Heidi und Martin Dieck

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Echt dufte - Jasmin - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten

Echt dufte - Jasmin

Wer bei Jasmin Pflanzen zuerst an weiße, intensiv duftende Blüten denkt, kennt nur einen Teil dieser erstaunlich vielseitigen Pflanzengruppe. Unter den Jasminen finden sich niederliegende und aufrecht wachsende Sträucher ebenso wie Spreizklimmer und windende Gehölze. Manche blühen mitten im Winter, andere erst im Sommer. Auch die Blütenfarben reichen von Weiß über Rosa bis zu kräftigem Gelb.

Die Gattung Jasminum gehört zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) und umfasst etwa 200 Arten. Fast alle stammen aus den subtropischen und tropischen Regionen Afrikas, Asiens, Australiens und der pazifischen Inselwelt. Nur eine nahe verwandte Art, der heute als Chrysojasminum fruticans geführte Strauch-Jasmin, besitzt ein natürliches Verbreitungsgebiet im Mittelmeerraum.

In der Flora of China werden 43 Arten für China genannt. Der Winterjasmin, Jasminum nudiflorum, stammt aus Nordchina. Er lässt sich auch in raueren Lagen Mitteleuropas kultivieren.

Die übrigen hier vorgestellten Arten und Sorten benötigen meist einen windgeschützten, warmen, sonnigen bis halbschattigen Standort. In kälteren Regionen empfiehlt sich je nach Art eine Kultur im Kübel mit geschützter Überwinterung im Kalthaus.

Jasminum officinale - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten
Jasminum officinale

Winterjasmin – Blüten mitten im Winter

Der Winterjasmin, Jasminum nudiflorum, ist in Deutschland am häufigsten kultiviert. Seine leuchtend gelben Blüten öffnen sich früh. Die meisten anderen Gehölze sind dann noch in Winterruhe.

Es ist ein laubabwerfender Spreizklimmer. Er kann mit Kletterhilfe bis zu vier Meter hoch werden. Auch in der Breite beansprucht er mit der Zeit Raum. Die kleinen Blätter bestehen meist aus drei einzelnen Blättchen. Auffällig sind die vierkantigen grünen Zweige. Sie überhängen bogig oder wachsen flach über den Boden.

Die Blütezeit beginnt in vielen Jahren bereits im Dezember. Abhängig von der Witterung kann sie sich über einen langen Zeitraum bis in den März hineinziehen. Die Art wird häufig den Winterhärtezonen 6 bis 11 zugeordnet und gilt damit als der winterhärteste der hier beschriebenen Jasmine.

Von Jasminum nudiflorum ist vor allem die Sorte ‘Aureum’ bekannt. Sie besitzt gelbe bis gelb gefleckte Blätter, neigt allerdings gelegentlich zu Rückschlägen in die grünlaubige Form.

Rosa-Jasmin – eine seltenere Erscheinung

Jasminum beesianum, der Rosa-Jasmin, ist ebenfalls winterhart. Seine rosa Blüten duften leicht und angenehm. Sie stehen meist zu dritt in kleinen Blütenständen. Die Hauptblütezeit liegt im Mai.

Im Herbst können sich kleine schwarze, leicht abgeflachte und annähernd kugelige Früchte mit einem Durchmesser von etwa einem Zentimeter entwickeln. Der laubabwerfende Strauch besitzt einfache, kleine und gegenständig angeordnete Blätter.

Seine Triebe wachsen zunächst eher niederliegend. Finden sie eine Kletterhilfe, erreicht die Pflanze 1,5 Meter Höhe. Das natürliche Verbreitungsgebiet reicht vom südöstlichen Tibet bis nach Zentralchina. Die Art wird oft den Winterhärtezonen 7a bis 9 zugeordnet.

Jasminum beesianum - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten
Jasminum beesianum

Echter Jasmin – der klassische Duftjasmin

Der Echte Jasmin, Jasminum officinale, ist ein laubabwerfender, kletternder Strauch. In milden Gegenden und an einem geeigneten Standort kann er bis zu zehn Meter hoch werden.

Sein natürliches Verbreitungsgebiet reicht vom östlichen Kaukasus über den Iran und den Himalaja bis nach China. Darüber hinaus ist die Art heute auch in Teilen des Mittelmeerraumes eingebürgert.

