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Hinweise
Vor allem im Frühjahr und Herbst sind die meisten unserer Gehölze für einen besseren Wuchs geschnitten und können von der angegebenen Größe leicht abweichen.
Bitte beachten Sie auch unsere Topfgrößen!
Hinweise
Wir topfen das ganze Jahr über von kleineren in größere Töpfe. Es kann daher durchaus passieren (vor allem in den Sommermonaten), dass Sie einen kleinen Topf bestellen und einen größeren Topf erhalten. Darauf weisen wir in der Regel hin - auch, dass Sie etwas vorsichtig damit umgehen.
Fotos
Alle hier abgebildeten Fotos stellen lediglich einen Teil der Pflanzenbeschreibung dar. Es ist NICHT die angebotene Pflanze. Das Gewicht der Pflanze wird immer variieren, je nach Feuchtigkeit und kann deshalb nicht angezeigt werden
Info zur Pflanze
Beschreibung
Viburnum prunifolium, der Pflaumenblättrige Schneeball, stammt aus den zentralen und östlichen USA. Sein großes Verbreitungsgebiet reicht von Connecticut und New York bis nach Wisconsin, Kansas, Texas und Georgia. Dort wächst er an Waldrändern, in lichten Wäldern, Gebüschen und auf felsigen Hängen.
Der Artname prunifolium bedeutet „pflaumenblättrig“ und verweist auf die Ähnlichkeit der Blätter mit denen verschiedener Prunus-Arten. Im englischen Sprachraum heißt der Strauch „Blackhaw“ oder „Black Haw Viburnum“. Der Name bezieht sich vermutlich auf seinen etwas weißdornartigen Wuchs und die dunklen Früchte.
Wuchs und Blätter
Der langsam bis mäßig wachsende Strauch entwickelt einen aufrechten, dicht verzweigten und mit zunehmendem Alter breit rundlichen Aufbau. In europäischen Gärten erreicht er gewöhnlich etwa 3,5–5 m Höhe und 2,5–4 m Breite.
Mehrstämmig gezogen bleibt er strauchartig. Wird frühzeitig ein kräftiger Haupttrieb ausgewählt, lässt sich Viburnum prunifolium auch zu einem kleinen, malerisch verzweigten Baum erziehen. In den wärmeren Teilen seines natürlichen Verbreitungsgebietes sind Höhen von sechs bis neun Metern möglich.
Die glänzend dunkelgrünen Blätter sind oval bis verkehrt-eiförmig, fein gesägt und etwa 5–10 cm lang. Im Herbst nehmen sie je nach Standort und Witterung kräftige rote, weinrote und violette Farbtöne an.
Auch die Rinde verändert sich mit dem Alter. Junge Triebe sind glatt und zunächst rötlich bis graubraun. An älteren Stämmen wird die Borke dunkelgrau bis beinahe schwarz und löst sich in kleinen, kantigen Platten.
Blüte
Im Mai und Juni erscheinen flache, etwa 8–12 cm breite Blütendolden. Sie bestehen aus zahlreichen kleinen, cremeweißen Einzelblüten und stehen meist gut sichtbar oberhalb des Laubes.
Die Blütenknospen werden bereits im Vorjahr angelegt. Soll der Strauch ausgelichtet oder in seiner Größe begrenzt werden, erfolgt der Schnitt deshalb unmittelbar nach der Blüte. Ein Rückschnitt im Winter oder zeitigen Frühjahr würde einen großen Teil der bereits vorbereiteten Blüten entfernen.
Früchte
Ab dem Spätsommer entwickeln sich kleine, ovale Steinfrüchte. Während der Reife wechseln sie ihre Farbe von Grün über Rosa und Rot zu einem bereiften Blau- bis Purpurschwarz. Häufig sind innerhalb eines Fruchtstandes mehrere Farbstufen gleichzeitig zu sehen.
Das Fruchtfleisch reifer Früchte ist süßlich und essbar, wird jedoch von einem verhältnismäßig großen, flachen Stein beansprucht. Die Früchte wurden traditionell roh gegessen und werden in der Gartenliteratur auch zur Verarbeitung zu Gelee oder Fruchtmus beschrieben. Für ein volles Marmeladenglas ist allerdings ein wenig Sammelfleiß nötig – der Stein hat bei der Platzverteilung in dieser Frucht recht großzügig an sich selbst gedacht.
