Großblattmagnolien –
Magnolien mit Dschungelfeeling - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten

Großblattmagnolien – Magnolien mit Dschungelfeeling

Magnolia hypoleuca/obovata

 Der Pflanzenforscher Ernest Wilson sagte einmal: "Keine Baum- und Strauchgruppe ist in Gärten bekannter oder wird mehr geschätzt als die Magnolien, und keine Gruppe bringt größere oder üppigere Blüten hervor“
1737 wurde die Magnolie vom schwedischen Botaniker Carl Linneaus zu Ehren des französischen Botanikers Pierre Magnol (1638–1715) benannt. Die damals benannte Pflanze kennt man heute unter dem Namen Magnolia virginiana. Es finden sich allerding noch wesentlich frühere Aufzeichnungen über Magnolien in der aztekischen Geschichte, speziell über die kaum noch vorhandene Magnolia dealbata. Die Blüten dieser Großblattmagnolie werden noch heute für Zeremonien verwendet, was eine Samenbildung verhindert und so zum Aussterben der Pflanze beiträgt.
Magnolien stammen aus einer Zeit, als die Wälder der Erde vorwiegend aus Koniferen und Palmfarnen bestanden. Aus einer Übergangsform zwischen Koniferen und Laubgehölzen könnten sich vor ca. 100 Millionen Jahren die Magnolien und damit die ersten Blütenpflanzen entwickelt haben. Fossilienfunde belegen das. Die ersten Magnolienarten lebten also zur Dinosaurierzeit und verbreiteten sich relativ rasch über die gesamte nördliche Hemisphäre aus. Lediglich in Europa sind die Magnolien in der letzten Eiszeit ausgestorben.  

Zwischen Koniferen und Laubgehölzen?

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Die Blüten der Magnolien zeigen noch eine deutliche Gemeinsamkeit mit den Zapfen der Pinaceae auf. Die Blütenblätter, Staubblätter und Fruchtblättern stehen nicht in Blütenblattkreisen, sondern sind schraubig an der Blütenachse angeordnet, ähnlich wie die Zapfenschuppen bei Fichten oder Tannen. Die Blütenblätter der Magnolien sind nicht in Kelchblätter (Sepalen) und Blütenblätter (Petalen) differenziert. Man spricht hier von Tepalen, die beide Funktionen (Schutz der Knospe und Anlockung von Insekten) gleichermaßen übernehmen. 

Da die Magnolien erdgeschichtlich älter sind als die Bienen, sind bis heute verschiedene Blütenkäfer, die vom Duft der Blüten angezogen werden, für die Bestäubung der Blüten verantwortlich. Interessant dabei ist, dass z.B. bei den Magnolia campbellii in China überwiegend weiß ist, in Europa aber eher rosa überhaucht. Das führen einige darauf zurück, dass zu der Zeit, wenn Magnolia campbellii hier blüht, noch keine Käfer unterwegs sind und die Blüten meist von fliegenden Insekten bzw. Wind bestäubt werden.

Überhaupt haben alle Magnolienblüten keinen Nektar, dafür aber einen sehr hohen Pollengehalt. Der Fruchtstand ist leicht verholzt und erinnert bei vielen Arten an den Zapfen von Koniferen. In der Vollreife öffnen sich die Kammern der Fruchtblätter und entlassen die Samen, die von einer fleischigen rosaroten bis dunkelroten Sarkotesta umgeben sind. Heute gibt es über 300 Arten von Magnolien vorwiegend in Asien und Nord- und Mittelamerika, die als laubabwerfende oder immergrüne Bäume oder Sträucher in Wäldern und Gebüschen vorkommen. Die meisten Magnolienarten lieben leicht saure humusreiche und nicht zu trockene Böden. Besonders faszinierend sind die meist aus Nordamerika stammenden Großblattmagnolien, von denen hier einige vorgestellt werden sollen.  