Die weißen, stark duftenden Blüten stehen meist zu fünf bis zehn in endständigen Trugdolden zusammen. Die Blütezeit beginnt im Juni und kann bis in den September hineinreichen. Nach erfolgreicher Befruchtung können etwa einen Zentimeter große, schwarze Früchte entstehen.

Die gegenständig angeordneten Blätter sind unpaarig gefiedert und bestehen meist aus fünf bis sieben Einzelblättchen. Das Endblättchen ist deutlich gestielt und in der Regel größer als die seitlichen Blättchen.

In klimatisch milden Regionen lässt sich Jasminum officinale im Freiland kultivieren. Die Winterhärte wird häufig mit Zone 7b bis 10 angegeben. Entscheidend sind ein geschützter Standort und ein gut drainierter Boden, da anhaltende winterliche Nässe die Widerstandsfähigkeit beeinträchtigen kann.

Sorten des Echten Jasmins

Vom Echten Jasmin sind verschiedene Sorten bekannt, die sich vor allem in Blütenfarbe, Laubfärbung und Wuchsstärke unterscheiden.

  • ‘Affine’ (syn. Jasminum officinale f. affine): Die Sorte besitzt größere, auf der Außenseite leicht rosa überhauchte Blüten. Sie gilt als reich blühend, ist jedoch etwas empfindlicher als die Art.
  • ‘Argenteovariegatum’: Eine reich blühende Sorte mit graugrünen, weiß gerandeten Blättern. Sie wurde mit dem Award of Garden Merit ausgezeichnet.
  • ‘Aureovariegata’: Die Blätter dieser Sorte sind unregelmäßig gelb gefleckt. Sie blüht reich, wächst jedoch etwas schwächer als die Art.
  • ‘Aureum’: Kennzeichnend ist eine frische gelbgrüne Laubfärbung. Die Sorte gilt als etwas empfindlicher als die grünlaubige Art.
  • ‘Fiona Sunrise’: Eine auffallend gelblaubige Sorte, deren Blätter ihre kräftige goldgelbe Färbung über den Sommer weitgehend behalten. Nach unseren bisherigen Kulturerfahrungen zeigt sie zudem eine gute Winterhärte.
  • ‘Inverleith’: Diese aus Schottland stammende Sorte wurde 1992 in „The Kew Magazine“ beschrieben. Sie wächst kräftig und kann sich an einem geeigneten Standort fünf bis zehn Meter hoch entwickeln. Der Frühjahrsaustrieb ist bronzeviolett und färbt sich später dunkelgrün. Die zunächst purpurroten Blütenknospen öffnen sich zu weißen, zart rosa überhauchten Blüten. ‘Inverleith’ gilt als vergleichsweise winterhart und wurde ebenfalls mit dem Award of Garden Merit ausgezeichnet.
Jasminum officinale 'Inverleith' - Herrenkamper Gärten - PflanzenraritätenJasminum officinale 'Inverleith' - Herrenkamper Gärten - PflanzenraritätenJasminum officinale - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten

Jasminum × stephanense – Rosa-Jasmin trifft Echten Jasmin  

Jasminum × stephanense entstand in den 1920er-Jahren in Frankreich. Victor Lemoine brachte die Hybride in den Handel. Sie ist eine Kreuzung aus Rosa-Jasmin und Echtem Jasmin.

Sie vereint verschiedene Eigenschaften ihrer Eltern und entwickelt einen kräftigen, kletternden Wuchs. Mit einer geeigneten Rankhilfe oder zwischen anderen Gehölzen kann sie eine Höhe von etwa fünf bis acht Metern erreichen.

Die duftenden, zartrosa Blüten stehen in endständigen Trugdolden. Die Blütezeit liegt zwischen der des früher blühenden Rosa-Jasmins und der des Echten Jasmins. Meist öffnet Jasminum × stephanense seine Blüten im Juni und Juli.

Jasminum stephanense (x) - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten
Jasminum x stephanense

Großblütiger Jasmin und die Gewinnung von Jasminöl

Jasminum grandiflorum, der Großblütige Jasmin, wird im Handel gelegentlich auch als Chinesischer Teejasmin bezeichnet. Früher wurde er häufig als Form oder Sorte von Jasminum officinale geführt, gilt heute jedoch als eigenständige Art.

Er ähnelt dem Echten Jasmin, ist aber in vielen Teilen etwas größer. Die Zweige wachsen kletternd bis überhängend, während die stark duftenden Blüten einen Durchmesser von bis zu vier Zentimetern erreichen können. Die Blütezeit beginnt im Juni und reicht unter günstigen Bedingungen bis in den Herbst hinein.