Für einen guten Fruchtansatz empfiehlt sich die Pflanzung eines zweiten, genetisch unterschiedlichen Exemplars derselben Art. Ein einzelner Strauch kann Früchte bilden, der Behang bleibt jedoch häufig schwächer.
Besonderheiten und Kulturgeschichte
Für die Meskwaki ist die Verwendung der reifen Früchte als Nahrung ausdrücklich dokumentiert. Sie wurden roh gegessen; in späteren Darstellungen wird außerdem die Verarbeitung zu haltbaren Fruchtzubereitungen beschrieben.
Eine davon getrennte Geschichte besitzt die Verwendung der Rinde. Verschiedene indigene Völker Nordamerikas nutzten Stamm- oder Wurzelrinde in unterschiedlichen Zubereitungen. Für die Cherokee sind unter anderem Anwendungen als Tonikum überliefert. Die Lenape verwendeten die Wurzelrinde in Mischungen, die sich auf die weiblichen Fortpflanzungsorgane bezogen, während bei den Mi’kmaq eine Einnahme im Zusammenhang mit der Geburt dokumentiert ist.
Im 19. Jahrhundert übernahm die nordamerikanische Pflanzenheilkunde den Strauch unter dem Namen „Black Haw“. Besonders die sogenannten Eclectic Physicians verwendeten Rindenpräparate bei Menstruationsbeschwerden, Krämpfen, Schwangerschaftsübelkeit und drohenden Fehlgeburten. Von 1882 bis 1926 war Black-Haw-Rinde sogar offiziell in der United States Pharmacopeia aufgeführt.
Die häufig wiederholte Aussage, indigene Völker hätten ein nicht näher bezeichnetes „Kraut“ gegen Menstruationsbeschwerden und morgendliche Übelkeit verwendet, ist daher zu pauschal. Belegt ist vor allem die Verwendung der Rinde; viele der heute genannten frauenheilkundlichen Anwendungen stammen aus der späteren amerikanischen Medizingeschichte.
Diese Angaben sind ausschließlich kulturhistorisch zu verstehen. Die Rinde enthält stark wirksame Inhaltsstoffe und eignet sich insbesondere während einer Schwangerschaft nicht zur eigenständigen Anwendung.
Standort und Pflege
Ideal ist ein sonniger bis halbschattiger Standort. In voller Sonne wächst der Strauch meist dichter, blüht reicher und entwickelt eine intensivere Herbstfärbung. Auch lichter Schatten wird gut vertragen; an sehr dunklen Plätzen bleibt die Blüte jedoch schwächer.
Entgegen mancher Beschreibungen benötigt Viburnum prunifolium keinen ausgesprochen feuchten Boden. Geeignet ist ein mäßig trockener bis frischer, gut durchlässiger Gartenboden. Sandige, lehmige, tonige und selbst flachgründig-steinige Böden werden ebenso vertragen wie unterschiedliche pH-Werte.
Junge Pflanzen sollten während der Anwachsphase gleichmäßig mit Wasser versorgt werden. Gut eingewurzelte Sträucher kommen später auch mit längeren trockenen Phasen zurecht. Dauerhaft nasse, schlecht belüftete Böden sind weniger geeignet.
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht erforderlich. Soll der Strauch verjüngt werden, können direkt nach der Blüte einzelne ältere Triebe bodennah entfernt werden. Wer ein kleines Bäumchen ziehen möchte, wählt früh einen Hauptstamm aus und entfernt konkurrierende Basistriebe schrittweise.
Klimatische Aspekte
WHZ: 4–9
Der Pflaumenblättrige Schneeball ist ausgesprochen frosthart. Nordamerikanische Quellen führen ihn teilweise sogar ab WHZ 3. Für den europäischen Verkauf ist die etwas vorsichtigere Angabe WHZ 4–9 angemessen.
Hitze und zeitweilige Trockenheit werden von eingewachsenen Pflanzen gut vertragen. Aufgrund seines großen natürlichen Verbreitungsgebietes kommt der Strauch sowohl mit kontinentalen Wintern als auch mit warmen Sommern zurecht.