Magnolia grandiflora

Magnolia grandiflora 'Ferruginea' - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten
Die Immergrüne Magnolie stammt aus den südöstlichen Staaten der USA, wo sie von North Carolina bis Texas an den Küsten in subtropischem Klima vorkommt. Sie wächst baumförmig und kann eine Größe von über 30 m erreichen. Die ledrigen immergrünen Blätter erinnern im Erscheinungsbild an den Gummibaum (Ficus elastica) und können ebenso groß werden. Die Blätter sind oberseits glänzend grün und von einer dicken Kutikula überzogen, unterseits kahl oder mit einem braunen Integument versehen. Die weißen Blüten erscheinen meist im Juni über einen längeren Zeitraum verteilt. 
Magnolia grandiflora 'Ferruginea' - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten
Die schalenförmigen, duftenden Blüten erreichen je nach Sorte einen Durchmesser von 20-30 (selten mehr) cm. Die Art ist winterhart in Zone 7b-9.Von dieser Art gibt es verschiedene Sorten, von denen hier nur einige genannt sein sollen:'Exmouth' und 'Gallissonieri' sind wohl die ältesten Sorten. Sie weisen einen eher schlanken, pyramidalen Wuchs auf. 'Exmouth' hat relativ kleine, schmale Blättern und kleinere Blüten als 'Gallissonieri'.'Little Gem' und 'Alta' sind zwei Zwergformen, die nur 5 – 8 m hoch werden sollen. Sie sind pyramidal aufgebaut. 'Alta' soll bis -20°C winterhart sein, während die Sorte 'Little Gem' eher als etwas frostempfindlich einzustufen ist.'Ferruginea' ist eine Sorte sehr dunkelgrünen, leicht gewellten Blättern mit einem besonders intensiv gefärbtem braunen Integument an der Blattunterseite. Die Blüten erreichen einen Durchmesser von etwa 20 cm. Diese Sorte erwies sich bei uns in der niedersächsischen Tiefebene als sehr winterhart.  

Magnolia fraseri

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Die Bergmagnolie ist ein laubabwerfender Baum. Ihr Verbreitungsgebiet ist ebenfalls das südöstliche Nordamerika. Im Gegensatz zur Magnolia grandiflora kommt die Bergmagnolie in größeren Höhenlagen vor. In den Appalachen wächst sie in Höhen bis 1500 m an feucht-warmen Standorten, mit humus- und nährstoffreichen Böden. Ihre Blätter erreichen eine Länge von 25cm und eine Breite von etwa 15-20 cm. Die sommergrünen Blätter sind ähnlich wie bei der später noch beschriebenen Magnolia macrophylla unterseits bläulich und weisen deutliche „Ohrläppchen“ am Blattstiel auf. Die leicht duftenden, weißen Blüten sind haben einen Durchmesser von ca. 20 cm. Magnolia fraseri ist winterhart in Zone 6-9.  

Magnolia tripetala

Magnolia tripetala x hypoleuca (Magnolia tripetala x obovata) - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten
Die Schirmmagnolie kommt ebenfalls aus dem Südosten der Vereinigten Staaten. Sie bildet eher einen mehrtriebigen Großstrauch mit einer Höhe von bis zu 15 m und wächst nur selten baumförmig. Magnolia tripetala kommt in den Wäldern der Appalachen vor. Im Westen reicht ihr Verbreitungsgebiet bis Oklahoma und im Süden bis Florida Die spitz zulaufenden, sommergrünen' Blätter erreichen eine Länge von 20-50 cm und werden etwa 10-20 cm breit. Die Blätter sind dünn und hellgrün und stehen zu mehreren schirmartig an den Triebspitzen.  Ein deutlicher Unterschied zu den anderen hier vorgestellten Arten ist der am Blattstiel spitz zulaufende Ansatz der Blattspreite. 
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Die cremeweißen Blüten erblühen Mitte Mai bis Anfang Juni und weisen rote Staubgefäße auf. Die Blüten erreichen einen Durchmesser von 10-15 cm. Die zylindrischen dunkelroten Früchte zieren den Strauch im Spätsommer bis Herbst. Die Schirmmagnolie steht in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet in montanen Wäldern auf leicht sauren Böden. Magnolia tripetala ist die winterhärteste der hier vorgestellten Arten und gedeiht in den Winterhärtezonen 5-8 'Bloomfield' ist eine Sorte, die von dem amerikanischen Magnolienzüchter Phil Savage aus einer Aussaat von M. tripetala aus Pennsylvania selektiert wurde. Die Blätter erreichen bei dieser Sorte eine Länge von 70 cm und eine Breite von 30 cm auf. Die tellergroßen Blüten weisen bis zu 15 Tepalen auf.  