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art reicht von Teilen Ostafrikas über die Arabische Halbinsel und Pakistan bis nach Südzentralchina. In Mitteleuropa ist Jasminum grandiflorum nicht ausreichend winterhart. Er kann jedoch als Kübelpflanze kultiviert und frostfrei überwintert werden.

In Spanien, Italien und Südfrankreich wird der Großblütige Jasmin zur Gewinnung von Jasminöl angebaut.

Die Sorte ‘De Grasse’ ist eine Auslese aus Jasminum grandiflorum. Sie wurde für hohen Duftstoff-Ertrag selektiert. Für 50 Milliliter Jasminöl-Zubereitung braucht man 45.000 Blüten. Dies zeigt, warum echtes Jasminöl so kostbar ist.

Primeljasmin – große gelbe Blüten

Der Primeljasmin, Jasminum mesnyi, stammt aus dem südlichen Zentralchina und Vietnam. Er erinnert im Wuchs und mit seinen gelben Blüten an den Winterjasmin, besitzt jedoch deutlich größere Blüten, die kaum duften.

Die Blüten stehen einzeln in den Blattachseln. In vielen Jahren beginnt die Blüte bereits im März. Neben einfach blühenden Pflanzen kommen auch Formen mit einem doppelten Blütenblattkreis vor.

Der immergrüne bis halbimmergrüne Strauch wird gewöhnlich etwa zwei Meter, seltener bis zu drei Meter hoch. Die Winterhärte wird meist mit Zone 8 bis 10 angegeben. Für eine dauerhafte Freilandkultur kommt er deshalb vor allem in sehr milden und geschützten Lagen infrage. In kälteren Regionen empfiehlt sich die Haltung als Kübelpflanze mit geschützter Überwinterung. In Südengland und im Mittelmeerraum wird die Art auch ausgepflanzt kultiviert.

Zimmer-Jasmin – rosa Knospen, weiße Blüten

Hin und wieder wird im Handel auch Jasminum polyanthum, der Zimmer-Jasmin, angeboten. Sein natürliches Verbreitungsgebiet liegt im subtropischen südwestlichen China und im angrenzenden Myanmar.

Der immergrüne Schlinger erreicht meist zwei bis drei Meter Höhe, kann sich unter günstigen Bedingungen jedoch deutlich stärker entwickeln. Die etwa zehn Zentimeter langen, gefiederten Blätter bestehen gewöhnlich aus fünf bis sieben Einzelblättchen.

Besonders auffällig sind die zunächst mehr oder weniger kräftig rosa gefärbten Blütenknospen. Beim Öffnen werden die Blüten weiß und zeigen außen häufig noch einen zarten rosa Hauch. Sie besitzen einen intensiven Duft.

Unter Freilandbedingungen blüht es von Mai bis August. Im Gewächshaus kann sich die Blütezeit verschieben. Der Zimmer-Jasmin ist nicht winterhart. Man kann ihn im Kalthaus überwintern. Die Temperatur sollte nicht unter 5 °C fallen.

Aus Jasminum wird Chrysojasminum

Die bisher beschriebenen Arten besitzen gegenständig angeordnete Blätter. Einige gelb blühende Arten mit wechselständigen Blättern werden nach neuerer taxonomischer Einordnung dagegen in der eigenen Gattung Chrysojasminum geführt.

„Chryso“ bedeutet „golden“. Dies verweist auf die goldgelbe Blütenfarbe dieser Arten. In älterer Literatur findet man sie unter Gattung Jasminum. Auch im Handel sind sie so teilweise noch zu finden.

Strauch-Jasmin – ein Vertreter des Mittelmeerraumes

Chrysojasminum fruticans, früher Jasminum fruticans, ist der einzige Vertreter dieser Pflanzengruppe mit einem natürlichen Verbreitungsgebiet im europäischen Mittelmeerraum. Der deutsche Name Strauch-Jasmin beschreibt seinen im Vergleich zu vielen anderen Jasminen deutlich strauchigeren Wuchs.

Die Art bildet einen dicht verzweigten Strauch. Er ist ein bis zwei Meter hoch. Er ist immergrün bis halbimmergrün. Goldgelbe Blüten erscheinen im Juni und Juli. Sie stehen meist zu drei bis fünf in Büscheln.