Spätfröste können den jungen Austrieb oder bereits geöffnete Blüten vorübergehend schädigen, gefährden die Pflanze selbst aber normalerweise nicht.
Praxistipp
Viburnum prunifolium eignet sich für größere Strauchgruppen, sonnige Gehölzränder und als frei wachsender Solitär. Besonders schön kommt er zur Geltung, wenn genügend Raum für seine natürlich rundliche Krone vorhanden ist.
Wer Wert auf einen reichen Fruchtbehang legt, pflanzt zwei nicht vegetativ identische Exemplare. Als kleiner Hausbaum lässt sich die Art ebenfalls verwenden, benötigt dafür aber einen frühen Erziehungsschnitt. Ohne diese Lenkung entscheidet sie sich meist für die bequemere Variante: mehrere Stämme und einen recht großzügigen Strauch.
Warum verzichten wir auf Begriffe zu Insekten und Co.?
Die rechtlichen Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen haben sich deutlich verschärft. Viele Begriffe, die im Gartenbau seit Jahrzehnten verwendet werden, setzen heute nachvollziehbare und belastbare Nachweise voraus. Einheitliche Bewertungsgrundlagen stehen für viele dieser Aussagen derzeit jedoch noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Aus Vorsicht verzichten wir deshalb bewusst auf pauschale Kennzeichnungen wie „bienenfreundlich“, „insektenfreundlich“, „Schmetterlingspflanze“ oder „heimisch“ und beschreiben unsere Pflanzen stattdessen anhand ihrer botanischen Eigenschaften.Sobald belastbare und allgemein anerkannte Bewertungsgrundlagen verfügbar sind, werden wir diese selbstverständlich in unsere Pflanzeninformationen einfließen lassen.
Wesentliche Eigenschaften
Blütenfarbe
-
weiß
Blütezeit
-
Mai
Früchte
Besonderes
-
Schmetterlings/Falterweide
-
Hummel und/oder Bienenweide
-
Duftend
-
Vogelnahrung
Boden
-
feucht
-
durchlässig
Standort
-
sonnig
-
sonnig bis halbschattig
Alle Pflanzenbeschreibungen auf dieser Website basieren auf sorgfältig recherchierten Informationen aus internationalen, überwiegend englischsprachigen Fachquellen.Dabei werden botanische, ökologische und gärtnerische Aspekte mit besonderem Augenmerk auf Herkunft, Standortansprüche, Wuchsverhalten und kulturgeschichtliche Bedeutung zusammengetragen.
Die Hauptquellen umfassen:
- Royal Horticultural Society (RHS) – Großbritanniens führende Gartenbaugesellschaft, deren Pflanzenverzeichnisse und Datenbanken wissenschaftlich fundierte Informationen zu Kultur, Pflege und Standortbedingungen bieten.
- Missouri Botanical Garden (MBG) – Eine der ältesten botanischen Einrichtungen der USA, bekannt für ihre umfangreichen Pflanzenbeschreibungen und Datenbanken (Plant Finder).
- United States Department of Agriculture (USDA) – Plants Database – Offizielle Quelle für Verbreitungsgebiete, Klimazonen (Hardiness Zones) und Standortdaten nordamerikanischer Pflanzenarten.
- Trees and Shrubs Online – Eine internationale, von Fachbotanikern gepflegte Plattform für Gehölzkunde, mit detaillierten Angaben zu Wuchs, Ökologie und Verwendung.
- Various Asian Botanical Sources – Wissenschaftliche Veröffentlichungen und universitäre Datenbanken aus Japan, China und Korea, die ergänzende Informationen zu asiatischen Arten liefern, insbesondere zu Herkunft und Standortansprüchen.
- eigene Erfahrungen in unserem Arboretum und Erzählungen/Erfahrungen von Kunden
Alle Angaben werden mit größter Sorgfalt geprüft und nach aktuellem Stand der internationalen botanischen Literatur wiedergegeben.Trotzdem kann es aufgrund regionaler Klimaunterschiede oder individueller Standortbedingungen zu Abweichungen in Wuchsform, Blütezeit oder Winterhärte kommen.
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