Magnolia macrophylla

Magnolia macrophylla - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten
Die Großblattmagnolie stammt aus geschützten Auenwäldern der Apalachen. Sie benötigt mehr Feuchtigkeit als die anderen Arten und sonnige Standorte. Ihre Blätter sind ähnlich in Form und Farbe, wie unter Magnolia fraseri beschrieben, haben aber Ausmaße, die eher denen von Bananenblättern entsprechen. Die Blätter variieren in der Länge zwischen 50 und 100 cm und können eine Breite von 30 cm erreichen. Die duftenden weißen Blüten haben ebenso gigantische Ausmaße und sind mit einem Durchmesser von 35-40cm die wohl größten Blüten, die man an Bäumen erwarten würde. Der Baum kann stattliche Höhen von 15-20m erreichen. Magnolia macrophylla ist gut winterhart (WHZ 5-8), sollte aber dennoch an einem windgeschützten Standort stehen, damit die Blätter nicht im Wind unansehnlich zerfetzt werden.
Magnolia macrophylla ssp ashei - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten
Magnolia macrophylla ashei
Dies ist eine Varietät der Großblattmagnolie (richtig: Magnolia macrophylla var. ashei), die sich von der Art dadurch unterscheidet, dass sie in allen Teilen etwas kleiner bleibt. Sie hat einen strauchigen Wuchs mit einer Höhe von etwa 10 m. Sie kommt vor im Florida-Panhandle, also südlich von Georgia und Alabama. Die Ashei-Magnolie blüht im Gegensatz zur Großblattmagnolie auch schon als relativ junge Pflanze, was ihren Gartenwert ausmacht, auch wenn Blätter und Blüten weniger groß sind. Mit Winterhärtezone 6-9 ist die Varietät etwas empfindlicher als die Art.  

Magnolia obovata

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Die Hinokimagnolie stammt aus mäßig feuchten Bergwäldern Japans (Honshu). Sie wächst aufrecht und baumförmig, wobei sie in der Heimat bis 30 m hoch werden kann. Ihre sommergrünen Blätter sind derb bis ledrig und können eine Länge von 30 cm und eine Breite von etwa 15 cm erreichen. Ähnlich wie bei Magnolia tripetala stehen die Blätter schirmförmig an den Triebspitzen. Die Blüten duften und sind cremeweiß, im Abblühen dunkler werdend. Die Blüten haben einen Durchmesser von 15-20 cm und stehen aufrecht. Die Blütezeit reicht von Mitte Mai bis Anfang Juni. Nach erfolgter Befruchtung bildet die Pflanze große, rote, bis 20 cm lange Fruchtstände. Im Herbst färben die Blätter dunkelbraun mit einer hellgrau schimmernden Unterseite. Magnolia obovata ist winterhart in Zone 5-8.

Magnolia officinalis

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Die Apothekermagnolie hat ihre Heimat in den Bergwäldern Chinas, wo sie bis in Höhenlagen von 2000 m vorkommt. Die Blätter sind zu 7-9 am Ende der Triebe schirmartig angeordnet. Sie erreichen eine Länge von ca. 40 cm und eine Breite von ca. 15-20 cm. Die Blätter sind leicht ledrig mit einer glatten, glänzenden Oberfläche und einer graublauen, behaarten Unterseite. Die 10-15 cm großen Blüten erscheinen Ende Mai bis Mitte Juni. Sie haben 9-12 dicke etwas fleischige Tepalen.Eine Varietät wird zuweilen beschrieben als Magnolia officinalis var. biloba, die sich von der Art durch eine mehr oder weniger tief eingeschnittene Blattspitze unterscheidet. Der Status als eigene Varietät ist bei den Botanikern umstritten.Magnolia officinalis ist winterhart in den Zonen 7-9.   

Magnolia rostrata

Aus den Bergwäldern des Himalaya von China bis Myanmar stammt Magnolia rostrata. Sie wächst dort in Laubwäldern bis in Höhen von 3000 m. Die Art ist im Bestand gefährdet. Auch bei dieser Art sind die Blätter schirmförmig angeordnet. Die obovaten Blätter können 30-50 cm lang und 20-25 cm breit werden. Sie sind auf der Oberseite glänzend grün und auf der Unterseite bläulich und mit rotbraunen Haaren besetzt. Die duftenden, cremeweißen Blüten erscheinen endständig Ende Mai bis in den Juni hinein. Sie weisen 9-12 Tepalen auf. Die zapfenförmigen roten Früchte stehen aufrecht und haben eine Länge von meist 15-20 cm. Auch diese Art ist bei uns winterhart (WHZ 7-9).