Im Herbst entwickeln sich etwa erbsengroße, runde und glänzend schwarze Früchte. Der Strauch-Jasmin wird häufig den Winterhärtezonen 7 bis 10 zugeordnet. Bei strengen Kahlfrösten ist ein Schutz des Wurzelbereiches und der unteren Triebe sinnvoll.

Jasminum fruticans - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten
Jasminum fruticans

Gelber Jasmin ‘Revolutum’

Chrysojasminum humile, früher Jasminum humile, ist eine formenreiche Art. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht vom südlichen Iran über den Himalaja bis nach Zentralchina und in das nördliche Myanmar.

Im europäischen Gartenbau ist vor allem die Sorte ‘Revolutum’ von Bedeutung. Sie besitzt duftende, goldgelbe Blüten, die in lockeren Büscheln zusammenstehen. Die Blütezeit reicht gewöhnlich von Anfang Juni bis in den Juli. Die Sorte wurde mit dem Award of Garden Merit ausgezeichnet.

‘Revolutum’ entwickelt sich zu einem immergrünen bis halbimmergrünen Strauch. Die vergleichsweise großen, glänzend grünen Blätter sind unpaarig gefiedert und bestehen aus fünf bis sieben Einzelblättchen. Das Endblättchen ist deutlich größer und kann bis zu sieben Zentimeter lang werden.

Die Angaben zur Winterhärte variieren je nach Quelle und Standort. In kälteren Regionen ist ein warmer, geschützter Platz erforderlich. Alternativ kann die Pflanze im Kübel kultiviert und im Kalthaus überwintert werden.

Zwergjasmin – klein im Wuchs, selten in der Natur

Chrysojasminum parkeri, früher Jasminum parkeri, ist eine seltene Art mit einem sehr kleinen natürlichen Verbreitungsgebiet im westlichen Himalaja. Sie ist nur von wenigen Standorten im indischen Bundesstaat Himachal Pradesh bekannt und gilt dort als stark gefährdet.

Der Zwergjasmin bildet einen kleinen, dicht verzweigten und immergrünen Strauch. Auch an günstigen Standorten erreicht er nur etwa 60 Zentimeter Höhe und bleibt häufig deutlich kleiner. Damit eignet er sich für Steingärten, Tröge und andere Pflanzplätze, an denen sein kompakter Wuchs gut zur Geltung kommt.

Die gelben, leicht duftenden Blüten stehen einzeln oder zu zweit an den Triebenden und in den Blattachseln. Die Blütezeit liegt im Juni. Die kleinen, rundlichen Früchte messen nur etwa drei bis vier Millimeter. Anders als bei den meisten übrigen hier beschriebenen Arten sind sie grünlich weiß.

Die Winterhärte wird häufig mit Zone 7 bis 10 angegeben. In kalten Lagen empfiehlt sich vor allem ein Schutz vor Kahlfrost und anhaltender Winternässe.

Jasminum parkeri - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten
Jasminum parkeri

Standort, Pflege und Vermehrung von Jasmin Pflanzen

Die verschiedenen Jasminarten unterscheiden sich deutlich in ihrer Winterhärte. Gemeinsam ist ihnen jedoch die Vorliebe für einen warmen, möglichst windgeschützten Standort in voller Sonne oder im hellen Halbschatten.

An den Boden stellen sie keine außergewöhnlich hohen Ansprüche. Viele Arten gedeihen sowohl auf schwereren lehmigen als auch auf humosen oder leichteren sandigen Böden. Entscheidend ist, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann und der Boden im Winter nicht dauerhaft vernässt.

Die hier beschriebenen Arten lassen sich durch Sommerstecklinge aus halbreifem Holz oder durch Absenker vermehren. Spreizklimmer und schlingende Arten benötigen eine Kletterhilfe oder benachbarte Gehölze, in die sie hineinwachsen können.

Das örtliche Winterklima ist entscheidend für die Auswahl. Winterjasmin eignet sich auch für raue Lagen. Andere Arten brauchen einen geschützten Platz. Sie benötigen frostfreie oder kühle Überwinterung. Wer diese Unterschiede beachtet, entdeckt Vielfalt im Jasmin. Von gelben Winterblüten bis zu duftenden Sommerblühern.

Einige der hier vorgestellten Jasmin finden Sie natürlich auch wieder in unserem Shop.

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Heidi Dieck

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