ein halbschattiger bis schattiger, geschützter Standort. Besonders günstig sind Plätze unter lichten Gehölzen, an absonnigen Gehölzrändern oder in einem nicht vollständig austrocknenden Waldgarten. Pralle Mittagssonne und offene, windige Lagen sollten vermieden werden.
Der Boden sollte humusreich, locker und frisch bis feucht sein. Trotz ihrer Herkunft von feuchten Waldstandorten benötigt die Pflanze einen ausreichenden Wasserabzug. Dauerhaft vernässte, im Winter sauerstoffarme Böden sind ungünstiger als ein humoser Boden, der Feuchtigkeit hält, ohne nass zu bleiben.
Während längerer sommerlicher Trockenperioden sollte besonders bei jungen oder frisch gepflanzten Exemplaren gewässert werden. Ein, bei uns in Norddeutschland, seit vielen Jahren ausgepflanztes Exemplar hat allerdings auch zeitweilige Sommertrockenheit gut überstanden. Diese Beobachtung zeigt, dass eingewachsene Pflanzen etwas toleranter sein können, als es die natürlichen Standorte zunächst vermuten lassen.
Eine lockere Auflage aus Laub oder feinem Mulch hält den Boden gleichmäßig feucht und schützt das Rhizom. Die Abdeckung darf nicht so dicht aufgebracht werden, dass sich an der Pflanzenbasis dauerhaft Nässe staut.
Die Vermehrung ist durch vorsichtige Teilung älterer Pflanzen möglich. Da die Art nur langsam neue Triebe bildet, sollten Teilstücke ausreichend Rhizom und mehrere kräftige Wurzeln besitzen. Häufiges Teilen verzögert den Aufbau größerer Gruppen erheblich.
Klimatische Aspekte
Die Winterhärte von Rohdea wattii ist bislang nur durch wenige längerfristige Kulturerfahrungen belegt. Eine nordamerikanische Sammlung führt die Art für USDA-Zone 7b bis 10b und berichtet von einer seit 2007 ausgepflanzten Pflanze, die kurzzeitige Tiefsttemperaturen von etwa −14 °C überstanden hat.
Auch die langjährige Freilandkultur an einem wintermilden, geschützten Standort bei uns spricht dafür, dass eine Einordnung in Zone 7b möglich ist. Daraus lässt sich jedoch noch keine uneingeschränkte Winterhärte für alle Standorte dieser Zone ableiten. Bodenverhältnisse, Windschutz, Schneedecke und die Herkunft des Pflanzenmaterials können den Überwinterungserfolg erheblich beeinflussen.
In kälteren oder windoffenen Gärten sollte die Pflanze unter einem lichten Gehölzdach oder an einem anderen geschützten Platz stehen. Eine lockere Laub- oder Mulchauflage ist besonders in den ersten Wintern ratsam. Kalter Wind in Verbindung mit Wintersonne kann das immergrüne Laub stärker schädigen als ein kurzer Nachtfrost.
Praxistipp
Rohdea wattii sollte an einem Platz gepflanzt werden, an dem sie über viele Jahre ungestört bleiben kann. Zwischen Farnen, kleinen Polygonatum, Asarum oder anderen ruhigen Waldstauden kommt das ungewöhnliche Laub gut zur Geltung, ohne von kräftig wachsenden Nachbarn bedrängt zu werden.
Der Standort darf im Sommer vorübergehend etwas trockener werden, sobald die Pflanze gut eingewurzelt ist. Für eine zügigere Entwicklung ist ein gleichmäßig frischer, humoser Boden jedoch günstiger.
Warum verzichten wir auf Begriffe zu Insekten und Co.?
Die rechtlichen Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen haben sich deutlich verschärft. Viele Begriffe, die im Gartenbau seit Jahrzehnten verwendet werden, setzen heute nachvollziehbare und belastbare Nachweise voraus. Einheitliche Bewertungsgrundlagen stehen für viele dieser Aussagen derzeit jedoch noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Aus Vorsicht verzichten wir deshalb bewusst auf pauschale Kennzeichnungen wie „bienenfreundlich“, „insektenfreundlich“, „Schmetterlingspflanze“ oder „heimisch“ und beschreiben unsere Pflanzen stattdessen anhand ihrer botanischen Eigenschaften.Sobald belastbare und allgemein anerkannte Bewertungsgrundlagen verfügbar sind, werden wir diese selbstverständlich in unsere Pflanzeninformationen einfließen lassen.
Wesentliche Eigenschaften
Blütenfarbe
-
gelb
Blütezeit
-
April
Früchte
Besonderes
Boden
-
frisch
-
durchlässig
Standort
-
schattig
Alle Pflanzenbeschreibungen auf dieser Website basieren auf sorgfältig recherchierten Informationen aus internationalen, überwiegend englischsprachigen Fachquellen.Dabei werden botanische, ökologische und gärtnerische Aspekte mit besonderem Augenmerk auf Herkunft, Standortansprüche, Wuchsverhalten und kulturgeschichtliche Bedeutung zusammengetragen.
Die Hauptquellen umfassen:
- Royal Horticultural Society (RHS) – Großbritanniens führende Gartenbaugesellschaft, deren Pflanzenverzeichnisse und Datenbanken wissenschaftlich fundierte Informationen zu Kultur, Pflege und Standortbedingungen bieten.
- Missouri Botanical Garden (MBG) – Eine der ältesten botanischen Einrichtungen der USA, bekannt für ihre umfangreichen Pflanzenbeschreibungen und Datenbanken (Plant Finder).
- United States Department of Agriculture (USDA) – Plants Database – Offizielle Quelle für Verbreitungsgebiete, Klimazonen (Hardiness Zones) und Standortdaten nordamerikanischer Pflanzenarten.
- Trees and Shrubs Online – Eine internationale, von Fachbotanikern gepflegte Plattform für Gehölzkunde, mit detaillierten Angaben zu Wuchs, Ökologie und Verwendung.
- Various Asian Botanical Sources – Wissenschaftliche Veröffentlichungen und universitäre Datenbanken aus Japan, China und Korea, die ergänzende Informationen zu asiatischen Arten liefern, insbesondere zu Herkunft und Standortansprüchen.
- eigene Erfahrungen in unserem Arboretum und Erzählungen/Erfahrungen von Kunden
Alle Angaben werden mit größter Sorgfalt geprüft und nach aktuellem Stand der internationalen botanischen Literatur wiedergegeben.Trotzdem kann es aufgrund regionaler Klimaunterschiede oder individueller Standortbedingungen zu Abweichungen in Wuchsform, Blütezeit oder Winterhärte kommen.
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