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Winterblühende Lonicera - ein Hauch von Frühling
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Heidi und Martin Dieck

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Großblattmagnolien – Magnolien mit Dschungelfeeling

Magnolia hypoleuca/obovata

 Der Pflanzenforscher Ernest Wilson sagte einmal: "Keine Baum- und Strauchgruppe ist in Gärten bekannter oder wird mehr geschätzt als die Magnolien, und keine Gruppe bringt größere oder üppigere Blüten hervor“
1737 wurde die Magnolie vom schwedischen Botaniker Carl Linneaus zu Ehren des französischen Botanikers Pierre Magnol (1638–1715) benannt. Die damals benannte Pflanze kennt man heute unter dem Namen Magnolia virginiana. Es finden sich allerding noch wesentlich frühere Aufzeichnungen über Magnolien in der aztekischen Geschichte, speziell über die kaum noch vorhandene Magnolia dealbata. Die Blüten dieser Großblattmagnolie werden noch heute für Zeremonien verwendet, was eine Samenbildung verhindert und so zum Aussterben der Pflanze beiträgt.
Magnolien stammen aus einer Zeit, als die Wälder der Erde vorwiegend aus Koniferen und Palmfarnen bestanden. Aus einer Übergangsform zwischen Koniferen und Laubgehölzen könnten sich vor ca. 100 Millionen Jahren die Magnolien und damit die ersten Blütenpflanzen entwickelt haben. Fossilienfunde belegen das. Die ersten Magnolienarten lebten also zur Dinosaurierzeit und verbreiteten sich relativ rasch über die gesamte nördliche Hemisphäre aus. Lediglich in Europa sind die Magnolien in der letzten Eiszeit ausgestorben.  

Zwischen Koniferen und Laubgehölzen?

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Die Blüten der Magnolien zeigen noch eine deutliche Gemeinsamkeit mit den Zapfen der Pinaceae auf. Die Blütenblätter, Staubblätter und Fruchtblättern stehen nicht in Blütenblattkreisen, sondern sind schraubig an der Blütenachse angeordnet, ähnlich wie die Zapfenschuppen bei Fichten oder Tannen. Die Blütenblätter der Magnolien sind nicht in Kelchblätter (Sepalen) und Blütenblätter (Petalen) differenziert. Man spricht hier von Tepalen, die beide Funktionen (Schutz der Knospe und Anlockung von Insekten) gleichermaßen übernehmen. 

Da die Magnolien erdgeschichtlich älter sind als die Bienen, sind bis heute verschiedene Blütenkäfer, die vom Duft der Blüten angezogen werden, für die Bestäubung der Blüten verantwortlich. Interessant dabei ist, dass z.B. bei den Magnolia campbellii in China überwiegend weiß ist, in Europa aber eher rosa überhaucht. Das führen einige darauf zurück, dass zu der Zeit, wenn Magnolia campbellii hier blüht, noch keine Käfer unterwegs sind und die Blüten meist von fliegenden Insekten bzw. Wind bestäubt werden.

Überhaupt haben alle Magnolienblüten keinen Nektar, dafür aber einen sehr hohen Pollengehalt. Der Fruchtstand ist leicht verholzt und erinnert bei vielen Arten an den Zapfen von Koniferen. In der Vollreife öffnen sich die Kammern der Fruchtblätter und entlassen die Samen, die von einer fleischigen rosaroten bis dunkelroten Sarkotesta umgeben sind. Heute gibt es über 300 Arten von Magnolien vorwiegend in Asien und Nord- und Mittelamerika, die als laubabwerfende oder immergrüne Bäume oder Sträucher in Wäldern und Gebüschen vorkommen. Die meisten Magnolienarten lieben leicht saure humusreiche und nicht zu trockene Böden. Besonders faszinierend sind die meist aus Nordamerika stammenden Großblattmagnolien, von denen hier einige vorgestellt werden sollen.  

