Heidi und Martin Dieck
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Großblattmagnolien – Magnolien mit Dschungelfeeling
Der Pflanzenforscher Ernest Wilson sagte einmal: "Keine Baum- und Strauchgruppe ist in Gärten bekannter oder wird mehr geschätzt als die Magnolien, und keine Gruppe bringt größere oder üppigere Blüten hervor“
1737 wurde die Magnolie vom schwedischen Botaniker Carl Linneaus zu Ehren des französischen Botanikers Pierre Magnol (1638–1715) benannt. Die damals benannte Pflanze kennt man heute unter dem Namen Magnolia virginiana. Es finden sich allerding noch wesentlich frühere Aufzeichnungen über Magnolien in der aztekischen Geschichte, speziell über die kaum noch vorhandene Magnolia dealbata. Die Blüten dieser Großblattmagnolie werden noch heute für Zeremonien verwendet, was eine Samenbildung verhindert und so zum Aussterben der Pflanze beiträgt.
Magnolien stammen aus einer Zeit, als die Wälder der Erde vorwiegend aus Koniferen und Palmfarnen bestanden. Aus einer Übergangsform zwischen Koniferen und Laubgehölzen könnten sich vor ca. 100 Millionen Jahren die Magnolien und damit die ersten Blütenpflanzen entwickelt haben. Fossilienfunde belegen das. Die ersten Magnolienarten lebten also zur Dinosaurierzeit und verbreiteten sich relativ rasch über die gesamte nördliche Hemisphäre aus. Lediglich in Europa sind die Magnolien in der letzten Eiszeit ausgestorben.
Zwischen Koniferen und Laubgehölzen?
Da die Magnolien erdgeschichtlich älter sind als die Bienen, sind bis heute verschiedene Blütenkäfer, die vom Duft der Blüten angezogen werden, für die Bestäubung der Blüten verantwortlich. Interessant dabei ist, dass z.B. bei den Magnolia campbellii in China überwiegend weiß ist, in Europa aber eher rosa überhaucht. Das führen einige darauf zurück, dass zu der Zeit, wenn Magnolia campbellii hier blüht, noch keine Käfer unterwegs sind und die Blüten meist von fliegenden Insekten bzw. Wind bestäubt werden.
Überhaupt haben alle Magnolienblüten keinen Nektar, dafür aber einen sehr hohen Pollengehalt. Der Fruchtstand ist leicht verholzt und erinnert bei vielen Arten an den Zapfen von Koniferen. In der Vollreife öffnen sich die Kammern der Fruchtblätter und entlassen die Samen, die von einer fleischigen rosaroten bis dunkelroten Sarkotesta umgeben sind. Heute gibt es über 300 Arten von Magnolien vorwiegend in Asien und Nord- und Mittelamerika, die als laubabwerfende oder immergrüne Bäume oder Sträucher in Wäldern und Gebüschen vorkommen. Die meisten Magnolienarten lieben leicht saure humusreiche und nicht zu trockene Böden. Besonders faszinierend sind die meist aus Nordamerika stammenden Großblattmagnolien, von denen hier einige vorgestellt werden sollen.
Magnolia grandiflora
Magnolia fraseri
Magnolia tripetala
Magnolia macrophylla
Dies ist eine Varietät der Großblattmagnolie (richtig: Magnolia macrophylla var. ashei), die sich von der Art dadurch unterscheidet, dass sie in allen Teilen etwas kleiner bleibt. Sie hat einen strauchigen Wuchs mit einer Höhe von etwa 10 m. Sie kommt vor im Florida-Panhandle, also südlich von Georgia und Alabama. Die Ashei-Magnolie blüht im Gegensatz zur Großblattmagnolie auch schon als relativ junge Pflanze, was ihren Gartenwert ausmacht, auch wenn Blätter und Blüten weniger groß sind. Mit Winterhärtezone 6-9 ist die Varietät etwas empfindlicher als die Art.
Magnolia obovata
Magnolia officinalis
Magnolia rostrata
Aus den Bergwäldern des Himalaya von China bis Myanmar stammt Magnolia rostrata. Sie wächst dort in Laubwäldern bis in Höhen von 3000 m. Die Art ist im Bestand gefährdet. Auch bei dieser Art sind die Blätter schirmförmig angeordnet. Die obovaten Blätter können 30-50 cm lang und 20-25 cm breit werden. Sie sind auf der Oberseite glänzend grün und auf der Unterseite bläulich und mit rotbraunen Haaren besetzt. Die duftenden, cremeweißen Blüten erscheinen endständig Ende Mai bis in den Juni hinein. Sie weisen 9-12 Tepalen auf. Die zapfenförmigen roten Früchte stehen aufrecht und haben eine Länge von meist 15-20 cm. Auch diese Art ist bei uns winterhart (WHZ 7-9).




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Heidi Dieck
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