Magnolia grandiflora

Magnolia grandiflora 'Ferruginea' - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten
Die Immergrüne Magnolie stammt aus den südöstlichen Staaten der USA, wo sie von North Carolina bis Texas an den Küsten in subtropischem Klima vorkommt. Sie wächst baumförmig und kann eine Größe von über 30 m erreichen. Die ledrigen immergrünen Blätter erinnern im Erscheinungsbild an den Gummibaum (Ficus elastica) und können ebenso groß werden. Die Blätter sind oberseits glänzend grün und von einer dicken Kutikula überzogen, unterseits kahl oder mit einem braunen Integument versehen. Die weißen Blüten erscheinen meist im Juni über einen längeren Zeitraum verteilt. 
Magnolia grandiflora 'Ferruginea' - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten
Die schalenförmigen, duftenden Blüten erreichen je nach Sorte einen Durchmesser von 20-30 (selten mehr) cm. Die Art ist winterhart in Zone 7b-9.Von dieser Art gibt es verschiedene Sorten, von denen hier nur einige genannt sein sollen:'Exmouth' und 'Gallissonieri' sind wohl die ältesten Sorten. Sie weisen einen eher schlanken, pyramidalen Wuchs auf. 'Exmouth' hat relativ kleine, schmale Blättern und kleinere Blüten als 'Gallissonieri'.'Little Gem' und 'Alta' sind zwei Zwergformen, die nur 5 – 8 m hoch werden sollen. Sie sind pyramidal aufgebaut. 'Alta' soll bis -20°C winterhart sein, während die Sorte 'Little Gem' eher als etwas frostempfindlich einzustufen ist.'Ferruginea' ist eine Sorte sehr dunkelgrünen, leicht gewellten Blättern mit einem besonders intensiv gefärbtem braunen Integument an der Blattunterseite. Die Blüten erreichen einen Durchmesser von etwa 20 cm. Diese Sorte erwies sich bei uns in der niedersächsischen Tiefebene als sehr winterhart.  

Magnolia fraseri

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Die Bergmagnolie ist ein laubabwerfender Baum. Ihr Verbreitungsgebiet ist ebenfalls das südöstliche Nordamerika. Im Gegensatz zur Magnolia grandiflora kommt die Bergmagnolie in größeren Höhenlagen vor. In den Appalachen wächst sie in Höhen bis 1500 m an feucht-warmen Standorten, mit humus- und nährstoffreichen Böden. Ihre Blätter erreichen eine Länge von 25cm und eine Breite von etwa 15-20 cm. Die sommergrünen Blätter sind ähnlich wie bei der später noch beschriebenen Magnolia macrophylla unterseits bläulich und weisen deutliche „Ohrläppchen“ am Blattstiel auf. Die leicht duftenden, weißen Blüten sind haben einen Durchmesser von ca. 20 cm. Magnolia fraseri ist winterhart in Zone 6-9.  

Magnolia tripetala

Magnolia tripetala x hypoleuca (Magnolia tripetala x obovata) - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten
Die Schirmmagnolie kommt ebenfalls aus dem Südosten der Vereinigten Staaten. Sie bildet eher einen mehrtriebigen Großstrauch mit einer Höhe von bis zu 15 m und wächst nur selten baumförmig. Magnolia tripetala kommt in den Wäldern der Appalachen vor. Im Westen reicht ihr Verbreitungsgebiet bis Oklahoma und im Süden bis Florida Die spitz zulaufenden, sommergrünen' Blätter erreichen eine Länge von 20-50 cm und werden etwa 10-20 cm breit. Die Blätter sind dünn und hellgrün und stehen zu mehreren schirmartig an den Triebspitzen.  Ein deutlicher Unterschied zu den anderen hier vorgestellten Arten ist der am Blattstiel spitz zulaufende Ansatz der Blattspreite. 
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Die cremeweißen Blüten erblühen Mitte Mai bis Anfang Juni und weisen rote Staubgefäße auf. Die Blüten erreichen einen Durchmesser von 10-15 cm. Die zylindrischen dunkelroten Früchte zieren den Strauch im Spätsommer bis Herbst. Die Schirmmagnolie steht in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet in montanen Wäldern auf leicht sauren Böden. Magnolia tripetala ist die winterhärteste der hier vorgestellten Arten und gedeiht in den Winterhärtezonen 5-8 'Bloomfield' ist eine Sorte, die von dem amerikanischen Magnolienzüchter Phil Savage aus einer Aussaat von M. tripetala aus Pennsylvania selektiert wurde. Die Blätter erreichen bei dieser Sorte eine Länge von 70 cm und eine Breite von 30 cm auf. Die tellergroßen Blüten weisen bis zu 15 Tepalen auf.  

Magnolia macrophylla

Magnolia macrophylla - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten
Die Großblattmagnolie stammt aus geschützten Auenwäldern der Apalachen. Sie benötigt mehr Feuchtigkeit als die anderen Arten und sonnige Standorte. Ihre Blätter sind ähnlich in Form und Farbe, wie unter Magnolia fraseri beschrieben, haben aber Ausmaße, die eher denen von Bananenblättern entsprechen. Die Blätter variieren in der Länge zwischen 50 und 100 cm und können eine Breite von 30 cm erreichen. Die duftenden weißen Blüten haben ebenso gigantische Ausmaße und sind mit einem Durchmesser von 35-40cm die wohl größten Blüten, die man an Bäumen erwarten würde. Der Baum kann stattliche Höhen von 15-20m erreichen. Magnolia macrophylla ist gut winterhart (WHZ 5-8), sollte aber dennoch an einem windgeschützten Standort stehen, damit die Blätter nicht im Wind unansehnlich zerfetzt werden.
Magnolia macrophylla ssp ashei - Herrenkamper Gärten - Pflanzenraritäten
Magnolia macrophylla ashei
Dies ist eine Varietät der Großblattmagnolie (richtig: Magnolia macrophylla var. ashei), die sich von der Art dadurch unterscheidet, dass sie in allen Teilen etwas kleiner bleibt. Sie hat einen strauchigen Wuchs mit einer Höhe von etwa 10 m. Sie kommt vor im Florida-Panhandle, also südlich von Georgia und Alabama. Die Ashei-Magnolie blüht im Gegensatz zur Großblattmagnolie auch schon als relativ junge Pflanze, was ihren Gartenwert ausmacht, auch wenn Blätter und Blüten weniger groß sind. Mit Winterhärtezone 6-9 ist die Varietät etwas empfindlicher als die Art.  

Magnolia obovata

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Die Hinokimagnolie stammt aus mäßig feuchten Bergwäldern Japans (Honshu). Sie wächst aufrecht und baumförmig, wobei sie in der Heimat bis 30 m hoch werden kann. Ihre sommergrünen Blätter sind derb bis ledrig und können eine Länge von 30 cm und eine Breite von etwa 15 cm erreichen. Ähnlich wie bei Magnolia tripetala stehen die Blätter schirmförmig an den Triebspitzen. Die Blüten duften und sind cremeweiß, im Abblühen dunkler werdend. Die Blüten haben einen Durchmesser von 15-20 cm und stehen aufrecht. Die Blütezeit reicht von Mitte Mai bis Anfang Juni. Nach erfolgter Befruchtung bildet die Pflanze große, rote, bis 20 cm lange Fruchtstände. Im Herbst färben die Blätter dunkelbraun mit einer hellgrau schimmernden Unterseite. Magnolia obovata ist winterhart in Zone 5-8.

Magnolia officinalis

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Die Apothekermagnolie hat ihre Heimat in den Bergwäldern Chinas, wo sie bis in Höhenlagen von 2000 m vorkommt. Die Blätter sind zu 7-9 am Ende der Triebe schirmartig angeordnet. Sie erreichen eine Länge von ca. 40 cm und eine Breite von ca. 15-20 cm. Die Blätter sind leicht ledrig mit einer glatten, glänzenden Oberfläche und einer graublauen, behaarten Unterseite. Die 10-15 cm großen Blüten erscheinen Ende Mai bis Mitte Juni. Sie haben 9-12 dicke etwas fleischige Tepalen.Eine Varietät wird zuweilen beschrieben als Magnolia officinalis var. biloba, die sich von der Art durch eine mehr oder weniger tief eingeschnittene Blattspitze unterscheidet. Der Status als eigene Varietät ist bei den Botanikern umstritten.Magnolia officinalis ist winterhart in den Zonen 7-9.   

Magnolia rostrata

Aus den Bergwäldern des Himalaya von China bis Myanmar stammt Magnolia rostrata. Sie wächst dort in Laubwäldern bis in Höhen von 3000 m. Die Art ist im Bestand gefährdet. Auch bei dieser Art sind die Blätter schirmförmig angeordnet. Die obovaten Blätter können 30-50 cm lang und 20-25 cm breit werden. Sie sind auf der Oberseite glänzend grün und auf der Unterseite bläulich und mit rotbraunen Haaren besetzt. Die duftenden, cremeweißen Blüten erscheinen endständig Ende Mai bis in den Juni hinein. Sie weisen 9-12 Tepalen auf. Die zapfenförmigen roten Früchte stehen aufrecht und haben eine Länge von meist 15-20 cm. Auch diese Art ist bei uns winterhart (WHZ 7-9).


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Heidi Dieck

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